Wieder schwärmen die Bienen. Obwohl sie nicht aggressiv sind, weil sie kein Nest und keine Brut verteidigen, können sie stechen – meist in der Nähe von Bienenstöcken. Wenn eine Biene sticht, ist das ihr Todesurteil – ihr Stachel bleibt in der menschlichen Haut, und es zerreißt sie. Am Stachel hängt meist noch die Giftblase, die sich weiter rhythmisch zusammenzieht und das Gift durch die Haut in den Körper spritzt.
Ein Insektenstich ist kein Notfall, es sei denn, der oder die Betroffene reagiert allergisch. Das wissen die betroffenen Personen meist aus der Vergangenheit. Wenn es zu Atemnot kommt, zu Herzrasen, Übelkeit, dann ist der Stich gefährlich – und ein sofortiger Notfallanruf unter 112 unvermeidlich.
Nicht zu kurz kühlen!
Meist tut der Stich aber einfach nur weh. Den Stachel kann man mit einer Pinzette herausziehen. Nicht mit den Fingern, denn die sind so grob, dass sie unfreiwillig die Giftblase ausdrücken. Mit der Pinzette passiert das nicht. Gegen die Schwellung hilft Kühlung. Neulich haben wir – in Ermangelung von Kühlpacks – einfach eine Packung tiefgekühlten Spinat benutzt. Allerdings nicht direkt auf der Haut, sondern in ein Trockentuch gewickelt (Eis direkt auf der Haut kann zu Erfrierungen führen). Wichtig: Die Haut nicht zu kurz kühlen!
Man kann die Stichstelle desinfizieren, wenn ein entsprechendes Spray im Hause ist. Und man kann antientzündliches Gel auftragen, das es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Man könnte diese Dinge – Pinzette, Gel, Spray – einfach vorbeugend im Haus haben. Und man sollte den eigenen Tetanusschutz überprüfen – und im Zweifel den Hausarzt kontaktieren.
Vor allem wenn Kinder gestochen werden, bricht oft Panik aus, auch bei den Erwachsenen. Stattdessen sollte man die Kinder beruhigen. Sie sollten lernen, dass ein Stich zwar wehtut, Bienen und Wespen trotzdem nicht gefährlich sind. Und Panik nicht nötig.
Alle bisher erschienenen Folgen der Kolumne „Im weißen Kittel“ können Sie auf der Themenseite nachlesen.