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Streaming-Serie: „Unconditional“: Politthriller zeigt Höllentrip einer Mutter

2026-05-09
In gesellschaft Vom admin

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Für Orna und ihre 23 Jahre alte Tochter Gali ist ihr Zwischenstopp auf einem Flughafen in Moskau der Beginn eines echten Höllentrips. Die beiden Frauen aus Israel wollen gerade zu ihrem Abfluggate, da stoppen russische Beamte die beiden und führen sie ab. Mit diesem jähen Ende eines Urlaubs startet die israelische Serie „Unconditional“ bei Apple TV am 8. Mai. In acht Teilen knöpft sich der Politthriller auch das organisierte Verbrechen in Russland vor, ist vor allem aber eine intensive Geschichte über eine Mutter-Tochter-Beziehung und sehr zähe Frauen.

Auf dem Moskauer Flughafen finden sich Orna (Liraz Chamami) und ihre Tochter Gali (Talia Linne Ronn) getrennt voneinander in Verhören. Die beiden sind gerade von einem gemeinsamen Indien-Trip angekommen, doch aus der Weiterreise nach Hause, nach Israel, zu ihrem schwer an Alzheimer erkrankten Mann und Vater wird nichts. In Galis Rucksack finden die russischen Beamten angeblich Drogen, sie landet im Gefängnis.

Was erst wie ein möglicher Irrtum, ein Drama um russische Polizei- und Justizwillkür aussieht, ist für Orna Ausgangspunkt für eine lebensgefährliche Reise nicht nur in die Abgründe des fremden Landes, sondern auch in ihrer israelischen Heimat. 

Orna versucht zu verstehen, was mit Gali passiert ist, erfährt dann Dinge über ihre bei der israelischen Armee ausgebildeten Tochter, von denen sie keine Ahnung hatte. Und sie landet selbst in einem Geflecht aus Geheimdiensten, Gewalt und politischen Intrigen; muss sich immer wieder neu die Frage stellen, wem sie vertrauen kann.

Inspiriert von Nachrichten aus Russland und voller Klischees

Schnell ist klar, dass sich Serien-Autor Adam Bizanski für die Handlung auch von den Nachrichten aus Russland unter Präsident Wladimir Putin inspirieren lässt. Dabei driftet er immer wieder in Klischees ab - von einem dunklen und von unermesslicher Brutalität geprägten Land. Damit ist der Rahmen gesetzt. Im Zentrum aber steht eine Mutter, die alles tut, um ihre Tochter aus den Fängen eines verbrecherischen Netzwerks herauszuholen – ungeachtet der sich doch zunehmend aufdrängenden Schuldfragen.

„Unconditional“ – auf Deutsch bedingungslos oder uneingeschränkt – bezieht sich auf die Liebe Ornas zu Gali, die sich durch nichts abhalten lässt, ihrer Tochter zu helfen. Im Raum steht die Frage, ob Eltern ihre Kinder wirklich kennen - oder in ihnen nur das sehen, was sie sehen wollen. Ganz konkret für Orna, eine Frau in den Vierzigern, geht es dabei im Verlauf der Serie nicht zuletzt um ihre Rolle als Mutter, die neben ihrem kranken Mann auch einen Liebhaber hat.

Abwechslungsreicher Bildercocktail

Dabei kommt Orna immer wieder auch mit den Instanzen ihres eigenen Landes in Konflikt, was im Ansatz Gesellschaftskritik verspricht, aber letztlich nicht auserzählt ist. Nebenhandlungsstränge und interessante Figuren verlieren sich auch mal im Nichts. Da ist etwa die geheimnisvolle und skrupellose Rita, die für die israelische Auslandsspionage über ein Netz an Agenten verfügt und Orna benutzt, fesselnd gespielt von der unter anderem vom Schauspiel Stuttgart bekannten Evgenia Dodina.

Autor Bizanski („Magpie“) und Regisseur Jonathan Gurfinkel mixen einen abwechslungsreichen und internationalen Bildercocktail nach Dreharbeiten in Tel Aviv, Moskau und Georgien: Sonnige Aufnahmen aus Israel und Indien wechseln sich mit düsteren „russischen“ Szenen ab. Dazwischen gibt es immer wieder Actionmomente und kuriose Regieeinfälle, die mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben – und oft echte Spannung vermissen lassen.

Das alles bietet auf jeden Fall reichlich Diskussionsstoff für Freunde internationaler Crime-Thriller. Gute Nerven werden auch für das Serienfinale bis 19. Juni gebraucht. Bis dahin gibt es immer freitags eine neue, knapp einstündige Folge.

© dpa-infocom, dpa:260508-930-51317/1

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