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Frühkindliche Bildung: Studie zu Kitaqualität: Fachkraftquote variiert nach Wohnort

2025-10-01
In politik Vom admin

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Der Anteil der Kitas, in denen viele pädagogisch qualifizierte Fachkräfte arbeiten, ist einer Studie zufolge in den meisten Bundesländern gesunken. Bei der Fachkraftquote – ein wesentlicher Faktor für die Qualität von Kitas – sind die Unterschiede unter den Bundesländern erheblich, wie aus dem „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Und auch innerhalb der einzelnen Länder variiert demnach die Fachkraftquote je nach Wohnort in Städten und Kreisen deutlich.

Analyse sieht Trend zu sinkendem Qualifikationsniveau

Weil Fachpersonal fehle und Kommunen unter Kostendruck seien, setzte sich insgesamt der Trend sinkender Fachkraftquoten fort. Immer mehr Personen aus anderen Berufsgruppen dürften pädagogische Aufgaben übernehmen. In fünf Bundesländern gab es zum Stichtag 1. März 2024 laut Analyse aber einen leichten Anstieg von Kitas mit hohem Fachkraftanteil, das größte Plus verzeichnete dabei Sachsen.

In allen Bundesländern werden inzwischen in unterschiedlichem Ausmaß auch Personen ohne fachliche einschlägige Qualifikation als Fachkräfte bezeichnet, wie die Stiftung kritisiert. Der Fachkraft-Begriff dürfe nicht aufgeweicht werden. Es zeichne sich eine Tendenz zur „De-Professionalisierung“ ab und damit zu einer „strukturellen Absenkung des Qualifikationsniveaus“. An dem Trend kam viel Kritik unter anderem von Gewerkschaftsseite. 

Ostdeutsche Länder vorn und Bayern hinten

Schaut man sich die Fachkraftquote an, so fällt der durchschnittliche Anteil von Fachkräften an allen pädagogisch Tätigen pro Kita besonders niedrig in Bayern aus – dort beträgt er lediglich 54,5 Prozent. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen gehört mit 74,1 Prozent zum Mittelfeld.

Besonders gut schneidet Thüringen ab – mit einem Fachkraftanteil von durchschnittlich 94,3 Prozent pro Kita-Team. In den ostdeutschen Ländern sieht es bei der Fachkraftquote mit 87 Prozent deutlich besser aus als im Westen mit einem Niveau von 69 Prozent.

Genauer Blick mit Hilfe von vier Kategorien

Aussagestark ist es nach Angaben der Studienautorinnen, wenn man in vier Kategorien unterteilt, angefangen mit einer schwachen Fachkraftquote von unter 50 Prozent. Die höchste Kategorie beträgt danach 82,5 Prozent und mehr pro Kita – das bedeutet also, dass unter allen pädagogisch Tätigen in einer Kita rechnerisch mindestens 82,5 Prozent einschlägig qualifizierte Fachkräfte sind. 

In Bayern müssen unter allen Bundesländern die meisten Kitas mit dem sehr geringen Fachkraftanteil von unter 50 Prozent auskommen – die Quote liegt dort bei 31,5 Prozent, das entspricht 2.997 Kitas.

Schaut man hingegen auf eine hohe Fachkraftquote von mindestens 82,5 Prozent, so ist Bayern Schlusslicht mit nur 3,6 Prozent der Kitas, die diesen guten Anteil erreichen, gefolgt von Hamburg mit 14,0 Prozent. Spitzenreiter sind Thüringen (89,7 Prozent), Sachsen (85,9) und Brandenburg (81,2).

Wer gilt als Fachkraft mit formaler pädagogischer Qualifikation? 

Einen einschlägigen Hochschul- oder Fachschulabschluss und damit die formale pädagogische Qualifikation haben laut Stiftung etwa Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Erzieherinnen, Erziehungswissenschaftler, Kindheitspädagogen oder auch Heilpädagogen und Heilerzieher. Der Zusammenhang zwischen Fachkraftquote und Kita-Qualität sei wissenschaftlich belegt. Je nach Bundesland fallen die Regelungen, wer ohne formale pädagogische Voraussetzung in einer Kita arbeiten darf, sehr unterschiedlich aus. 

Detaillierter Blick auf Kreise und Städte

Betrachtet man die Fachkraftquote noch detaillierter auf Ebene der 400 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland, so treten ebenfalls erhebliche Unterschiede zutage. Ein Beispiel: Eine hohe Fachkraftquote von 82,5 Prozent plus erreichen im bayerischen Landkreis Augsburg nur 2,3 Prozent der Kitas – letzter Platz bundesweit. Auf den deutschlandweit höchsten Anteil (94 Prozent der Kitas) kommt der thüringische Landkreis Sömmerda.

Kritik an ungleichen Bedingungen 

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprach von einer alarmierenden Entwicklung. Es brauche ein Kita-Bundesqualitätsgesetz mit verbindlichen Standards für Ausbildung und Fachkraft-Kind-Relation. Nur so könnten ein Mindestmaß an Qualität gesichert und regionale Unterschiede abgebaut werden. Zudem müsse massiv in Ausbildung und Nachqualifizierung investiert werden, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. 

Verdi kritisierte, dass die Kassenlage der Kommunen damit faktisch über den Einsatz qualifizierter Fachkräfte bestimme. Die Dienstleistungsgewerkschaft verlangte „eine auskömmliche und nachhaltige Finanzierung durch Bund und Länder ebenso wie eine Ausbildungsoffensive für Fachkräfte und die Einrichtung eines Fonds zum Ausbau von Kinder- und Jugendeinrichtungen.“

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek forderte ein sofortiges Umsteuern der Politik - „besonders im Hinblick auf den im nächsten Jahr anstehenden Start des Rechtsanspruchs auf Ganztagesbetreuung in Grundschulen, denn dann drohen weitere Fachkräfte das Kita-System zu verlassen“.

© dpa-infocom, dpa:250930-930-102720/2

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