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Filmschauspielerin des Jahres?: Was man über Shootingstar Jessie Buckley wissen sollte

2026-02-01
In gesellschaft Vom admin

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Mit dem roten Teppich und Oscar-Rummel ist Jessie Buckley eigentlich seit Jahren vertraut. Das, was die schon 2022 nominierte irische Schauspielerin aber in diesen Tagen erlebt, dürfte für sie völlig neu sein. Mit ihrer Performance im Drama „Hamnet“ an der Seite von Paul Mescal begeistert die 36-Jährige weltweit Filmfans und Kritiker gleichermaßen - und wird entsprechend als haushohe Oscar-Favoritin 2026 gefeiert.Buckley mimt in dem Film die Ehefrau von William Shakespeare, die den Tod ihres Sohnes Hamnet verarbeiten muss. Ganze Kinosäle soll sie mit ihrer bahnbrechenden Performance schon zum Weinen gebracht haben und avancierte damit zum Shootingstar. In dem an „Frankenstein“ angelegten Film „The Bride! - Es lebe die Braut“, der im März in den Kinos anläuft, spielt Buckley zudem die nächste große Hauptrolle - und das an der Seite von Topstars wie Christian Bale und Penélope Cruz.Kürzlich wurde Buckley für ihre Leistung in „Hamnet“ mit ihrem ersten Golden Globe ausgezeichnet - und ist damit auch auf Oscar-Kurs. Dabei ist sie schon seit Jahren in beeindruckenden Rollen auf der Kinoleinwand zu sehen.

Was man über Jessie Buckley wissen sollte:

Aufgewachsen mit fünf Geschwistern

Geboren wurde die Oscar-Nominierte als älteste von fünf Geschwistern in Killarney, einer kleinen, idyllischen Stadt im Südwesten Irlands. Buckley besuchte eine Klosterschule für Mädchen, bevor sie später einen Platz an der renommierten Royal Academy of Dramatic Art (RADA) in London ergatterte, zu deren Absolventen etwa auch Anthony Hopkins gehört.

Heute lebt die 36-Jährige mehreren Medienberichten zufolge mit ihrem Mann, einem Mitarbeiter des britischen Gesundheitsdienstes NHS, in der Grafschaft Norfolk im Osten Englands. Im vergangenen Jahr bekam sie ihr erstes Kind. 

Karrierestart bei einer Talentshow

Oft sind es kleine Theaterbühnen, auf denen spätere Topstars ihre ersten Schritte machen. Jessie Buckleys Karriereweg gestaltete sich ein wenig anders: 2008 nahm die damals noch Jugendliche an der BBC-Talentshow „I'd Do Anything“ teil, in der eine Schauspielerin für die Rolle der Nancy in einer West-End-Produktion von „Oliver!“ gesucht wurde. Für einen Sieg reichte es damals nicht, Buckley ging als Zweitplatzierte nach Hause.

Schöne Erinnerungen an diese Erfahrung hat die Irin allerdings nicht. In einem Interview mit der britischen „Vogue“ berichtet Buckley von Sexismus und Bodyshaming. Damals sei sie zudem „nicht ganz gesund“ und „depressiv“ gewesen, erinnert sie sich. „Ich schaue darauf zurück und denke: "Gott, du bist so mutig." Ich weiß nicht, ob ich heute noch diesen Mut hätte. Und ich weiß nicht, ob das so etwas wie Unschuld oder Ignoranz war.“

Nicht die erste Oscar-Nominierung

Die in England lebende Irin mag zwar erst jetzt in aller Munde sein, eingefleischte Filmfans können darüber aber wohl nur müde lächeln. Immerhin konnte sich Buckley bereits 2022 für ihre Performance in „The Lost Daughter“ an der Seite von Olivia Colman eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin sichern. Damals ging sie leer aus.

Nun, drei Jahre später, gilt Buckley als Oscar-Favoritin, sogar in der Sparte „Beste Hauptdarstellerin“. Dabei trifft sie unter anderem mit der zweifachen Oscar-Preisträgerin Emma Stone (für „Bugonia“ nominiert) und Kate Hudson („Song Sung Blue“) auf ordentliche Konkurrenz.

Nachwuchs dank „Hamnet“?

„Hamnet“ wird Jessie Buckley künftig vermutlich nicht nur wegen ihres Erfolgs in Erinnerung behalten. Der „Vogue“ erzählte sie zuletzt, wie ihre Rolle als Agnes dazu beitrug, dass sie erstmals Mutter wurde. Die Verkörperung einer von Trauer zerfressenen Frau, die ein Kind verloren hat, habe in ihr ein „tiefes Bedürfnis“ geweckt, ihr eigenes Kind zu „finden“, erzählte sie.

Lange vor Beginn der Dreharbeiten habe sie sich zudem eine Bauchprothese ausgeliehen. Damit sei sie dann zu Hause rumspaziert, nur um „das Gewicht zu spüren“. „Meine Frau ist verrückt“, habe ihr Ehemann gesagt. Im September 2024 wurden die Dreharbeiten zu „Hamnet“ abgeschlossen - wenige Tage später erfuhr sie der „Vogue“ zufolge von ihrer Schwangerschaft.

Radikale Emotionen als Stärke

Die 36-Jährige scheint Filmkritiker und Zuschauer vor allem mit einer Sache in den Bann zu ziehen: Ihre Gabe, Emotionen nah, echt und teils für Zuschauer kaum aushaltbar darzustellen. Spätestens seit Buckley den Golden Globe für „Hamnet“ gewann, überschlägt sich die Presse mit Lobeshymnen.

„Jeder Moment, den sie spielt, wirkt absolut authentisch“, schreibt etwa der „Telegraph“. Noch jahrelang werde man über die Leistung von Buckley sprechen, ist sich das Magazin „Rolling Stone“ sicher. „Die emotionale Kraft des Films“ werde von der Irin getragen, heißt es im „Guardian“. Bei einer Pressevorführung in New York soll ein Sicherheitsmitarbeiter nach Angaben der „Vogue“ kurzerhand Taschentücher gekauft haben, um das schluchzende Publikum zu versorgen.

Ähnlich schmeichelndes Lob dürfte Buckley allerdings schon vor Jahren zu hören bekommen haben: Der britische Schauspieler Ben Whishaw („Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“), der etwa mit Buckley in „Fargo“ zu sehen war, sprach zuletzt von einer Faszination, die von ihr am Filmset ausgehe. „Es war, als würde man ein Tier in seinem natürlichen Lebensraum beobachten“, erzählte er dem „Guardian“. Buckley folge stets einem „natürlichen Instinkt“, den sie manchmal selbst kaum verstehe - stehe ihr etwas im Weg, könne sie aber „auch mal zubeißen“.

© dpa-infocom, dpa:260131-930-622928/3

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