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Promi-Geburtstag: „Sweet Caroline“: US-Sänger Neil Diamond wird 85

2026-01-25
In gesellschaft Vom admin

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Dieser Tage tritt Neil Diamond nur noch als Überraschungsgast auf. So wie jüngst bei einer Veranstaltung in Denver, wo der Sänger und Songwriter mit einem Preis für sein soziales Engagement ausgezeichnet wurde und seinen Superhit „Sweet Caroline“ sang. „Ich bin jetzt durch alles durch und komme trotzdem immer nochmal wieder“, sagte Diamond, der heute 85 Jahre alt wird, US-Medienberichten zufolge. „Ich erinnere mich noch daran, wie ich als 15-Jähriger in Brooklyn von einem Tag wie diesem geträumt habe.“ 

Zuvor hatte Diamond auch schon das Publikum eines Broadway-Musicals über sein Leben mit einem Ständchen überrascht. Eigentlich aber hat sich der Musiker mit den mehr als 100 Millionen verkauften Alben und zahlreichen Auszeichnungen wegen einer Parkinson-Erkrankung seit einigen Jahren von öffentlichen Auftritten weitgehend zurückgezogen - nachdem er rund ein halbes Jahrhundert lang fast ununterbrochen über die Bühnen der Welt getourt war. „Mit großem Widerwillen und Enttäuschung kündige ich an, dass ich keine Konzerte mehr geben werde“, hatte Diamond Anfang 2018 mitgeteilt.

„Ich bin besser darin, Dinge zu fühlen, als sie zu verstehen“

Die Musik hat Diamond reich und weltberühmt gemacht - dabei war das Singen für ihn eigentlich eher eine Notlösung. „Ich bin nicht so schlau“, sagte er einmal dem britischen „Telegraph“. „Wenn ich schlau wäre, hätte ich Medizin studiert, wäre jetzt Biologe und hätte ein Heilmittel für Krebs entdeckt.“

Stattdessen begann er schon als Teenager, Songs zu schreiben. „Ich bin besser darin, Dinge zu fühlen, als sie zu verstehen. Weisheit kommt nur nach Jahren des Nachdenkens. Und wenn ich ein bisschen Weisheit habe, dann mache ich einen Song daraus.“ 

Superhits wie „Red Red Wine“ und „Sweet Caroline“

So entstanden über die Jahre zahlreiche Klassiker - neben „Sweet Caroline“ beispielsweise auch noch „Cracklin' Rosie“, „You Don't Bring Me Flowers“ und „Red Red Wine“. Der Superhit „Sweet Caroline“ habe er beispielsweise einst in den 60er Jahren in einem Hotel in Memphis geschrieben, erzählte der Musiker einmal in einem Interview. „Es hat nicht lange gedauert, es war nur eine Frage von Minuten, zum Herzen des Songs zu gelangen“. 

Ein richtiger Genuss war der Job für den Musiker aber wohl nicht. „Man würde denken, dass mir das Schreiben nach all diesen Jahren leicht und schnell von der Hand gehen würde, aber so scheint es einfach nicht zu sein. Es ist harte Arbeit und es wird nicht einfacher. Ich hasse es. Aber ich mache es jetzt schon eine ganze Weile, und ich finde einfach keine andere Möglichkeit, Geld zu verdienen.“

Mit Barbra Streisand im Schul-Chor

Der 1941 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborene Neil Leslie Diamond, der zum dritten Mal verheiratet ist und vier Kinder hat, stammt aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater hatte einen kleinen Laden. Diamond ging auf die Erasmus Hall High School, wo er mit Schulkameradin Barbra Streisand im Chor sang. Mit einem Fecht-Stipendium ging er aufs College, brach das aber ab, als er seinen ersten Job als Songschreiber bekam.

Für den New Yorker Brill Verlag arbeitete er in einem winzigen Büro am Broadway, das hauptsächlich aus Schreibtisch, Klavier und Münzfernsprecher bestand. Die 35 Dollar Wochenhonorar, die er anfangs bekam, waren gut investiert: Für Cliff Richard komponierte er Hits wie „Just Another Guy“ und „I'll Come Running“, für Deep Purple „Kentucky Woman“, für die Monkees „I'm A Believer“.

Musik-Karriere dem Baseball zu verdanken

Nach dem ersten eigenen Plattenvertrag 1966 reihte sich ein Hit an den nächsten: „Solitary Man“ (1966), „Girl You'll Be A Woman Soon“ (1967) und „Red Red Wine“ (1968). Bald zählte Diamond zu den bestverdienenden Show-Stars der Welt. Mit seinem Album „Hot August Night“, einem Live-Mitschnitt eines Konzerts in Los Angeles, konnte er sich 1972 sogar gut anderthalb Jahre in der US-Hitparade halten.

Die Musik-Karriere habe er eigentlich dem Baseball zu verdanken, erzählte Diamond einmal dem britischen „Guardian“. Als Teenager sei er großer Fan der Brooklyn Dodgers gewesen, aber dann sei das Team nach Kalifornien umgezogen.

„Mein Herz war zerbrochen, und ich fiel in eine Teenager-Depression. Meine Eltern waren so besorgt, dass sie wussten, sie mussten irgendwas tun, um mir aus meinem Loch zu helfen. Sie haben mir meine erste Gitarre gekauft, für zehn Dollar, die sie über zehn Wochen mit je einem Dollar abbezahlt haben. Ich habe die Gitarre in die Hand genommen und mein Leben war für immer verändert. Wie gut, dass die Dodgers Brooklyn verlassen und mein Herz gebrochen haben, denn sonst hätte ich vielleicht nie eine Gitarre angefasst.“

© dpa-infocom, dpa:260124-930-589916/1

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