Lange hat es gedauert. Doch seit Donnerstagfrüh sind die ersten drei Züge des neuen Typs J im regulären Betrieb auf der Linie U5 (Hauptbahnhof – Hönow).
Die Pressestelle bestätigte entsprechende Informationen des Tagesspiegels. Bei den Fahrten sollen auch Fahrgäste befragt werden, wie zufrieden sie mit den Anzeigen im Zug und der Fahrgastinformation sind, sagte eine Sprecherin. Mitte Mai soll die neue Baureihe dann offiziell der Öffentlichkeit und der Presse vorgestellt werden.
Wer mitfahren will, braucht etwas Glück. Auf der U5 sind im Berufsverkehr bis zu 20 Züge unterwegs, sogenannte „Umläufe“.
Der neue Zug heißt „J“, der kleine Bruder „JK“. Berlin braucht immer zwei verschiedene Züge, da zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Röhren kleiner gebaut wurden als später (heute die Linien 1 bis 4). Der kleine Bruder ist seit September 2025 in Fahrt und hat den Betrieb auf der U2 stabilisiert. Das J hat nichts zu bedeuten, es ist ein fortlaufender Buchstabe, der Vorgänger hieß „I“.
Seit Sommer 2025 wird das Modell getestet, zunächst in einer Werkstatt, später ohne Fahrgäste auf der U5. Per Pressemitteilung hatte die BVG im vergangenen Jahr verkündet, dass das „J für Janz groß steht“.
© Jörn Hasselmann
Man könnte auch sagen: „J steht für Janz spät.“ Denn letztlich kommen beide Modelle viel zu spät. Vor 30 Jahren stellte Berlin zuletzt neue Züge für die Linien des Großprofils (U5 bis U9) in Dienst. Wegen der überalterten Flotte fallen seit Jahren Fahrten aus, weil die Züge kaputt sind oder wegen irreparabler Schäden bereits verschrottet wurden. 2024 wurde der mit dem Senat vereinbarte Takt sogar auf mehreren Linien ausgedünnt, weil es nicht genug Züge gibt.
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Insgesamt hat die BVG 484 Wagen bestellt: 140 kleine JK und 344 große J. Diese sollen bis 2027 anrollen, etwa 30 Wagen sind bereits da. Sie werden zunächst nur auf der U5 eingesetzt.
Laut Rahmenvertrag mit dem Pankower Hersteller Stadler könnten bis 2035 bis zu 1500 Wagen geliefert werden. Es ist der größte Beschaffungsauftrag in der Geschichte der BVG. Doch zuletzt hieß es, dass dafür das Geld fehlt und die alten Wagen länger fahren müssen. So ist im gerade veröffentlichten Entwurf des neuen Nahverkehrsplans 2026 bis 2028 die Rede von nur 762 neuen Wagen.