Sie trugen schwarze T-Shirts und kamen gut gelaunt aus verschiedenen Gefängnissen: Drei Brüder aus dem Remmo-Clan und ein weiterer Mann stehen nach Fahrzeugbränden vor Haftanstalten vor dem Landgericht. Um vier Taten zwischen dem 16. März und dem 27. Juni 2024 geht es. 21 Autos und zwei Motorräder wurden zum Teil erheblich beschädigt. Der Auftrag für zumindest zwei der Taten kam aus einer Gefängniszelle.
Ein 28-Jähriger aus der deutsch-arabischen Großfamilie ließ nun seinen Anwalt ein Geständnis verlesen. Und von 50.000 Euro ist die Rede, die der Clan-Mann zur Wiedergutmachung des Schadens und im Rahmen einer möglichen Verständigung zahlen würde. Sein Mandant wolle „endlich reinen Tisch machen“ und wieder als ein freier Mann leben, hatte der Verteidiger bereits im Vorfeld angekündigt.
Es treffe zu, dass der 28-Jährige zwei Taten angestiftet habe, verlas der Anwalt. Im ersten Fall am 16. März 2024 sei es eine Reaktion auf das Verhalten eines Vollzugsbeamten gewesen – „ich habe es als provokativ empfunden“. Er verbüßte damals eine Strafe von fünfeinhalb Jahren.
Der Auftrag aus der Zelle ging laut Anklage an Oskar K., einen 23-jährigen Angeklagten. Zwei Taten gestand K. nun. Er habe sich damals in einer Phase befunden, „in der ich viel Scheiße gebaut habe“. Das alles wolle er nun hinter sich lassen. Derzeit ist K. wegen eines anderen Verfahrens in Haft.
Am 23. April 2024 ein nächster Brandanschlag. Zuvor hatte es wieder Ärger gegeben für den inhaftierten Remmo-Mann, es sei unter anderem eine E-Zigarette bei ihm sichergestellt worden. Gegen 22.18 Uhr attackierten laut Anklage K. und ein mitangeklagter Bruder (23) des 28-Jährigen neun Autos von JVA-Mitarbeitern.
Die Beweislage zu den beiden Taten vor der Haftanstalt in Großbeeren scheint gut zu sein. Es gibt Videoaufnahmen, die vermummte Männer zeigen – wie sie sich etwa eine Stunde vor dem ersten Anschlag am Fahrzeug des betroffenen Beamten zu schaffen machen.
Zu den weiteren angeklagten Bränden in der Nähe von Haftanstalten in Moabit und Spandau äußerten sich die Angeklagten nicht. K. wird in diesen Fällen Brandstiftung vorgeworfen, der dritte Remmo-Bruder, ein 24-Jähriger, soll zu einer Tat entweder angestiftet oder einen geplanten Anschlag nicht rechtzeitig angezeigt haben. Der Prozess geht am Montag weiter.