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Nicki Minaj ist „der größte Fan des Präsidenten“: Diese US-Stars halten Donald Trump die Treue

2026-02-01
In leben Vom Inga Barthels

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Donald Trump hat ein Imageproblem. Das brutale Vorgehen der ICE-Agenten in Minneapolis und die Reaktion seiner Administration auf die Tötungen von Renée Good und Alex Pretti haben ihm zuletzt Kritik aus nahezu allen politischen Lagern eingebracht – selbst von sonst loyalen Parteifreunden, rechten Podcastern und der Waffenlobby.

Auch Hollywood scheint aus der Schockstarre erwacht zu sein. Zahlreiche Stars positionierten sich in den vergangenen Tagen öffentlich gegen Trump und die ICE-Behörde, in sozialen Medien ebenso wie beim Sundance Film Festival.

Ich würde sagen, dass ich wahrscheinlich der größte Fan des Präsidenten bin, und daran wird sich auch nichts ändern.

Die Rapperin Nicki Minaj in Washington

Nun aber ist Trump ein Coup gelungen: Nicki Minaj, eine der erfolgreichsten Rapperinnen der Welt, ist nach Washington, D.C. gereist, um an einer Präsidentschaftsveranstaltung teilzunehmen, und hält ihm damit demonstrativ die Treue.

„Ich würde sagen, dass ich wahrscheinlich der größte Fan des Präsidenten bin, und daran wird sich auch nichts ändern“, sagte Minaj, die auf dem Podium händehaltend mit Trump auftrat. „Und der Hass oder das, was die Leute sagen, beeinflusst mich überhaupt nicht. Es motiviert mich sogar, ihn noch mehr zu unterstützen.“ Die 43-Jährige nannte Trump einen „wunderbaren, liebenswürdigen, charmanten Präsidenten“.

Nicki Minaj und Donald Trump in Washington

© Getty Images via AFP/WIN MCNAMEE

Noch 2018 hörte sich das ganz anders an. Damals kritisierte die in Trinidad und Tobago geborene Künstlerin Trumps Migrationspolitik. Auf Instagram schilderte sie, wie sie mit fünf Jahren als illegale Einwanderin in die USA kam. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie schrecklich es sein muss, an einem fremden Ort zu sein und im Alter von fünf Jahren von meinen Eltern getrennt zu werden. Das macht mir große Angst“, so Nicki Minaj weiter. „Bitte hört damit auf.“

Die Rapperin hat offenbar einen radikalen Gesinnungswandel durchlaufen – und ist damit nicht allein. Gerade im Hip-Hop haben sich zahlreiche Stars Trump zugewandt. Kanye West gehörte 2018 zu den ersten prominenten Unterstützern, Snoop Dogg und Nelly traten bei Trumps zweiter Inauguration auf. Auch Lil Wayne und Kodak Black unterstützen den Präsidenten. Beide waren wegen Waffendelikten angeklagt und wurden von Trump am Ende seiner ersten Amtszeit begnadigt.

Begnadigungen von Rappern als Transaktion

Die Begnadigungen der Rapper sind ein guter Deal für Trump, öffnen sie ihm doch die Tür in Subkulturen, die ihm zuvor verschlossen waren. Etwa die der jungen, überwiegend afroamerikanischen Fans von NBA YoungBoy, einem 26 Jahre alten Underground-Star, der jüngst eine Tour mit 70 Millionen Dollar Umsatz abschloss. Möglich wurde sie, weil Trump ihm eine zweijährige Haftstrafe erließ. Der Rapper bedankte sich, indem er sein Album und seine Tour „MASA“ nannte – „Make America Slime Again“.

Für viele junge Rapper wirkt Trump-Unterstützung inzwischen wie eine Art Punk-Pose – gegen das Establishment, gegen Erwartungen einer älteren Generation an Rappern.

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Bei Nicki Minaj vollzog sich der politische Wandel über Jahre. Während der Pandemie äußerte sie sich impfkritisch, später teilte sie transfeindliche Posts der Trump-Regierung auf X.

Am 22. Dezember trat Minaj bei einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Organisation Turning Point USA auf, gemeinsam mit Erika Kirk, der Witwe des erschossenen Podcasters Charlie Kirk. Dort bekräftigte sie ihre konservativen und transfeindlichen Positionen.

„Ich habe größten Respekt und Bewunderung für unseren Präsidenten“, sagte sie auf der Bühne. „Ich weiß nicht, ob er das überhaupt weiß, aber er hat so vielen Menschen Hoffnung gegeben, dass es eine Chance gibt, die Bösen zu besiegen und zu gewinnen, und zwar mit hoch erhobenem Kopf und ungebrochener Integrität.“

Nicki Minaj neben dem US-Finanzminister Scott Bessent in Washington

© Getty Images via AFP/WIN MCNAMEE

Dass sich ein Star so offen für Trump ausspricht, wie Nicki Minaj, ist noch immer ungewöhnlich. Doch seit Trumps Wiederwahl hat sich in den USA eben auch ein kultureller Wandel vollzogen: Konservativ oder gar rechts zu sein, ist nicht mehr mit einem so großen Tabu belegt, auch in der Welt der Prominenten.

Ein konservativer Turn im Pop

Das gilt nicht nur für die Country-Szene, die traditionell eher konservativ ist. Country-Stars sind derzeit sehr ruhig, zum Verhalten der ICE-Agenten in Minneapolis und anderen Städten äußert sich kaum jemand. Eine Ausnahme ist Zach Bryan, der Anfang Januar einen Song veröffentlichte, in dem er ICE kritisiert – und damit nicht nur Begeisterung entfachte, sondern auch den Unmut vieler Country-Fans auf sich zog.

Auch im Pop ist eine konservative Wende zu verzeichnen. Religiöse Songs zählten zu den größten Hits des Jahres in den USA, allen voran Alex Warrens „Ordinary“, ein Liebeslied, das sich auch als christliche Hymne interpretieren lässt und das monatelang Platz eins der US-Charts belegte.

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Die frühere „No Doubt“-Frontfrau Gwen Stefani, inzwischen mit Country-Star Blake Shelton verheiratet, lobt den rechten Podcaster Tucker Carlson und bewirbt die christliche Gebets-App Hallow, die Kritiker als „Anti-Abtreibungs-App“ bezeichnen.

Im traditionell liberalen Hollywood waren bislang meist ältere männliche Schauspieler diejenigen, deren konservative Ansichten sie zu Außenseitern machten – etwa die Männer, die Trump einst zu „Sonderbotschaftern für Hollywood“ ernennen wollte: Mel Gibson, Sylvester Stallone, Jon Voight.

Doch mit Sydney Sweeney trat im vergangenen Jahr ein junges, angesagtes, weibliches Gesicht hinzu. Sweeney, berühmt geworden mit „Euphoria“, ist eine der gefragtesten Schauspielerinnen ihrer Generation und eingetragene Republikanerin. Aufmerksamkeit erregte sie vergangenes Jahr mit einer Jeans-Werbung, die ihre „guten Gene“ betonte und die Trump auf seiner Social-Media-Plattform als „HEISSESTE Werbung“ lobte.

Sweeney möchte sich nicht zur konservativen Galionsfigur stilisieren lassen, meidet aber auch klare Distanzierungen. Dem Magazin „Cosmopolitan“ sagte sie am Donnerstag auf eine Frage nach ihrer Beschreibung als „MAGA Barbie“, dass sie nicht über Politik sprechen wolle und viel auf ihre Person projiziert werde. Gegen MAGA, Trump oder ICE ausgesprochen hat sie sich in dem Interview nicht.

Das brutale Vorgehen der ICE-Agenten in Minneapolis hat dem Projekt, Konservatismus auch in der Popkultur salonfähig zu machen, wohl zunächst einen Dämpfer verpasst und Gegenstimmen wieder lauter gemacht. Doch Nicki Minaj zeigt: Es gibt sie noch, die Stars, die hinter Donald Trump stehen. Und es werden tendenziell mehr.

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