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Angriff auf den Iran: Rächt sich das Mullah-Regime auch in Europa?

2026-03-01
In politik Vom Pascal Bartosz

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Nach den Luftangriffen der USA und Israels auf Iran schließen Sicherheitsbeamte auch in Europa heftige Reaktionen des Mullah-Regimes nicht aus. Israels Regierung rief ohnehin den Ausnahmezustand aus, die Bevölkerung solle den Anweisungen der Behörden folgen und im Ernstfall die Bunker aufsuchen.

Unter Sicherheitsexperten in Berlin und Brüssel wird nun erneut über mögliche Aktionen pro-iranischer „Schläfer“ gesprochen. Als Schläfer werden Männer – seltener Frauen – ohne auffällige Verbindungen zu einer feindlichen Macht bezeichnet, die jedoch im Eskalationsfall, als deren Agenten fungieren können.

Von Irans islamischer Theokratie könnten sie für Sabotage oder Attentate eingesetzt werden. In der Vergangenheit handelte es sich bei solchen Unterstützern oft nicht um Iraner. Vielmehr griffen iranische Dienste auf Männer zurück, die wie die Herrscher im Iran zwar überwiegend Schiiten waren, aber aus Libanon, Pakistan oder Afghanistan stammten.

Bomben auf Hisbollah-Stellungen

Am Samstag soll Israels Militär neben den Angriffen auf Iran auch Stellungen der schiitischen Hisbollah im Libanon bombardiert haben. Katars Sender Al Araby sprach von mindestens zehn Angriffen. Explosionen gab es auch in Stützpunkten iran-naher Milizen in Irak. Noch am Samstag traf sich der Krisenstab der Bundesregierung in Berlin.

Wie berichtet, werden israelische, jüdische oder amerikanische Einrichtungen in Deutschland ohnehin seit Jahren engmaschig von der Polizei geschützt. Ob diese Maßnahmen nun noch verstärkt werden, bleibt abzuwarten. Die Polizei in Berlin, wo sich hierzulande die meisten dieser Institutionen – insbesondere Israels Botschaft – befinden, teilte auf Anfrage mit: Man beobachte die Lage und könne weitere Kräfte zum Schutz einsetzen.

Schläfer wären in einem solchen Szenario grob formuliert eine Art iranische „Zweitschlagskapazität“. Damit wird üblicherweise die Fähigkeit bezeichnet, auch nach massiven, gar nuklearen Angriffen zurückschlagen zu können. Meist sind dabei Waffen gemeint, die auch nach einem verheerenden Angriff auf das eigene Land noch einsatzbereit wären.

So verfügt die Regierung in Jerusalem über wohl atomwaffenfähige U-Boote, von denen sich unbestätigten Angaben zufolge einige stets im Indischen Ozean südlich Irans aufhalten sollen. Irans Regime arbeitet seit Jahren mit der Schläfer-Option.

Iranische Spionage in Deutschland

Ein pakistanischer Student war 2017 in Berlin wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit verurteilt worden. Der Mann hatte demnach im Auftrag der iranischen Revolutionsgarden den SPD-Politiker Reinhold Robbe ausspioniert: Robbe war von 2010 bis 2015 Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und offenbar als mögliches Ziel für ein Attentat ins Visier geraten.

Der Iran verfügt nach wie vor über Verbündete, insbesondere die heute allerdings geschwächte Hisbollah im Libanon. Unterstützer der islamistischen Miliz hatten im Auftrag des iranischen Geheimdienstes 1992 einen Anschlag in Berlin durchgeführt: Die Attentäter erschossen vier kurdische Oppositionelle. Zuvor hatten pro-iranische Islamisten europaweit Exil-Iraner getötet.

Erst im April 2025 war in Berlin-Neukölln ein mutmaßlicher Hisbollah-Kämpfer festgenommen worden. Der damals 29-Jährige soll im Libanon an Kriegswaffen trainiert worden sein, er steht derzeit vor Gericht. Iranische Dienste sollen auch hinter den Hackern stehen, die Daten der Berliner Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) erbeuteten.

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