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„Manchmal muss man ein Raubtier sein“ : Gefängnisdrama „Haps“ feiert Premiere in Berlin

2025-03-01
In gesellschaft Vom admin

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Arme über Kreuz und Fäuste ballen. So inszenierte sich der Hamburger Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Ekrem Engizek mit seinen Darstellern auf dem roten Teppich bei der Premiere des neuen Gefängnisdramas „Haps – Crime doesn’t pay“.

Am Donnerstagabend feierte der Film seine Weltpremiere im Cinestar Berlin-Cubix am Alexanderplatz. Dort versammelten sich nicht nur die Hauptdarsteller auf dem roten Teppich, sondern auch zahlreiche prominente Gäste aus der Hip-Hop- und Rapszene. Unter ihnen waren Kollegah, Gringo, Silva und Amir „Asche“ Aschenberg, der nicht nur eine Hauptrolle in dem Film spielt, sondern mit „Willkommen im Haps“ („Haps“ ist Arabisch für Gefängnis) auch den offiziellen Soundtrack zum Film beisteuerte – ein musikalisches Comeback für den Rapper. Für die Promi-Gäste wurden alkoholfreie Versionen von Cuba Libre, Aperol Spritz und Gin Tonic serviert.

Die Premiere von „HAPS-Crime doesn’t pay“ war so voll, dass einige Gäste in den hinteren Bereich und auf die Treppen rücken mussten.

© Özben Önal

Jedes Opfer wird irgendwann zum Täter

Zum Film: Der vermeintlich unschuldige Alexander Rothstein, gespielt von dem Berliner Constantin von Jascheroff, kommt wegen eines Drogendeals hinter Gitter – gemeinsam in eine Zelle mit dem unberechenbaren Khalil (Kais Setti) und dem gewalttätigen Viktor (Amir „Asche“ Aschenberg). Um seine schwangere Freundin (Xenia Georgia Assenza) unterstützen zu können, braucht Rothstein dringend Geld. Und verbündet sich dazu mit dem kurdischen Gangsterboss Mazlum (Cem Öztabakci), während er versucht, den brutalen Gefängnisalltag zu überleben. Durch die Handlung zieht sich immer wieder die Frage: Täter oder Opfer?

In welchem Gefängnis die Geschichte spielt, wird im Film nicht gesagt. Der Schauspieler Cem Öztabakci verrät dem Tagesspiegel aber, dass die Dreharbeiten in einem alten Gefängnis in Treptow-Köpenick stattfanden – ohne Heizungen. „Am Ende waren wir alle gefühlt zweimal krank“, sagt er.

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Die Message des Films ist einfach: Um zu überleben, um sich vor den anderen Insassen zu behaupten, muss man im Gefängnis zum Täter werden. „Jeder Täter war einmal ein Opfer“, heißt es an einer Stelle. Alexander Rothstein entwickelt sich im Verlauf der Handlung von einem zurückgezogenen, hilfsbereiten Mann zu einer von Gewalt geprägten, gebrochenen Figur.

Alle Protagonisten vereint ein Bild von Aggressivität und Gewaltbereitschaft, die der einzige Weg sind, sich im harten Gefängnisalltag durchzusetzen – ohne Platz für Schwäche, denn die wird bestraft. Etwa, wenn der Drogenboss Mazlum Alexander ermahnt, als er Mitleid mit seinem Mitinsassen Khalil hat, dessen palästinensische Familie gestorben ist.

Glorifizierung von Gewalt

Die brutalen, expliziten Szenen sollen dabei Gewalt nicht glorifizieren, sagen die Filmemacher, sondern im Gegenteil Jugendliche abschrecken, selbst kriminell zu werden.

„Jeder Traum von schnellem Geld und vermeintlichem Respekt durch Kriminalität endet in der bitteren Realität von Verlust und Reue“, heißt es in der Aufklärungskampagne, die den Film begleitet. Sie soll die Faszination für kriminelle Machenschaften von Jugendlichen entzaubern und stattdessen den Fokus auf die negativen Auswirkungen und tatsächlichen Folgen legen. Dazu kooperiert die Produktion unter anderem mit dem Jugendwohlfahrtsverband Sichtwaisen e.V. und dem ex-kriminellen Influencer Maximilian Pollux, der auf sozialen Medien junge Menschen vor den Gefahren von Kriminalität warnt.

Doch wie soll die Inszenierung von toxischen Männlichkeitsbildern, Gewalt und Kriminalität bewirken, dass genau diese Phänomene nicht mehr von Jugendlichen glorifiziert werden?

Der Film bedient sich zudem vielen Klischees, besonders bei seinen Charakteren: Ein skrupelloser kurdischer Drogenboss, der wegen organisierter Kriminalität sitzt und von allen gefürchtet wird. Ein russischer Mörder, der jeden seiner Sätze mit „Bljat...“ beginnt und auf dem Gefängnishof meist in der Hocke sitzt. Ein schwarzer Insasse, der mit seinem großen Penis prahlt. Der Protagonist landet im Gefängnis, weil er nicht genug vom Geld bekommt. Dass diese Figur jüdisch ist, mag Zufall sein – oder eben nicht. Zudem stellt sich die Frage, warum ausgerechnet der schwarze Insasse als sexuell gewalttätig und triebgesteuert dargestellt wird, wodurch ein koloniales, rassistisches Narrativ genährt wird.

Inwieweit diese Klischees bewusst eingesetzt oder unbeabsichtigt reproduziert wurden, bleibt der Interpretation des Publikums überlassen.

Mit der stereotypischen Darstellung von Männlichkeit kennt sich auch Rapper Kollegah aus, der in den letzten Jahren vor allem durch sein „Boss Transformation“ genanntes Ultra-Maskulinitätsprogramm sowie durch Antisemitismus- und Sexismusvorwürfe Aufmerksamkeit erregte. Auf dem roten Teppich sagte er dem Tagesspiegel, die Welt der Männer sei wie ein „Haifischbecken“ oder ein „Dschungel“, es sei schwer, sich darin zu behaupten. „Manchmal muss man sich dem Dschungel anpassen und ein Raubtier sein, auch wenn man es gar nicht will.“

 Rapper Kollegah über das Leben im Gefängnis.

© Özben Önal

Weniger berühmt als Kollegah, dafür der eigentliche Star des Films und des Abends, war Amir „Asche“ Aschenberg: Mit seiner eindringlichen Performance, seinem markanten Gesicht und seinen ausdrucksstarken Blicken hinterließ er sowohl auf der Leinwand als auch darüber hinaus einen bleibenden Eindruck.

Engizek hielt vor Beginn des Films im gut besuchten Saal noch eine Rede, die das Publikum sichtlich rührte. Er sprach von seiner eigenen Drogenvergangenheit und seiner Zeit im Gefängnis. Der Film sei für ihn eine Art Therapie gewesen. „Ich entschuldige mich für alles, was ich in der Vergangenheit meinen Mitmenschen angetan habe“, sagte er. In seiner Rede lässt sich ein aufrichtiger Versuch erkennen, mit diesem Film die Brutalität des Gefängnisalltags und seinen Folgen abzubilden – und so mit seiner eigenen Vergangenheit abzuschließen.

Deutschlandweite Kinotour

Die CineStar-Tour endet am 26. März 2025 mit einer weiteren Vorstellung in Anwesenheit von Regisseur und Hauptdarstellern in der Kulturbrauerei in Berlin. Ab dem 27. März 2025 ist der Film dann deutschlandweit in den Kinos zu sehen. Mehr Informationen zu den Terminen finden Sie hier.

Nach der Premiere wurde auf einer After-Show-Party im Haus Ungarn noch gefeiert. Es gab unter anderem das „Haps“-Toast, das im Film von einem der Insassen zubereitet wurde: Golden Toast, eine Scheibe Käse und Sucuk. Zubereiten musste man sich den Schmaus selbst. Wie im Haps eben.

Berlinale Drogen: Alle News & Hintergründe zum Thema Familie Jugend Treptow-Köpenick

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