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ESC-Vorentscheid in Schweden: Schweden schickt Felicia mit Elektro-Hit: ESC-Fieber steigt

2026-03-09
In gesellschaft Vom admin

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Für die Schweden fast noch größer als der Eurovision Song Contest selbst: In einer fulminanten Auswahl-Show haben die Skandinavier am Samstag ihren ESC-Beitrag gekürt. Mit ihrem energiegeladenen Elektro-Track „My System“ setzte sich die Künstlerin Felicia im Finale des schwedischen Vorentscheids gegen elf andere Acts durch. Die 25-Jährige hatte schon im Vorfeld der Abstimmung bei Wettanbietern als haushohe Favoritin gegolten. Auch vor zwei Jahren war Felicia beim „Melodifestivalen“ angetreten, schaffte es mit ihrem Song damals aber nicht zum ESC. Jetzt darf sie für Schweden nach Wien fahren. 

Sauna-Hit ging in Schweden durch die Decke

2025 hatte das finnlandschwedische Comedytrio KAJ mit dem Sauna-Hit „Bara bada bastu“ für das skandinavische Land teilgenommen. In schwedischen Schulen, Kindergärten und auf der Tanzfläche lief das Lied anschließend monatelang in Dauerschleife. 

In kaum einem anderen Land wird die Auswahl des ESC-Vertreters so zelebriert wie in der Abba-Nation Schweden. Dort hatten die Zuschauer seit Ende Januar jeden Samstag in insgesamt fünf Shows für ihre Favoriten aus jeweils sechs Künstlern abgestimmt. Im Finale des „Melodifestivalen“ traten die beliebtesten Zwölf gegeneinander an.

Auch viele Verlierer-Songs werden in Schweden regelmäßig zu Hits. Zu Ohrwürmern gerieten in diesem Jahr etwa der Schlager „Rakt in i elden“ („Direkt ins Feuer“), vorgetragen von fünf älteren Männern in Feuerwehranzügen, und die trashig-bunte Popnummer „Copacabana Boy“. Ein Wiedersehen nach langer Zeit gab es mit der früheren Teenie-Band A-Teens, die in den 1990ern und frühen 2000ern mit Abba-Covern und eigenen Songs („Upside Down“) die Charts gestürmt hatte.

Österreich will beim ESC den Titel verteidigen

Gut zwei Monate vor dem Finale des europäischen Sänger-Wettbewerbs am 16. Mai stehen schon viele der 35 Teilnehmer fest. Schon am Freitag stellte France Télévisions seinen Beitrag „Regarde!“ der Sängerin Monroe vor. Am Donnerstag hatte zudem Israels Fernsehsender KAN trotz des aktuellen US-israelischen Kriegs gegen den Iran und die Gegenschläge seinen Teilnehmersong präsentiert. Der Sänger Noam Bettan nimmt demnach mit dem Lied „Michelle“ teil. 

Die Teilnahme Israels am ESC sorgt auch diesmal wieder für Diskussionen. Fünf Länder (Spanien, Irland, Island, die Niederlande und Slowenien) boykottieren den ESC als Reaktion auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen.

Gastgeber des Eurovision Song Contest ist in diesem Jahr Wien. Österreich hatte den Wettbewerb 2025 mit dem Countertenor JJ ins Land geholt. Die meisten Teilnehmer stehen schon fest. 

Österreich will den Titel mit dem viralen Dancefloor-Track „Tanzschein“ des jungen Künstlers COSMÓ verteidigen. Das Markenzeichen des Österreichers: ein geschminkter blauer Stern quer über dem rechten Auge. 

Für Deutschland tritt die Sängerin Sarah Engels mit der Pop-Nummer „Fire“ an. Hierzulande dürfte ihr der Promi-Faktor geholfen haben: Die 33-Jährige wurde einst durch die RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt. Wettanbieter räumen Engels allerdings wenig Chancen ein: Bei den Buchmachern liegt der Act auf einem der hinteren Plätze.

„Eins, Zwei, Drei“: Briten versuchen es mal mit Deutsch

Die ebenfalls beim ESC chronisch erfolglosen Briten versuchen es in diesem Jahr mit dem experimentellen Solo-Künstler Sam Battle alias Look Mum No Computer und einer Synth-Pop-Nummer mit deutschem Titel: „Eins, Zwei, Drei“. Originalität statt großer Ballade - so könnte man die Strategie des Briten wohl beschreiben, wenn er im Refrain „Pepperoni“ auf „Feeling Okey-Dokey“ reimt.

Zweifelhaft, ob das die europäischen Zuschauer überzeugt. Um einen Finalplatz muss Großbritannien sich aber keine Sorgen machen. Gemeinsam mit Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien gehören die Briten zu den „Big Five“ - den größten Geldgebern des Wettbewerbs, die automatisch ins Finale vorrücken.

Kommt der nächste nordische ESC-Sieg? 

Alle anderen Teilnehmer müssen sich Publikum und Jury in zwei Halbfinals stellen. Am Ende haben sie dann trotzdem die Nase vorn. Wettbüros sehen in diesem Jahr etwa Schwedens Nachbarn Finnland und Dänemark auf den vorderen Rängen. Für die Finnen gehen die Geigerin Linda Lampenius und der Popsänger Pete Parkkonen mit dem dramatischen-melancholischen Song „Liekinheitin“ („Flammenwerfer“) ins Rennen.

Dass die Finnen in ihrer Muttersprache performen, haben sie mit dem dänischen ESC-Kandidaten gemeinsam. Søren Torpegaard Lund singt in „Før vi går hjem“ („Bevor wir nach Hause gehen“) von einer rauschenden Partynacht. Ob eins der beiden Länder am Ende den ESC-Sieg einfährt? Abwarten. Die Schweden dürften da jedenfalls auch noch ein Wörtchen mitreden wollen.

© dpa-infocom, dpa:260308-930-785044/2

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