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Tiefster Stand seit Ende 2021: Trumps Zölle lassen Exporte in die USA einbrechen

2025-09-09
In wirtschaft Vom admin

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Die aggressive Zollpolitik der US-Regierung wird zunehmend zur Belastung für die Exportnation Deutschland. Im Juli fielen die Ausfuhren „Made in Germany“ in die USA auf den tiefsten Stand seit Dezember 2021, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

„Der vierte Rückgang in Folge mit unserem wichtigsten Handelspartner zeigt, wie sehr die US-Handelspolitik unsere Exporteure schmerzt“, ordnete der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, ein. „Wir müssen es schaffen, neue Märkte zu erschließen und unsere Absatzwege weiter zu diversifizieren. Sonst werden wir im globalen Wettbewerb weiter an Boden verlieren.“

Schlechte Stimmung in der Exportwirtschaft

Auch die Stimmung trübt sich ein, wie das Ifo-Institut in seiner jüngsten monatlichen Umfrage feststellte: „In der Exportwirtschaft macht sich Ernüchterung breit“, kommentierte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, die Ende August veröffentlichten Ergebnisse. „Ein Zollsatz von 15 Prozent von den USA ist zwar weniger als befürchtet, wird aber dennoch die Exportdynamik abschwächen.“ 

Seit dem 7. August gelten für die meisten Importe aus der Europäischen Union in die USA Zölle von 15 Prozent. Die Zölle für Stahl und Aluminium hatte US-Präsident Donald Trump Anfang Juni auf 50 Prozent hochgeschraubt.

Hoffnungsschimmer Industrieproduktion

Etwas Hoffnung macht Volkswirten, dass die deutsche Industrieproduktion vor allem wegen eines Anstiegs im Maschinenbau mit einem Plus ins dritte Quartal gestartet ist und zugleich der Rückgang im Juni deutlich geringer ausfiel als zunächst berechnet. „Der Zuwachs der Industrieproduktion lässt darauf hoffen, dass die Industrie im dritten Quartal wieder positiv zum Wachstum beiträgt“, schreibt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. 

Allerdings liegt die Produktion immer noch um mehr als zehn Prozent unter dem Niveau der Jahre vor der Corona-Pandemie und die schwachen Juli-Zahlen zum Auftragseingang trüben die Aussichten für die weitere Entwicklung ein.

US-Zölle belasten nicht nur Deutschland

Die meisten deutschen Ausfuhren gingen zwar auch im Juli in die Vereinigten Staaten, wie aus den amtlichen Zahlen hervorgeht. Doch mit einem Warenwert von 11,1 Milliarden Euro waren die Exporte in die USA 7,9 Prozent niedriger als im Juni 2025 und 14,1 Prozent geringer als ein Jahr zuvor.

Der Handelsstreit macht auch China zu schaffen: Chinas Exporte in die USA brachen im August im Jahresvergleich um rund 33 Prozent ein, wie die Zollverwaltung in Peking mitteilte. Ein Ende des Handelsstreits zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt ist nicht in Sicht.

Für Deutschlands Exporteure lief es im Juli unterdessen auch im Geschäft mit China und dem Vereinigten Königreich schlechter. Dass gleichzeitig die Lieferungen in die Euro-Partnerländer um 2,5 Prozent auf ein Volumen von 52 Milliarden Euro zulegten, ist nach Einschätzung von Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen ein Hoffnungsschimmer, dass „die Exporte die Konjunktur wohl nicht so stark bremsen werden wie von manchem befürchtet“.

Durchwachsene Juli-Bilanz für „Made in Germany“

Insgesamt wurden den vorläufigen Ergebnissen der Wiesbadener Statistiker zufolge im Juli Waren aus deutscher Produktion im Wert von 130,2 Milliarden Euro ins Ausland geliefert. Das waren 0,6 Prozent weniger als im Juni 2025. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein Plus von 1,4 Prozent.

Aufwind in der Industrie?

Für einen Lichtblick sorgen die jüngsten Produktionsdaten: Von Juni auf Juli des laufenden Jahres legte die Fertigung in den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland unerwartet kräftig um 1,3 Prozent zu. Dies ist zugleich der erste Anstieg der Fertigung seit März. Das Statistische Bundesamt revidierte zudem seine Daten für Juni: Demnach wurde im Vergleich zum Vormonat nur 0,1 Prozent weniger produziert. Anhand vorläufiger Daten hatten die Statistiker für Juni ein Minus von 1,9 Prozent errechnet. 

Diese jüngsten Daten aus der Industrie ließen die Hoffnung auf zumindest eine zyklische Erholung weiterleben, schreibt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. „Mit Blick auf die Zukunft besteht noch eine geringe Chance auf eine überraschende Erholung der deutschen Industrie. Die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung inländischer Investitionen durch schnellere Abschreibungen sind erst Ende Juli in Kraft getreten.“

© dpa-infocom, dpa:250908-930-9301/2

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