Saturday, May 02, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite gesellschaft Ein Geschäft mit dem Ge...

Ein Geschäft mit dem Geschäft: Sollen Berlins Bürger 50 Cent für jeden gesammelten Hundekot bekommen?

2025-02-28
In gesellschaft Vom Bernd Matthies

ÄHNLICHE ARTIKEL

Eingerostete Gelenke, morgendliche Anlaufschmerzen: Die große Mehrheit der Älteren leidet darunter

Spiel über Fritz Bauer: Deutscher Computerspielpreis geht nach Berlin

„Alles Wissen, die Gesamtheit aller Fragen und Antworten, ist in den Hunden enthalten.“ Sagte Franz Kafka, völlig zutreffend. Leider hat er keine Anleitung hinterlassen, wie man es aus ihnen herausbekommt. Das Zeug, das regelmäßig hinten aus dem besten Freund des Menschen herausfällt, kann es eigentlich nicht sein.

Aber wer weiß? Hundekot ist zumindest gut für kleine kommunalpolitische Scharmützel, für Ideen und Erfindungen, Zank und Bußgeldforderungen. Und wenn es eine politische Partei gibt, die von Natur aus berufen scheint, dieses Thema zu bearbeiten, dann zweifellos die Tierschutzpartei, die in der Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung über zwei Sitze verfügt.

Katja Michel, die einen der beiden Sitze hat, macht also alles richtig mit ihrem neuesten Antrag, der es sogar in die Bild-Zeitung schaffte: Jeder Bürger, der Hundekot einsammelt und entsorgt, solle dafür bezahlt werden, fordert sie. Ihre Idee ist bescheiden ausfinanziert: 10 Cent soll es geben für den eigenen Hundekot, 50 Cent für jeden fremden Haufen. Beweisfotos per Handy ans Ordnungsamt schicken, Zahlung abwarten, fertig.

Nun sind wir allerdings in Berlin, der Stadt, deren Bewohner sehr geschickt im Erschließen neuer Einkommensquellen sind. Einfach verabreden: Nimm du meinen Kot, ich nehme deinen. Schon hat sich das finanzielle Ergebnis verfünffacht, wobei offen bleibt, wie die Zuordnung bei ähnlich großen Hunden überhaupt rechtssicher gelingen kann; DNA-Analyse kommt kostenmäßig eher nicht in Betracht.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Unempfindliche Hundebesitzer – oder allgemein: Leute –, werden schnell einen Weg finden, größere Haufen aufzuteilen, und wer ganz allein ist, lässt den eigenen Hund sich entleeren, geht einmal um den Block und deklariert dann den Kot als fremd, sofern ihn nicht schon ein anderer geschnappt hat. Die Ordnungsämter werden sich gewiss bedanken für diesen schönen Arbeitsauftrag und die sicher beträchtlichen Kosten in einer Stadt mit 15 Tonnen Kot täglich.

Und dann natürlich die soziale Gerechtigkeit! Wie sollen sich Menschen beteiligen, die kein Handy besitzen? Sollen sie die Tüten zum Amt bringen? Muss man ihnen eine Ausgleichszahlung gewähren, weil sie nicht mitmachen können? Und ist Hundekot auf Fotos wirklich zu unterscheiden von jener Substanz, die Menschen unter sich lassen? Das wäre dann ja echt Sch...

Nur so ein paar Einwände, aber das Prinzip stimmt. 10 Euro für jedes eigene, 50 Euro für jedes fremde Sofa, das von der Straße verschwindet, ähnliche Summen für Bauschuttsäcke und morsche Billy-Regale! Selbst das leidige Problem weg geworfener Kippen sollte so zu lösen sein.

Oder, Herr Kafka? „Die Logik ist zwar unerschütterlich“, klagt er, „aber einem Menschen, der leben will, widersteht sie nicht“. Womit eigentlich alles gesagt wäre.

Lichtenberg

ÄHNLICHE ARTIKEL

Die Komödie „Gavagai“ im Kino: Ist das gut gemeint oder schon Rassismus?

Die Komödie „Gavagai“ im Kino: Ist das gut gemeint oder schon Rassismus?

2026-05-01

Den Vorwurf der Bürgerlichkeit will Maja nicht auf sich sitzen lassen. Schauspiel und Theater sind z...

Konservative Zuschauer im Blick: Amazon denkt angeblich über Neustart der Trump-Show „The Apprentice“ nach

Konservative Zuschauer im Blick: Amazon denkt angeblich über Neustart der Trump-Show „The Apprentice“ nach

2026-05-01

Kommt Donald Trumps alte Erfolgsshow zurück? Der US-Konzern Amazon prüft laut Medienberichten einen ...

Tori Amos, Pigeon, Maya Hawke, The Black Keys: Die Alben der Woche im Soundcheck

Tori Amos, Pigeon, Maya Hawke, The Black Keys: Die Alben der Woche im Soundcheck

2026-05-01

Jeden Freitag stellen vier Popmusikjournalistinnen und -journalisten ab 21 Uhr ihre Alben der Woche ...

Zum Tod von Georg Baselitz: Der letzte große Expressionist

Zum Tod von Georg Baselitz: Der letzte große Expressionist

2026-05-01

Einfach eklig, diese Füße. Übergroß nehmen sie jeder eine ganze Leinwand ein: nackte, aufgeschwollen...

Mit 88 Jahren: Maler und Bildhauer Georg Baselitz gestorben

Mit 88 Jahren: Maler und Bildhauer Georg Baselitz gestorben

2026-05-01

Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren, wie seine Galerie u...

Nächster Beitrag
„Viel zu schnell gefahren“: Tödlicher Unfall mit Polizeiauto – Berliner Gericht verwarnt Beamten

„Viel zu schnell gefahren“: Tödlicher Unfall mit Polizeiauto – Berliner Gericht verwarnt Beamten

EMPFOHLEN

Mordaufrufe gegen Juden in Prenzlauer Berg: Bündnis ruft zu Mahnwache auf – Kinder bemalen Gehweg mit Herzen

Mordaufrufe gegen Juden in Prenzlauer Berg: Bündnis ruft zu Mahnwache auf – Kinder bemalen Gehweg mit Herzen

2026-05-01
Johannes Oerding, Entertainer für alle Fälle: Für diese Konzerte in Berlin gibt es noch Karten

Johannes Oerding, Entertainer für alle Fälle: Für diese Konzerte in Berlin gibt es noch Karten

2026-05-01

MEISTGESEHEN

  • Anklage in Berlin-Mitte: Pflegekraft soll Stationsleitung im Krankenhaus vergiftet haben

    Anklage in Berlin-Mitte: Pflegekraft soll Stationsleitung im Krankenhaus vergiftet haben

  • Literatur-Battle: Neuer Kultursenator Evers hält es mit Schiller

  • Löhne in Berlin und Brandenburg: Mehr Geld im Portemonnaie, aber nicht in allen Branchen

  • Prozesse: Chef vergiftet? Anklage gegen Pflegerin erhoben

  • Im Stadtgrün: Auffällige Raupennester in Sträuchern - keine Gefahr

  • Wahlkampf in Berlin: Vier Schnecken rennen auf das Rote Rathaus zu

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.