Seit vier Monaten ist der U-Bahnhof Nollendorfplatz in Berlin-Schöneberg wegen Bauarbeiten an einer einsturzgefährdeten Zwischendecke fast komplett gesperrt. Die U‑Bahn-Linien U1 und U3 sind unterbrochen, die U4 fährt gar nicht. Lediglich die oberirdisch verkehrende U2 hält am Nollendorfplatz. Damit ist ab kommendem Montag Schluss: Wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Freitag mitteilten, enden die Bauarbeiten am Sonntag, 10. Mai, pünktlich – und damit auch die für viele Fahrgäste erheblichen Einschränkungen.
„Nach rund vier Monaten intensiver Sanierung konnte die Instandsetzung der Zwischendecke wie geplant abgeschlossen werden“, teilte die BVG am Freitag mit. „Damit stehen den Fahrgästen ab Montagmorgen wieder alle gewohnten Verbindungen zur Verfügung.“

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Konkret bedeutet das, dass der Betrieb auf der Linie U4 wieder aufgenommen wird und damit die Stationen Augsburger Straße, Kurfürstenstraße, Viktoria-Luise-Platz und Rathaus Schöneberg wieder angefahren werden. Zudem werden die unterbrochenen Linien U1 und U3 wieder von Uhlandstraße beziehungsweise Krumme Lanke bis zur Warschauer Straße durchfahren.
„Wir konnten unser Versprechen halten und die Bauarbeiten pünktlich abschließen“, teilte BVG-Chef Henrik Falk mit und bedankte sich bei den Fahrgästen für die „spürbaren Einschränkungen“. Zum Dank werden am kommenden Montag, 11. Mai, Mitarbeitende der BVG am U-Bahnhof Nollendorfplatz unterwegs sein und Schokoherzen an die Fahrgäste verteilen.
Vier U-Bahn-Linien treffen am Nollendorfplatz zusammen
An dem zentralen U-Bahn-Knotenpunkt, an dem als einzigem U-Bahnhof in Berlin vier Linien zusammentreffen, wurden laut BVG seit Januar 250 Quadratmeter der Decke zwischen den beiden unteren Ebenen erneuert. Neben hohen statischen Anforderungen waren den Angaben nach vor allem beengte Platzverhältnisse und aufwendige Materialtransporte herausfordernd. Rund 400 Tonnen Beton und 30 Kubikmeter Sand seien mit Schubkarren über einen Aufzug im Lüftungsschacht abtransportiert worden. Größere Probleme habe es bei den Bauarbeiten nicht gegeben.
Die Schäden an der unterirdischen Tunneldecke waren so gravierend, dass nicht bis zur für 2029 geplanten Generalsanierung des U-Bahn-Knotens in Schöneberg gewartet werden konnte. Wie berichtet, wird es viele Jahre Sperrungen vor allem auf den Linien U1 und U3 geben, da die verrostete Stahlbrücke über den Gleisdreieckpark abgerissen werden muss. Dies wird seit mehreren Jahren immer wieder verschoben. Zuletzt wurde der Start der Großbaustelle für 2028 angekündigt.