In der Nacht zu Donnerstag haben Einsatzkräfte in Berlin-Kreuzberg Beschädigungen an der Zaunanlage des Görlitzer Parks festgestellt. Wie die Berliner Polizei mitteilte, bemerkten Beamtinnen und Beamte gegen 23 Uhr mehrere geöffnete Tore, die zuvor von einer Sicherheitsfirma verschlossen worden waren.
Beim Versuch, die Zugänge erneut zu sichern, entdeckten sie an zwei Schließzylindern Manipulationsspuren. Während eines der Schlösser wieder funktionsfähig gemacht werden konnte, ließ sich ein weiteres Tor nicht mehr ordnungsgemäß verschließen und wurde provisorisch mit einem Kettenschloss gesichert.

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Die weiteren Ermittlungen wegen Sachbeschädigung führt nach Polizeiangaben ein Fachkommissariat der Polizeidirektion.
Am Donnerstag hatten Aktivisten der Initiative „Görli 24/7“ Fotos verbreitet, wie die Tore am Görli leicht geöffnet werden können. Demnach sind acht der 16 Schließanlagen durch das Einstecken von mitgebrachten Türklingen zu öffnen. Ein Eingang kann mit einem Schlüssel geöffnet werden, den Aktivist:innen an Ostern nachgemacht verteilt hatten.
Der Görlitzer Park steht im Fokus der diesjährigen Proteste zum 1. Mai. Seit dem 1. März wird die Anlage von 22 bis 6 Uhr abgeschlossen und von einem Sicherheitsdienst mit Hunden bewacht. Der Berliner Senat hatte, unter Protesten des Bezirks und zahlreicher Anwohner, die Umzäunung durchgesetzt. Damit soll gegen die Drogen- und Gewaltproblematik vorgegangen werden.
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Zum Tag der Arbeit wurde ein Protestrave im Park angekündigt, auch die große 1.-Mai-Demonstration soll in diesem Jahr durch die Wiener Straße führen, direkt am „Görli“ vorbei. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat beschlossen, den Park vom 30. April bis zum 2. Mai nicht zu verschließen.
Zwar sollen die Tore in dieser Zeit geöffnet bleiben, allerdings hat die Polizei einen zweiten Sicherheitszaun aufgestellt. Dies bestätigte die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt dem Tagesspiegel auf Nachfrage. Das sei bei Großveranstaltungen so üblich. Bereits am Donnerstagabend werden zur Walpurgisnacht Tausende Personen im Görli erwartet.
Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gab an, von der erneuten Sicherung durch einen zweiten Zaun keine Kenntnis zu haben. Die Polizei bestätigte dem Tagesspiegel, dass ein kurzes Stück eines mobilen Zauns aufgestellt wurde, um den Görli-Zaun zu schützen.