Wednesday, Mar 18, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite wirtschaft Drei große Reformen sin...

Drei große Reformen sind nötig: Wie Deutschland wieder wirtschaftlich erfolgreich werden kann

2026-01-17
In wirtschaft Vom admin

ÄHNLICHE ARTIKEL

Alle Gewinner der Oscar-Nacht: „One Battle After Another“ bekommt den Preis für den besten Film

Die besten Momente der Oscars 2026: Historische Siegerinnen, ein Leo-Meme und Witze über die Trumps

Die deutsche Wirtschaft steckt in einer tiefen Vertrauenskrise. Und genau dieses fehlende Vertrauen – bei Unternehmen ebenso wie bei Bürgerinnen und Bürgern – ist derzeit das zentrale wirtschaftliche Problem und die größte Hürde für Transformation, Erneuerung und künftigen Wohlstand.

Die Bestandsaufnahme fällt ernüchternd aus: Nach der Stagnation im vergangenen Jahr wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr zwar um etwa ein Prozent wachsen. Doch dieses Wachstum ist in hohem Maße staatlich getrieben – durch zusätzliche Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung – und durch statistische Effekte wie eine höhere Zahl von Arbeitstagen.

Marcel Fratzscher ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Er sagt: Am wichtigsten ist es jetzt, Vertrauen zurückzugewinnen.

Die privaten Investitionen bleiben schwach, der private Konsum enttäuschend, die Exporte stagnieren. Zwar ist die Arbeitslosigkeit weiterhin niedrig und es gibt viele offene Stellen, doch gerade in der Industrie wird die Beschäftigung weiter zurückgehen. Die Zahl der Insolvenzen dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen, deren Geschäftsmodelle unter Druck geraten sind. Ihnen fehlen eine entsprechende Nachfrage oder schlicht die Arbeitskräfte.

Wie kommt Deutschland aus dieser Lage heraus? Die wichtigste Antwort lautet: durch die Rückkehr von Vertrauen. Unternehmen investieren nicht, weil sie keine verlässliche Perspektive sehen. Haushalte konsumieren nicht, obwohl die Reallöhne gestiegen sind, weil sie Angst vor der Zukunft haben. Viele Menschen sparen, nicht weil sie müssen, sondern weil sie sich absichern wollen – gegen Unsicherheit, geopolitische Risiken und politische Unklarheit.

Dabei hilft es wenig und ist oft kontraproduktiv, pauschal „die Politik“ zu kritisieren und verantwortlich zu machen. Deutschland ist eine Marktwirtschaft und eine Demokratie – Regierungen können Investitionen nicht befehlen und Innovation nicht verordnen. Viele der heutigen Probleme sind hausgemacht.

Das sichtbarste Beispiel ist die deutsche Automobilindustrie: Diesel-Skandal, übermäßige Abhängigkeit von China, das Verschlafen der Elektromobilität und autonomer Technologien – all das sind Managementfehler, keine politischen Zwänge. Ebenso wenig hat die Bundesregierung die geoökonomischen Konflikte verursacht, den Protektionismus Donald Trumps oder die Konfrontationspolitik Chinas.

Dennoch spielt die Bundesregierung eine entscheidende Rolle: Sie kann Vertrauen schaffen – durch Ehrlichkeit und durch große, mutige Reformen.

Zur Ehrlichkeit gehört zunächst das Eingeständnis: Deutschland stehen weitere magere Jahre bevor, womöglich fünf bis zehn. Der gesellschaftliche Wohlstand wird langsamer wachsen, und ein größerer Teil davon wird für öffentliche Investitionen, Verteidigung, Klimaschutz und Infrastruktur benötigt. Das bedeutet: weniger Spielraum für Konsum, weniger für Sparen, weniger für staatliche Wohltaten.

Alle Parteien der Regierung müssen bereit sein, rote Linien zu überschreiten und Tabus aufzugeben.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

Auch der Staat selbst wird effizienter werden und Leistungen überprüfen müssen. Und Ehrlichkeit bedeutet auch, dass Unternehmensführungen Verantwortung für das eigene Versagen übernehmen – statt die Schuld immer bei anderen zu suchen.

Neben Ehrlichkeit braucht es 2026 drei große Reformen, die die Bundesregierung anstoßen sollte.

1. Eine Reform Europas

Nationale Alleingänge schwächen Deutschland. Notwendig sind eine Vertiefung des europäischen Binnenmarkts, mehr gemeinsame Industrie-, Energie-, Innovations- und Finanzpolitik und stärkere europäische Institutionen. Deutschland muss sich in den Dienst Europas stellen, gemeinsam mit Frankreich und den anderen Partnern, statt Europa als Bühne nationaler Interessen zu nutzen.

2. Eine große Steuerreform

Deutschland besteuert Arbeit hoch und Vermögen niedrig – das ist ökonomisch ineffizient. Unternehmen sowie Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen müssen entlastet werden, damit Investitionen und Konsum steigen können. Das erfordert im Gegenzug höhere Belastungen großer Vermögen, insbesondere von Immobilien und Erbschaften, sowie den Abbau zahlreicher steuerlicher Subventionen für Partikularinteressen. Der Staat muss sparen, wo es sinnvoll ist – aber die Spielräume dafür sind kurzfristig begrenzt.

3. Eine Reform des Sozialstaats

Die demografische Entwicklung wird die Kosten für Rente, Gesundheit und Pflege massiv erhöhen. Es ist illusorisch, diese Ausgaben senken zu wollen – realistisch ist nur, ihr Wachstum zu begrenzen. Dafür braucht es eine längere Lebensarbeitszeit, einen späteren Renteneintritt, bessere Beschäftigungschancen für Ältere sowie eine deutlich höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Migranten – zwei der größten Potenziale des deutschen Arbeitsmarkts.

Das Fazit ist klar: Die wichtigste Aufgabe der Bundesregierung 2026 ist es, das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit Deutschlands zurückzugewinnen. Das gelingt nicht durch Schönreden und nicht durch Schuldzuweisungen, sondern durch Ehrlichkeit, Verantwortung und drei mutige Reformen – in Europa, im Steuersystem und beim Sozialstaat. Dafür müssen alle Parteien der Regierung bereit sein, rote Linien zu überschreiten und Tabus aufzugeben. Nur so kann Deutschland wieder wirtschaftlich erfolgreich werden.

Bundesregierung China Rente auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

2026-03-17

Auf einem Bild aus der Kindheit legt die Tochter die Arme um den Hals der Mutter, die Ältere auf dem...

„Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

„Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

2026-03-17

Um den rumänischen Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest ist eine Debatte entbrannt. ...

Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

2026-03-17

Wo Egidio Marzona war, war auch die Kunst. Schwer vorstellbar, ein Gespräch mit ihm zu führen, ohne ...

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

2026-03-17

Nach mehreren Fahrzeugbränden vor Gefängnissen kommen vier Männer heute (9.30 Uhr) vor das Landgeric...

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

2026-03-17

Gut zwei Monate nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition in Brandenburg wollen SPD und CDU ihr neues Bün...

Nächster Beitrag
Inflationsrate fällt auf 1,8 Prozent: Günstigere Energie bremst Preisanstieg zum Jahresende

Inflationsrate fällt auf 1,8 Prozent: Günstigere Energie bremst Preisanstieg zum Jahresende

EMPFOHLEN

Urlaub: Mietwagen zu Ostern teurer - in Österreich billiger

Urlaub: Mietwagen zu Ostern teurer - in Österreich billiger

2026-03-17
Debatte um Schienenmaut: Gutachten sieht keine Finanzierungslücke bei Umstellung von Voll- auf Grenzkosten

Debatte um Schienenmaut: Gutachten sieht keine Finanzierungslücke bei Umstellung von Voll- auf Grenzkosten

2026-03-17

MEISTGESEHEN

  • Verspätungen: So viel Entschädigung zahlte die Bahn 2025 an Reisende

    Verspätungen: So viel Entschädigung zahlte die Bahn 2025 an Reisende

  • Hessens Ministerpräsident zeigt sich skeptisch: Unicredit legt Übernahmeangebot für Commerzbank vor

  • Finanzbranche: Unicredit legt Übernahmeangebot für Commerzbank vor

  • Iran-Krieg: Spritpreise steigen am Wochenende leicht

  • Tarifverhandlungen Nahverkehr: Verdi ruft zu ÖPNV-Warnstreiks in mehreren Bundesländern auf

  • Vereinigung Cockpit: Piloten stimmen auch bei Eurowings für Streik

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.