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Inflationsrate fällt auf 1,8 Prozent: Günstigere Energie bremst Preisanstieg zum Jahresende

2026-01-17
In wirtschaft Vom admin

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Überraschende Entlastung für Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher zum Jahresende: Günstigere Energie und eine Entspannung bei den Nahrungsmittelpreisen haben die Teuerung in Deutschland im Dezember unter die auch psychologisch wichtige Marke von zwei Prozent gedrückt. 

Mit 1,8 Prozent stiegen die Verbraucherpreise nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes so langsam wie in keinem Monat im vergangenen Jahr. Niedriger war die Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft zuletzt im September 2024 mit seinerzeit 1,6 Prozent. Von November auf Dezember 2025 blieben die Verbraucherpreise unverändert.

Viele Experten sehen in der konjunkturellen Dauerflaute einen wichtigen Grund für den nachlassenden Preisdruck. Trotz eines leichten Wachstums von 0,2 Prozent im vergangenen Jahr liegt die Wirtschaftsleistung auf dem Niveau von 2019. In diesem Umfeld dürfte es Unternehmen schwerer fallen, höhere Kosten an die Konsumenten weiterzureichen.

Inflation im Jahresdurchschnitt wie 2024 bei 2,2 Prozent

Für das Gesamtjahr 2025 bestätigten die Wiesbadener Statistiker ebenfalls ihre vorläufigen Berechnungen: Im Jahresdurchschnitt des vergangenen Jahres stiegen die Verbraucherpreise hierzulande um 2,2 Prozent. Damit lag die Teuerungsrate in Deutschland auf dem gleichen Niveau wie 2024. „Die Entwicklung der Verbraucherpreise hat sich damit stabilisiert“, sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. 

Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft: Die Menschen können sich für einen Euro weniger leisten, Einkommenszuwächse werden von der Teuerung aufgezehrt. Für den Euroraum strebt die Europäische Zentralbank (EZB) ein stabiles Preisniveau bei mittelfristig 2,0 Prozent Inflation an.

Sinkt die Teuerungsrate weiter?

Volkswirte erwarten, dass die Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft Deutschland im laufenden Jahr über der Marke von 2 Prozent bleiben wird. Es rechnet jedoch kein Experte mit rasant steigenden Preisen wie 2022 und 2023 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, als sich Energie und Lebensmittel sprunghaft verteuerten. Das Ifo-Institut prognostiziert für 2026 eine Teuerungsrate von 2,2 Prozent und 2,3 Prozent für 2027.

Die von Ökonomen besonders beachtete Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie sank im Dezember zwar auf 2,4 Prozent, bleibt damit aber leicht erhöht. Für das Gesamtjahr haben die Statistiker einen Wert von 2,8 Prozent errechnet.

Gegen eine deutlichere Verlangsamung des Preisdrucks spricht nach Einschätzung von Ökonomen unter anderem der Preisanstieg beim Deutschlandticket und die Erhöhung des Mindestlohns, der sich auf den Dienstleistungssektor auswirkt.

Überdurchschnittliche Preissteigerungen bei Dienstleistungen 

Im Dezember verteuerten sich Dienstleistungen wie in den Vormonaten überdurchschnittlich um 3,5 Prozent. Darunter fallen etwa Personenbeförderungsdienste, soziale Dienstleistungen oder Versicherungen. Die Lebensmittelpreise hingegen lagen nur noch um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Butter und Olivenöl wurden zum Beispiel billiger. Allerdings kosten viele Nahrungsmittel deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Fleisch von Rind (+14,1 Prozent) und Geflügel (+6,3 Prozent) war im Dezember deutlich teurer als ein Jahr zuvor. 

Entspannung gab es im Dezember bei den Energiepreisen: Sprit, Strom und Gas waren nach Berechnungen des Bundesamtes im Dezember 1,3 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Im Jahresdurchschnitt war Energie sogar 2,4 Prozent günstiger als 2024. Ohne diesen Posten hätte die Jahresteuerungsrate 2,6 Prozent betragen. (dpa/ Reuters)

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