Monday, May 11, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite politik Darunter Kapitaleinkünf...

Darunter Kapitaleinkünfte und Mieteinnahmen: SPD bringt Gesundheitsabgabe auf alle Einkommensarten ins Spiel

2026-02-09
In politik Vom Theresa Dräbing

ÄHNLICHE ARTIKEL

Stachel drin, Ruhe bewahren: Mit Pinzette und gefrorenem Spinat gegen schmerzhafte Stiche

Fernsehtipps zum Wochenende: Welcher Volksbühnen-Star verbirgt sich hinter der Maske?

Die SPD schlägt eine neue Abgabe zur Finanzierung des Gesundheitssystems vor. Die Abgabe solle „gerecht und zweckgebunden“ sein und alle Einkommensarten umfassen – dies geht aus einer Beschlussvorlage für die SPD-Vorstandsklausur hervor, aus welcher der „Spiegel“ am Sonntag zitierte. Die klassischen Kassenbeiträge will die SPD im Gegenzug senken. Ziel sei eine Finanzierungslösung für das Gesundheitssystem, „die auch jene an der Finanzierung der Versorgungsstrukturen beteiligt, die bislang keinen gerechten Beitrag dazu leisten“.

„Heute tragen vor allem die Arbeitseinkommen die Last unseres Gesundheits- und Pflegesystems“, zitiert der „Spiegel“ aus der Vorlage. Dies belaste viele Menschen und hemme soziale Gerechtigkeit.

Eine Umsetzung des SPD-Konzepts wäre ein Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik: Denn neben Erwerbseinkommen will die SPD auch Kapitaleinkünfte oder Mieteinnahmen zur Finanzierung des Gesundheitswesens heranziehen und den Kreis der Beitragszahlerinnen und -zahler ausdehnen. Bislang werden Dividenden oder Mieten nur bei freiwilligen Mitgliedern in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) berücksichtigt und auch hier nur bis zur so genannten Beitragsbemessungsgrenze.

Lesermeinungen zum Artikel

„Selbstverständlich ist es richtig, diejenigen, die Erträge aus Aktien und Kapitalmarkt haben, welche ohne viel Arbeitsleistung entstehen, an den Kosten der Gemeinschaft zu beteiligen, also auch an den Gesundheitskosten. Warum auch nicht?

Dass das bisher nicht der Fall ist, ist eine große Ungerechtigkeit. Aus Dividenden werden oft Millionen oder sogar Milliarden eingenommen, die geringer besteuert werden als ein mittleres bis hohes Arbeitseinkommen. Dabei muss der Aktionär gar nichts dafür tun, im Gegensatz zu den Arbeitern des Betriebs, die die Umsätze erwirtschaften! Was Einnahmen aus Mieten betrifft, müsste man schon aufpassen, dass Sozialversicherungsabgaben nicht auf die ohnehin viel zu teuren Mieten draufgeschlagen würden.“

Sie möchten darauf antworten? Hier gelangen Sie direkt zur Diskussion mit Community-Mitglied Vercingetorix.

Als weiteren Baustein zur Finanzierung des Sozialstaats fordert die SPD laut „Spiegel“ eine Ausweitung der Rentenversicherungspflicht auf Beamte, Selbstständige und Mandatsträger. „Ein solidarisches Alterssicherungssystem muss langfristig alle Erwerbstätigen einbeziehen. Wer arbeitet, zahlt ein“, zitiert der „Spiegel“ aus der Vorlage, die am Sonntag vom SPD-Vorstand beschlossen werden soll. Neue Verbeamtungen wollen die Sozialdemokraten auf hoheitliche Aufgaben beschränken und dadurch die Zahl der Beamten reduzieren.

„Wir sichern das Rentenniveau von mindestens 48 Prozent über 2031 hinaus, dabei müssen Rentnerinnen und Rentner weiter an der Lohnentwicklung teilhaben“, heißt es laut „Spiegel“ weiter in dem Konzept. Die SPD stemmt sich damit gegen Überlegungen, die Rentenentwicklung an die Inflation zu koppeln. Die SPD wolle „ein perspektivisch steigendes Rentenniveau“.

Aus der Opposition kam derweil teils harsche Kritik an dem SPD-Vorstoß: „Das zentrale Problem unseres Gesundheitswesens sind nicht zu geringe Einnahmen, sondern ausufernde Ausgaben durch Über- und Fehlversorgung, ineffiziente Krankenhausstrukturen und explodierende Arzneimittelpreise“, sagt Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der grünen Fraktion im Bundestag, dem Tagesspiegel. „Wer darauf mit einer neuen Gesundheitsabgabe antworten will, verschiebt das Problem – statt es zu lösen.“

Dahmen mahnt stattdessen konsequente Reformen an, um eine Beitragsexplosion zu vermeiden: „Bereits 2027 klafft in der gesetzlichen Krankenversicherung ein Defizit von rund 13 Milliarden Euro, das ohne mutige Reformen bis 2029 auf etwa 30 Milliarden anwachsen wird“, sagt er. „Ohne konsequente Strukturreformen drohen bis zum Ende der Legislatur allein für Kranken- und Pflegeversicherung Abgaben von bis zu 25 Prozent – das ist sozialpolitisch verantwortungslos und für jedes Wirtschaftswachstum ein nicht durchzuhaltender Würgegriff.“

Auch die Linke äußerte sich kritisch gegenüber dem Vorhaben: „Die SPD sagt selbst, dass vor allem Arbeitseinkommen unser Gesundheitssystem finanzieren“, sagt die Co-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner dem Tagesspiegel. „Sie zieht daraus aber nicht die nötigen Konsequenzen: Eine neue Abgabe klingt erstmal nach Bewegung, lässt aber offen, wer am Ende wirklich mehr zahlt und wer weiter geschont wird.“

Solange privat Versicherte und sehr hohe Einkommen nicht verbindlich in ein gemeinsames System einbezogen würden, so Schwerdtner weiter, bleibe das Vorhaben nur ein neuer Umweg statt einer gerechten Reform. „Wer es ernst meint mit Gerechtigkeit, muss das Zwei-Klassen-System beenden“, sagt Schwerdtner. „Solidarisch heißt: gleiche Regeln und gleiche Pflichten, ein gemeinsames System für alle ohne Schlupflöcher für Superreiche.“ (mit AFP)

Inflation SPD auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Deutsche Kinemathek feiert queeres Kino: Wenn Marlene eine Frau küsst

Deutsche Kinemathek feiert queeres Kino: Wenn Marlene eine Frau küsst

2026-05-09

Der Zylinder von Marlene Dietrich hat Ausgang. Leicht schräg sitzt er in einer stimmungsvoll beleuch...

Die Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“ wird umgebaut: Dem Nachwuchs eine Chance

Die Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“ wird umgebaut: Dem Nachwuchs eine Chance

2026-05-09

Man kann diese neueste Entwicklung auf dem Berliner Zeitungsmarkt natürlich auch als „Frischzellenku...

„Der Mann an Angela Merkels Seite“: Joachim Sauers neue Einblicke in ein bewegtes Leben

„Der Mann an Angela Merkels Seite“: Joachim Sauers neue Einblicke in ein bewegtes Leben

2026-05-09

Jahrzehntelang hat er sich an der Seite der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aus der Öff...

Mit Musik für Demokratie kämpfen: Das Musical „Die weiße Rose“ kommt nach Berlin

Mit Musik für Demokratie kämpfen: Das Musical „Die weiße Rose“ kommt nach Berlin

2026-05-09

Das gibt es jetzt auch nicht so häufig, dass der Tourstart einer Musicalproduktion mit einem Podiums...

Finanzen: Weniger Steuereinnahmen für Berlin erwartet

Finanzen: Weniger Steuereinnahmen für Berlin erwartet

2026-05-09

Das Land Berlin muss nach der jüngsten Steuerschätzung für Bund, Länder und Kommunen mit etwas gerin...

Nächster Beitrag
„Teil der sozialen Gerechtigkeit“: Ministerpräsident Sven Schulze will Bürgergeldempfänger Schnee schippen lassen

„Teil der sozialen Gerechtigkeit“: Ministerpräsident Sven Schulze will Bürgergeldempfänger Schnee schippen lassen

EMPFOHLEN

„Und was fragt mich der Papst? Nach Stuttgart 21“: Kretschmann sorgt bei seinem Abschiedsfest mit Benedikt-Anekdote für Lacher

„Und was fragt mich der Papst? Nach Stuttgart 21“: Kretschmann sorgt bei seinem Abschiedsfest mit Benedikt-Anekdote für Lacher

2026-05-09
„Mehr Schulden sind keine Option“: Spahn will Einkommensteuerreform gemeinsam mit SPD erarbeiten

„Mehr Schulden sind keine Option“: Spahn will Einkommensteuerreform gemeinsam mit SPD erarbeiten

2026-05-09

MEISTGESEHEN

  • Streit um GKV-Reform: Gesundheitsministerin Warken verteidigt Sparpaket – SPD-Fraktion will nacharbeiten

    Streit um GKV-Reform: Gesundheitsministerin Warken verteidigt Sparpaket – SPD-Fraktion will nacharbeiten

  • Nur Kenia-Koalition möglich: AfD steigt im „Politbarometer“ wieder auf Rekordniveau

  • Kampf gegen häusliche Gewalt und ihre Folgen: Was kommt, was kommen soll – und was noch fehlt

  • Auflebung der Montagsdemos: Linke plant Protestwelle gegen Sozialreformen

  • Bundesrat stoppt 1000-Euro-Prämie: Diese Notbremse war notwendig

  • Bundesregierung: Streit, Pannen, Klarstellungen: Womit Schwarz-Rot kämpft

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.