Zum 98. Mal wurden in Los Angeles die Oscars verliehen. Großer Gewinner des Abends war Paul Thomas Andersons „One Battle After Another“, durch die Gala führte erneut der Komiker Conan O’Brien. Die knapp vierstündige Show konnte mit historischen Gewinnerinnen und Gewinnern aufwarten, auch einige politische Momente gab es – und ein neues Leo-Meme.
Conan O’Brien begann den Abend mit einer Hommage an den Horrorfilm „Weapons“ und an Amy Madigan, die kurz darauf den Oscar für die beste Nebendarstellerin gewinnen sollte. Verkleidet als Aunt Gladys stürmte O’Brien, verfolgt von einer Schar wilder Kinder, durch die Sets der Oscar-nominierten Filme. Ein gelungener Auftakt für O’Brien, der sich insgesamt erneut gut schlug als Gastgeber, trotz eines recht undankbaren Publikums im Saal.
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In seinem Eröffnungsmonolog wechselte O’Brien zwischen harmlosen Hollywood-Witzen, schwarzem Humor und ernsthaften politischen Tönen. „Letztes Jahr stand Los Angeles in Flammen, aber dieses Jahr läuft alles super“, begann er seinen Monolog.
Selbstverständlich bekam auch Timothée Chalamet eine Spitze ab für seine Ausführungen zu Oper und Ballett als aussterbenden Kunstformen, die für viel Unmut in der Kulturszene gesorgt haben. Es habe Drohungen aus der Opern- und Ballettszene gegeben, weshalb die Security nun besonders scharf sei, scherzte O’Brien.
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Auch die Epstein-Files sprach der Host an. So merkte O’Brien an, dass keine Briten bei den Oscars nominiert seien. Die würden aber ihre Pädophilen wenigstens verhaften, im Gegensatz zu den US-Amerikanern.
Zwischendurch ließ er Leonardo DiCaprio, der für „One Battle After Another“ nominiert war und im Internet mit zahlreichen Memes verewigt ist, mal eben live ein neues Meme kreieren – das sicher bald in den Kanon aufgenommen wird.
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Angesichts der Weltlage schlug der Moderator aber auch ernstere Töne an. Dies seien „sehr chaotische, beängstigende Zeiten“, sagte O’Brien. Es sei daher besonders resonant, dass bei den Oscars Filmschaffende aus 31 Ländern und sechs Kontinenten versammelt seien.
„Heute Abend würdigen wir nicht nur den Film, sondern auch die Ideen von globaler Kunst, Zusammenarbeit, Geduld, Durchhaltevermögen und der heute so seltenen Eigenschaft: Optimismus“, sagte O’Brien.
Viele historische Sieger und Siegerinnen
Der Abend konnte mit einigen historischen Siegen aufwarten. Emotional wurde es etwa, als „KPop Demon Hunters“ den Oscar für den besten Animationsfilm gewann. Zum ersten Mal ging dieser Preis an Südkoreaner, und die Filmemacher waren sichtlich gerührt.
„An alle Fans, die uns hierhergebracht haben, und an alle, die so aussehen wie ich: Es tut mir so leid, dass es so lange gedauert hat, bis wir uns in einem Film wie diesem wiederfinden konnten“, sagte Regisseurin Maggie Kang. „Das ist für Korea und für Koreaner überall.“ Auch der Oscar für den besten Song ging an den Film für den weltweiten Nummer-eins-Hit „Golden“.
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Erstmals wurde bei diesen Oscars ein Preis für die Kategorie Bestes Casting verliehen. Die glückliche Gewinnerin ist Cassandra Kulukundis, die für das Casting von „One Battle After Another“ den Oscar holte. „Ich widme dies den Casting-Direktoren, die nie die Chance hatten, hier oben zu stehen, die nicht einmal die Chance hatten, ihren Namen im Abspann zu sehen“, sagte Kulukundis.
© REUTERS
Ein weiterer historischer Sieg ereignete sich in der Kategorie „Beste Kamera“. Für „Blood & Sinners“ gewann mit Autumn Durald Arkapaw erstmals eine Frau in der Kategorie. Sie forderte in ihrer Dankesrede alle Frauen im Saal auf, aufzustehen: „Ohne euch wäre ich nicht hier.“
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In der Kategorie „Bester Kurzfilm“ gab es mit „Two People Exchanging Saliva“ und „The Singers“ gleich zwei Gewinner. Es ist erst das siebte Mal in der langen Oscar-Geschichte, dass es zu einem Unentschieden kam. Zuletzt passierte das 2013, als „Skyfall“ und „Zero Dark Thirty“ beide in der Kategorie „Bester Tonschnitt“ gewannen.
„Wie ironisch, dass der Kurzfilmoscar jetzt doppelt so lang dauert“, kommentierte der Laudator Kumail Nanjiani das Unentschieden. Umso schneller ging es danach in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ weiter, denn der Gewinner Sean Penn erschien erst gar nicht zu der Oscar-Verleihung. „Er konnte nicht hier sein“, merkte Laudator Kieran Culkin trocken an. „Oder er wollte nicht.“
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Umso mehr freuten sich die anderen Schauspielerinnen und Schauspieler über ihre Oscars. Michael B. Jordan gewann für seine Doppelrolle als Zwillinge in „Blood & Sinners“, bekam stehende Ovationen und dankte allen schwarzen Schauspielern und Schauspielerinnen, die vor ihm gewannen. Die Irin Jessie Buckley gewann für ihre Rolle in „Hamnet“ und widmete ihren Oscar allen Müttern.
Ein Highlight des Abends war die Performance von „Lie To Me“, nominiert als bester Song für den Film „Blood & Sinners“. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler zelebrierten gemeinsam schwarze Musik und schwarze Kultur. Selbst die berühmte afroamerikanische Balletttänzerin Misty Copeland kam dafür auf die Bühne – was wohl Timothée Chalamet davon hält?
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Auch einige politische Botschaften zogen sich durch den Abend. Talkshow-Host Jimmy Kimmel, einst fast von Donald Trump gecancelt, stellte die Oscars für die besten Dokumentarfilme vor.
„Bei Veranstaltungen wie dieser ist oft von Mut die Rede, aber eine Geschichte zu erzählen, für die man getötet werden könnte, ist wahrer Mut“, sagte er. „Wie Sie wissen, gibt es einige Länder, deren Staatschefs die Meinungsfreiheit nicht unterstützen. Ich darf jedoch nicht sagen, welche.“
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Er machte sich außerdem über die Doku über die First Lady, „Melania“, lustig. „Oh Mann, der wird sich aber ärgern, dass seine Frau dafür nicht nominiert wurde“, sagte Kimmel. Auch Javier Bardem nutzte seine Laudatio für eine politische Botschaft, in etwas ernsterem Tonfall als Kimmel: „Nein zum Krieg und Free Palestine“, begann der spanische Schauspieler seine Rede.
Bewegender Appell gegen Waffengewalt
Ein bewegender Moment kam in der Dankesrede des Teams von „All The Empty Rooms“, Gewinner für Bester Dokumentarkurzfilm. Dort sprach eine Mutter, deren neunjährige Tochter in einem Schulmassaker getötet wurde. „Waffengewalt ist mittlerweile die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen. Wir glauben, wenn die Welt ihre leeren Schlafzimmer sehen könnte, wären wir ein anderes Amerika.“
Auch die Gewinner für den besten langen Dokumentarfilm, „Mr. Nobody Against Putin“, wurden politisch. „Wenn wir uns mitschuldig machen“, sagte der Co-Regisseur David Borenstein, „wenn eine Regierung Menschen auf den Straßen unserer Großstädte ermordet, wenn wir nichts sagen, wenn Oligarchen die Medien übernehmen und kontrollieren, wie wir sie produzieren und konsumieren können.“ Wir alle stünden vor einer moralischen Entscheidung – aber auch ein Niemand sei mächtiger, als man denke.