Viele Menschen haben am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park in Berlin rote Blumen niedergelegt, um an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 81 Jahren zu erinnern. Die Gedenkveranstaltungen rund um den Jahrestag in Berlin verliefen zunächst ohne größere Zwischenfälle - Störaktionen blieben aus, wie eine Sprecherin der Polizei am Nachmittag sagte. Die Behörde begleitet die Veranstaltungen in Berlin mit 380 Kräften.
Für die Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Kriegsendes an den drei sowjetischen Ehrenmalen hatte die Polizei wegen des Ukraine-Krieges Uniformen und russische Fahnen verboten. Die Polizei argumentierte, wegen des Russland-Ukraine-Krieges sei mit einem Aufeinandertreffen unterschiedlicher politischer Positionen zu rechnen.
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Kranz in Farben der Ukraine im Treptower Park
Verschiedene russische und deutsche Gruppen und Initiativen erinnern mit Kundgebungen und Demonstrationen am Freitag und Samstag an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung von der Nazi-Herrschaft im Mai 1945. Auch Kränze werden üblicherweise niedergelegt. Am Ehrenmal im Treptower Park wurde ein Kranz in den Farben der Ukraine aufgestellt. „Gegen Invasoren gestern heute morgen“, stand dort zu lesen.
Polizist bei Demo gegen Wehrpflicht verletzt
Laut Polizei wurde bei einer Demonstration gegen Krieg und die Wehrpflicht ein Beamter verletzt. Zu dem Vorfall kam es, als eine Frau am Mittag am Brandenburger Tor einem Mann eine Flagge mit einem Davidstern entreißen wollte. Die Polizei nahm sie fest. Dabei wurde der Polizist an der Hand verletzt. Auch kam es zu Gedränge.
Am Bundesrat protestierten am Morgen drei Vermummte gegen Abschiebungen. „Befreiung vom Faschismus für alle. Gegen jeden Abschiebeknast“ stand nach Angaben der Polizei auf einem Banner, mit dem die zwei Frauen und der Mann auf Masten vor dem Gebäude kletterten. Die Polizei forderte die Gruppe auf, herunterzukommen. Anschließend wurden ihre Personalien festgestellt.
Kommen die Nachtwölfe nach Berlin?
Russische oder deutsche Mitglieder des prorussischen und nationalistischen Motorradclubs „Nachtwölfe“ sind wie in den vergangenen Jahren zu dem Gedenktermin aus Osteuropa nach Deutschland gefahren. Voraussichtlich wollte die Gruppe der Motorradfahrer heute von Sachsen aus kommend durch Brandenburg fahren. Ob die Biker tatsächlich nach Berlin kommen, war am Nachmittag noch nicht klar.
Am 8. Mai 1945 trat die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Kraft. Damit endete die NS-Diktatur und der Zweite Weltkrieg mit Millionen Toten in Europa. Entscheidenden Anteil am Sieg der vier Alliierten hatte die Rote Armee der Sowjetunion, die im Frühjahr 1945 Berlin einnahm. Wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine hat das Gedenken in Berlin besondere Brisanz.
© dpa-infocom, dpa:260508-930-53636/2
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