Sunday, May 03, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite gesellschaft Plastikmüll im Asphalt:...

Plastikmüll im Asphalt: Berliner Start-up will den Straßenbau revolutionieren

2025-11-25
In gesellschaft Vom admin

ÄHNLICHE ARTIKEL

Eingerostete Gelenke, morgendliche Anlaufschmerzen: Die große Mehrheit der Älteren leidet darunter

Spiel über Fritz Bauer: Deutscher Computerspielpreis geht nach Berlin

Es gibt einen Beitrag zur Verkehrswende in dieser Stadt, der zumindest keinen Streit mehr auslöst. Keiner glüht mehr, keiner schimpft mehr, den meisten Menschen fällt er wahrscheinlich nicht mal auf. Denn, mal ehrlich, wer schaut sich den Belag, auf dem er läuft oder fährt, schon genau an? Der Beitrag ist eine Straße, 100 Meter kurz, die unscheinbar zum Euref-Campus in Berlin-Schöneberg führt. Der Asphalt sieht aus, wie jeder andere – vielleicht etwas frischer, nicht ganz so abgenutzt. Und doch, eine Kleinigkeit ist anders: Der oberste Belag besteht zu einem Teil aus Plastikmüll.

Tagesspiegel Checkpoint: Berlins beliebtester Newsletter

Der schnellste Berlin-Überblick von Montag bis Samstag.

Ich bin damit einverstanden, dass mir per E-Mail interessante Angebote des Tagesspiegels unterbreitet werden. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.

Die Idee kommt von Jonas Varga. Der 30-Jährige ist Gründer und Geschäftsführer der Ecopals GmbH. In der vergangenen Woche stellte er sein Projekt bei der Neustart-Konferenz im Gasometer in Schöneberg vor, einer gemeinsamen Initiative von Tagesspiegel, „Berliner Morgenpost“, Radioeins und Euref-Campus. 70 Einzelpersonen, Projekte, Vereine und Unternehmen waren einem Aufruf gefolgt, Überlegungen für ein besseres Berlin einzureichen.

Das neue Verfahren soll Kohlendioxid-Emissionen reduzieren

Eine Voraussetzung allerdings war, dass sie nachhaltig sein müssen, relevante Themen angehen und eine realistische Chance auf eine Umsetzung haben. Eine Jury aus Experten sah das im Vorhaben von Varga und seiner Firma Ecopals gegeben. Er selbst spricht von einer „unterstützenden Maßnahme bei einer gesamten Transformation der Stadt.“

Jonas Varga, Geschäftsführer der Firma Ecopals, bei seinem Auftritt bei der Neustart-Konferenz.

© Jörg Carstensen/FUNKE Foto Services

Um seinen Ansatz zu verstehen, muss man wissen, wie sich Asphalt für eine Straße zusammensetzt. Der besteht zu 95 Prozent aus Gestein in verschiedenen Formen. Kann Sand enthalten, auch Kiesel. Zusammengehalten wird die Masse von einer Art Kleber, der sich Bitumen nennt und aus Restprodukten der Erdölraffinerien stammt. Für die oberste Schicht wird der Kleber mit Polymeren modifiziert, damit der Asphalt lange dem Verkehr standhält, sich etwa bei Hitze keine Spurrillen bilden oder bei Kälte Risse im Asphalt entstehen.

Herkömmliche Polymere werden Varga zufolge unter hohem Energiebedarf hergestellt und durch die Welt gefahren. Die Ecopals GmbH hingegen setzt da auf den Plastikmüll. Das soll die Herstellungskosten drücken, den Straßenbau unabhängiger von globalen Lieferketten machen und die CO2-Emissionen um bis zu 20 Prozent reduzieren, so Varga.

Die Konferenz „Neustart Berlin“

Wie geht es weiter mit der Hauptstadt? Darüber haben sich Erfinder, Talente und Visionäre der Stadt Gedanken gemacht. Um die Macher mit den Entscheidern der Stadt zusammenzubringen, haben sich der Tagesspiegel, die „Berliner Morgenpost“, der EUREF-Campus und Radioeins vom RBB in der einmaligen Kooperation „Neustart Berlin“ zusammengetan.

Eine Jury aus Fachredakteurinnen und -redakteuren der beteiligten Medien sowie dem EUREF-Campus hat aus 70 eingereichten Konzepten zu den Themen Stadtentwicklung und -gestaltung, Verkehr, Umwelt, Kultur und gesellschaftlicher Zusammenhalt die aus ihrer Sicht vielversprechendsten ausgewählt.

Neun dieser Vorschläge wurden am vergangenen Freitag im Schöneberger Gasometer auf dem EUREF-Campus präsentiert, sieben weitere sind dort in einer Ausstellung zu sehen. Auf Youtube können Sie die Konferenz „Neustart Berlin“ anschauen.

Angefangen hat alles in Nepal. „Während meiner Zeit in der Universität habe ich bei einer NGO gearbeitet, die in Nepal Projekte umsetzt“, erzählt Varga. „Wir haben nach Technologien gesucht, um das Plastikmüllproblem vor Ort zu lösen.“ Eine „rudimentäre Idee“ sei die Wiederverwendung von Plastikmüll in Straßen gewesen. Heute, sagt er, würde er Plastikmüll auch nicht mehr so bezeichnen. Er spricht von „recyceltem Rohstoff“. Allerdings stellte er fest, dass er als Ökonom mehr Expertise benötigte. „Ich bin auf das Fraunhofer-Institut gestoßen, das in dem Bereich forscht“, sagt Varga.

Firmenchef Jonas Varga will die Technologie „breit ausrollen“

Im Rahmen eines Forschungsprojekts am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie in Pfinztal entwickelte Jonas Varga zusammen mit Mitstreitern den Asphaltbelag Ecoflakes. „Das Programm ist darauf ausgelegt, dass man gründet“, sagt Varga weiter. Später konnten sie Investoren von ihrer Technologie überzeugen – und entschieden sich im Jahr 2021, die Ecopals GmbH zu gründen. Inzwischen ist die Liste der Gesellschafter lang, über 25 Unternehmen und Privatpersonen beteiligen sich an der GmbH, darunter Varga selbst mit einer Beteiligungs-UG und auch der High-Tech-Gründerfonds.

Umgesetzt hat Ecopals derzeit in Projekte in Deutschland, aber auch in sieben weiteren Ländern. Den Durchbruch aber hat das junge Unternehmen noch nicht erreicht. „Wir investieren viel ins Wachstum“, sagt Varga. „Aktuell wollen wir noch gar nicht profitabel sein, sondern die Technologie breit ausrollen.“

In Berlin gestaltete sich das bislang aber als schwierig. Bis das 100-Meter-Stück, die Torgauer Straße zum Euref-Campus, verlegt wurde, ging das Projekt durch viele Abstimmungsprozesse mit den Behörden. Zwischendurch drohte es sogar zu scheitern, da das zuständige Straßen- und Grünflächenamt keine Genehmigung für das Material erteilte. Der Bezirk verwies damals auf das Regelwerk für den Straßenbau im Land Berlin. Der sehe keinen Plastikabfall im Material vor.

Der Streit zog sich über ein halbes Jahr. Das Unternehmen erbrachte Nachweise über die Nutzung. Letztlich gab es im Sommer 2024 die Genehmigung für die einmalige Anwendung. Nun hofft Jonas Varga auf mehr Mut in Berlin. „Wir machen nicht besonders viel anders.“ Man müsse solche Schritte einfach mal zulassen, meint er.

Tempelhof-Schöneberg auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Die Komödie „Gavagai“ im Kino: Ist das gut gemeint oder schon Rassismus?

Die Komödie „Gavagai“ im Kino: Ist das gut gemeint oder schon Rassismus?

2026-05-01

Den Vorwurf der Bürgerlichkeit will Maja nicht auf sich sitzen lassen. Schauspiel und Theater sind z...

Konservative Zuschauer im Blick: Amazon denkt angeblich über Neustart der Trump-Show „The Apprentice“ nach

Konservative Zuschauer im Blick: Amazon denkt angeblich über Neustart der Trump-Show „The Apprentice“ nach

2026-05-01

Kommt Donald Trumps alte Erfolgsshow zurück? Der US-Konzern Amazon prüft laut Medienberichten einen ...

Tori Amos, Pigeon, Maya Hawke, The Black Keys: Die Alben der Woche im Soundcheck

Tori Amos, Pigeon, Maya Hawke, The Black Keys: Die Alben der Woche im Soundcheck

2026-05-01

Jeden Freitag stellen vier Popmusikjournalistinnen und -journalisten ab 21 Uhr ihre Alben der Woche ...

Zum Tod von Georg Baselitz: Der letzte große Expressionist

Zum Tod von Georg Baselitz: Der letzte große Expressionist

2026-05-01

Einfach eklig, diese Füße. Übergroß nehmen sie jeder eine ganze Leinwand ein: nackte, aufgeschwollen...

Mit 88 Jahren: Maler und Bildhauer Georg Baselitz gestorben

Mit 88 Jahren: Maler und Bildhauer Georg Baselitz gestorben

2026-05-01

Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren, wie seine Galerie u...

Nächster Beitrag
Drei Linien und Hunderttausende Fahrgäste betroffen: Berliner U-Bahnhof Nollendorfplatz wird monatelang gesperrt

Drei Linien und Hunderttausende Fahrgäste betroffen: Berliner U-Bahnhof Nollendorfplatz wird monatelang gesperrt

EMPFOHLEN

Mordaufrufe gegen Juden in Prenzlauer Berg: Bündnis ruft zu Mahnwache auf – Kinder bemalen Gehweg mit Herzen

Mordaufrufe gegen Juden in Prenzlauer Berg: Bündnis ruft zu Mahnwache auf – Kinder bemalen Gehweg mit Herzen

2026-05-01
Johannes Oerding, Entertainer für alle Fälle: Für diese Konzerte in Berlin gibt es noch Karten

Johannes Oerding, Entertainer für alle Fälle: Für diese Konzerte in Berlin gibt es noch Karten

2026-05-01

MEISTGESEHEN

  • Anklage in Berlin-Mitte: Pflegekraft soll Stationsleitung im Krankenhaus vergiftet haben

    Anklage in Berlin-Mitte: Pflegekraft soll Stationsleitung im Krankenhaus vergiftet haben

  • Literatur-Battle: Neuer Kultursenator Evers hält es mit Schiller

  • Löhne in Berlin und Brandenburg: Mehr Geld im Portemonnaie, aber nicht in allen Branchen

  • Prozesse: Chef vergiftet? Anklage gegen Pflegerin erhoben

  • Im Stadtgrün: Auffällige Raupennester in Sträuchern - keine Gefahr

  • Wahlkampf in Berlin: Vier Schnecken rennen auf das Rote Rathaus zu

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.