Wednesday, Mar 18, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite gesellschaft Keine neuen Unterkünfte...

Keine neuen Unterkünfte für Geflüchtete?: Diese Entscheidung kostet Berlin Millionen – und ist schlecht für die Integration

2025-12-17
In gesellschaft Vom Anna Thewalt

ÄHNLICHE ARTIKEL

Alle Gewinner der Oscar-Nacht: „One Battle After Another“ bekommt den Preis für den besten Film

Die besten Momente der Oscars 2026: Historische Siegerinnen, ein Leo-Meme und Witze über die Trumps

Niemand kann in die Glaskugel blicken. Wie viele Geflüchtete werden in den kommenden Wochen und Monaten nach Berlin kommen, wie viele werden bleiben – und wie viele davon benötigen eine Unterkunft? Keiner kann es wissen, deswegen ist die Planung für die Unterbringung geflüchteter Menschen eine große Herausforderung für die Verwaltung: Sie muss etwas planen, das nur schwer planbar ist. Und doch zeichnen sich dabei absehbare Fehler ab.

Der Berliner Senat hatte sich 2023 auf den Weg gemacht, aus dem ständigen Krisenmodus herauszukommen. Stattdessen sollte es eine langfristige Planung für die Schaffung neuer Unterkünfte geben – in enger Abstimmung mit den Bezirken. Alle Beteiligten sollten einbezogen werden.

Der Newsletter über Ostdeutschland

Gibt es sie wirklich, die „ostdeutsche Seele“? Der Newsletter „Im Osten“ will es herausfinden – mit exklusiven Reportagen, tiefgehenden Analysen und spannenden Interviews.

Ich bin damit einverstanden, dass mir per E-Mail interessante Angebote des Tagesspiegels unterbreitet werden. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.

Deswegen wurde die Senats-Taskforce mit allen mit dem Thema befassten Senatorinnen und Senatoren gegründet. Deswegen wurde das Thema in der Senatssitzung und im Rat der Bürgermeister zum ständigen Besprechungspunkt erklärt. Deswegen wurde auch Berlins bewährter Krisenmanager Albrecht Broemme gerufen, um in den schwierigen Gesprächen zwischen Bezirken und Senat zu verhandeln.

Im März 2024 beschloss der Senat, 16 dezentrale Container-Standorte in verschiedenen Bezirken zu bauen. Anderthalb Jahre später ist von dem Ziel, in dieser Frage Handlungsfähigkeit und Einigkeit zu beweisen, nicht mehr viel übrig.

Zwar beschloss die Koalition aus CDU und SPD kürzlich gemeinsam, den Bau der neuen Container-Unterkünfte nicht weiterzuverfolgen. Doch im Hintergrund geht der Streit darüber weiter, wie der denkbar vage formulierte Beschluss auszulegen sei.

Während der Bau neuer, kleinerer Unterkünfte abgesagt wurde, werden die teuersten Unterkünfte weiter genutzt und ausgebaut: die Notunterkünfte an den ehemaligen Flughäfen in Tegel und Tempelhof. Auch Hotels und Hostels werden weiter angemietet. Sie sind meist doppelt so teuer wie reguläre Unterkünfte.

Widerstand gegen zahlreiche neue Standorte in der CDU

Das ist nicht nur eine finanzielle Belastung für die angespannte Berliner Haushaltslage. Es ist auch schlecht für die geflüchteten Menschen und ihre Integration. In Großunterkünften, teils fernab von einer Nachbarschaft wie in Tegel, können Bewohner kaum in Kontakt mit dem sozialen Leben in Berlin kommen.

Die Sozialdemokraten machen für die kürzlich getroffene Entscheidung die CDU verantwortlich. Richtig ist, dass es innerhalb der CDU-Fraktion erheblichen Widerstand gegen zahlreiche Standorte für neue Unterkünfte gab. Die Abgeordneten wollen keine Unterkünfte in ihren Wahlkreisen, sie fürchten den Widerstand und Ärger der Anwohnerschaft.

Und sie fürchten um ihre Wählerstimmen. Manch eine Bürgerinitiative gegen die Unterkünfte drohte auch wenig subtil damit, dass die AfD in der Nachbarschaft deutlich zulegen würde, sollte eine neue Unterkunft für Geflüchtete kommen.

War die SPD-geführte Sozialverwaltung transparent genug?

Statt Vorteile dezentraler Unterkünfte zu erklären – sie kosten die Allgemeinheit weniger und sind besser für die Integration – geben die Abgeordneten lieber Mittel frei, um teure Notunterkünfte zu finanzieren, möglichst weit weg von ihren Kiezen.

Aus der CDU wiederum heißt es, die SPD-geführte Sozialverwaltung habe nicht gut genug kenntlich gemacht, warum sie wann welche Unterkunft benötige. In der Tat darf die Frage gestellt werden, ob die Sozialverwaltung ihre Prognosen und Planungen transparent genug mit dem Koalitionspartner geteilt hat.

Von diesen Partei-Querelen unberührt verrät der Blick in die Zahlen: Die Unterbringung wird eine Herausforderung bleiben, auch wenn die Anzahl neu ankommender Geflüchteter geringer wird. Rund 38.000 Menschen leben in Unterkünften des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF).

Etwa 13.500 von ihnen, also über ein Drittel, dürften längst – weil ein Aufenthaltstitel vorliegt – eine eigene Wohnung beziehen. Doch weil die Betroffenen keinen bezahlbaren Wohnraum finden, bleiben sie weiter in den Unterkünften. Deswegen benötigt Berlin weiterhin neue Plätze, auch wenn die Ankunftszahlen zurückgehen.

Für Berlin ist es schlecht, dass der Senat das Thema im Wahljahr 2026 offenbar nicht anfassen will. Die Chance auf eine gesamtstädtische, mit den Bezirken abgestimmte Planung wurde vertan. Das geht auf Kosten des Landeshaushalts – und einer besseren Integration der Betroffenen.

Berliner Senat CDU SPD auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

2026-03-17

Auf einem Bild aus der Kindheit legt die Tochter die Arme um den Hals der Mutter, die Ältere auf dem...

„Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

„Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

2026-03-17

Um den rumänischen Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest ist eine Debatte entbrannt. ...

Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

2026-03-17

Wo Egidio Marzona war, war auch die Kunst. Schwer vorstellbar, ein Gespräch mit ihm zu führen, ohne ...

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

2026-03-17

Nach mehreren Fahrzeugbränden vor Gefängnissen kommen vier Männer heute (9.30 Uhr) vor das Landgeric...

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

2026-03-17

Gut zwei Monate nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition in Brandenburg wollen SPD und CDU ihr neues Bün...

Nächster Beitrag
Solarausbau: Neue Regeln: Berlin will Solarenergie weiter ausbauen

Solarausbau: Neue Regeln: Berlin will Solarenergie weiter ausbauen

EMPFOHLEN

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

2026-03-17
Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

2026-03-17

MEISTGESEHEN

  • Cyberangriffe: Berlin wappnet sich gegen Cyberattacken bei der Wahl

    Cyberangriffe: Berlin wappnet sich gegen Cyberattacken bei der Wahl

  • Havelstadt Brandenburg: Bürgermeister: Statt Internet mehr Orte der Begegnung nötig

  • Wetter: Wann die Sonne wieder herauskommt

  • Vorteil für Migranten bei Behördenjobs : Berlins Justizsenatorin hält Quote und Bevorzugung per Gesetz für verfassungswidrig

  • Verkehr: Wegner: „Berlin autofrei“ überschreitet eine Grenze

  • Großbrand im Märkischen Viertel in Berlin: Ehemalige Kindertagesstätte in Flammen – Feuerwehrmann verletzt

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.