Ein Schwan im Gleisbett hat am Dienstagvormittag in Berlin-Kreuzberg den Zugverkehr unterbrochen. Die U-Bahn der Linie U3 fuhr zwischen Gleisdreieck und Warschauer Straße etwa eine halbe Stunde lang nicht, wie mehrere Fahrgäste berichteten. Die BVG ließ per Ansage verlauten, die Weiterfahrt verzögere sich „wegen einem lebenden Schwan, der im Gleisbett sitzt“.

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Hinter dieser Störung stand man offenbar voll und ganz: „Die BVG ist tierlieb, drum fahren wir erst weiter, wenn er weg ist.“ Da der Schwan sich aber „von uns, der BVG, nicht anfassen“ lasse, habe man die Feuerwehr zur Hilfe gerufen, die „schon unterwegs“ sei.
Die Rettungskräfte bestätigten den Vorfall. Die Feuerwehr war gegen 9.43 Uhr in die Gitschiner Straße alarmiert worden, wie ein Sprecher dem Tagesspiegel sagte. Dort fanden die Retter den Schwan vor und konnten ihn aus dem Gleisbett befreien. Er sei wohlauf oder, mit den Worten der Feuerwehr, „unversehrt“ gewesen, hieß es dann.
Die zwei Einsatzkräfte entließen das Tier in den Landwehrkanal und die U-Bahn durfte weiterfahren. In der U3 nahmen die Fahrgäste den Vorfall gelassen. Ein Teil von ihnen stieg allerdings aus, um andernwegs doch noch rechtzeitig ins Büro oder zum Date zu kommen.
In Berlin kommt es immer wieder zu Einsätzen, bei denen Schwäne aus dem Gefahrenbereich der U-Bahn gerettet werden. Zuletzt war ein Schwan auf S-Bahn-Gleisen der S7 gelandet und hatte den Verkehr in Charlottenburg-Wilmersdorf kurzzeitig lahmgelegt. Polizisten brachten das Tier in Sicherheit.
Weitere Rettung in luftigen Höhen
Polizisten mussten am Dienstag noch einen weiteren Schwan retten – und das in ungewohnten Höhen. Die Beamten haben den Vogel auf einem Balkon in der fünften Etage befreit. Der Pförtner eines Gebäudes am Paul-Lincke-Ufer hatte die Polizei gerufen, wie die Behörde bei WhatsApp mitteilte.
Der Mann hatte das geschwächte Tier bereits am Vortag entdeckt, doch der Inhaber der Wohnung weilte nicht in Berlin. Der Pförtner durfte aber die Wohnung betreten und ermöglichte so den ungewöhnlichen Polizeieinsatz.
„Der Schwan wurde behutsam gesichert und zur weiteren Versorgung in eine Tierklinik gebracht“, teilte die Polizei mit. „Wir wünschen dem gefiederten Patienten gute Besserung.“ (mit dpa)