Seit Montag ist alles anders. Die Elsenstraße ist in Richtung Friedrichshain leer, es gibt freie Fahrt in Richtung Brücke. Das Chaos, das nach Eröffnung der Stadtautobahn A100 im August 2025 einsetzte, ist vorbei. Am Wochenende ist die erste Hälfte der neuen Elsenbrücke für den Verkehr freigegeben worden. Nun gibt es in jede Richtung zwei Fahrspuren für Autos. Und diese stehen nur noch am Ende der A100 im Stau, denn die Ampel dort ist noch nicht umprogrammiert.
Wegen des Dauerstaus war die Grünphase drastisch verkürzt worden: Nur noch alle 90 Sekunden gibt es für eine kurze Phase Grün, mehr als 16 bis 20 Autos schaffen es nicht von der Autobahn auf die Straße Am Treptower Park. Jetzt aber ist der Weg Richtung Brücke frei, die Straßen sind leer.
Eines müssen Autofahrer beachten: Sie müssen sich bereits vor der Brücke entscheiden, ob sie Richtung Ostkreuz oder Richtung Mitte wollen, und sich entsprechend einordnen.
© Jörn Hasselmann
Aus Sicht der Autobahngegner vom Bündnis „A100 wegbassen“ werde „der A100-Stau von Alt-Treptow nach Friedrichshain verlängert“. Tatsächlich gab es das typische Chaos am Montagvormittag nur auf und vor der Kreuzung Stralauer Allee/Markgrafendamm.
Stau gibt es weiterhin in die andere Richtung, dieser beginnt in der Stralauer Allee. Autos brauchten am Morgen bis zu zehn Minuten bis zur Autobahn. Dies war auch in der Lagekarte der Verkehrsinformationszentrale zu sehen.
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Eine weitere Besserung werde es Ende Juni geben, hatte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) am Mittwoch angekündigt. Dann soll es pro Richtung drei Spuren geben. Richtung Neukölln fahren die Kfz dann dreispurig über den Neubau, Richtung Friedrichshain gibt es dann drei Spuren auf den beiden Behelfsbrücken.
Radfahrer haben in beide Richtungen bereits jetzt eigene abgetrennte Spuren. Gefährlich wird es für Radfahrer ausgerechnet durch BVG-Busse. Die wechseln trotz durchgezogener Linie direkt hinter der neuen Brücke auf die Radspur, um den Stau bis zur 200 Meter entfernten Haltestelle am S-Bahnhof zu umfahren.
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Die alte Spreequerung war 2018 wegen irreparabler Schäden abgerissen worden. 1968 war die Brücke nach der gleichen Konstruktion wie die in Dresden eingestürzte Carolabrücke gebaut worden.
Fertig wurde am Wochenende nur das nordwestliche Teilbauwerk der neuen Elsenbrücke. Ob auch die südöstliche zweite Hälfte der Elsenbrücke neu gebaut wird, hängt von den Plänen der Autobahn GmbH für den geplanten 17. Bauabschnitt der A100 in Richtung Lichtenberg ab. Denn die Autobahn bräuchte den Platz dort. Bis auf Weiteres bleiben die beiden Behelfsbrücken also stehen.