Sechsmal war Boualem Sansal bereits zu Gast auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin. Bei der kommenden Ausgabe im September wird er dort ein weiteres Mal auftreten – und die Schirmherrschaft übernehmen. Das gab das Festival am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt.
Sansal wird zur Eröffnung am 3. September im Haus der Berliner Festspiele ein Grußwort sprechen. Zudem ist ihm eine eigene Veranstaltung gewidmet.
Der 1949 in einem Bergdorf der algerischen Provinz Oran geborene Autor ist studierter Maschinenbauingenieur und debütierte 1999 mit dem Kriminalroman „Der Schwur der Barbaren“ über die Nachwehen des Bürgerkriegs Anfang der Neunziger. Anschließend verlor er seinen Posten als Direktor im algerischen Industrieministerium.

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Immer wieder hat sich der auf Französisch schreibende Sansal mit der traumatischen Geschichte Algeriens auseinandergesetzt und gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen des Maghreb. 2011 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
Nachdem er im Westsahara-Konflikt Positionen Marokkos und auch Frankreichs vertreten hatte, war er im März 2025 in Dar El Beïda bei Algier zu fünf Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Das Gericht befand, er habe die „territoriale Integrität Algeriens“ mit seinen Aussagen gefährdet.
Im November 2025 wurde Sansal vom algerischen Präsidenten begnadigt und durfte nach Berlin ausreisen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte sich für den Schriftsteller eingesetzt. Vorherige Initiativen seitens des französischen Präsidenten Emmanuel Macron waren erfolglos geblieben. (Tsp)