Friday, Apr 17, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite politik Entwurf der Gesundheits...

Entwurf der Gesundheitsministerin: Gutverdiener sollen höhere Krankenkassenbeiträge zahlen

2026-04-17
In politik Vom Caspar Schwietering

ÄHNLICHE ARTIKEL

Till Brönner ist der König des Smooth Jazz: Diese Konzerte in Berlin sollten Sie nicht verpassen

Adrian Goigingers Kinodrama „Vier minus drei“: Das Leben schlägt den Tod

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant eine weitere zusätzliche Belastung für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung. Die CDU-Politikerin will für Gutverdiener die monatliche Beitragsbemessungsgrenze ab 2027 „um rund 300 Euro zusätzlich“ anheben.

Das geht aus dem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums für ein Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung hervor. Der Gesetzentwurf zu dem geplanten Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen liegt dem Tagesspiegel vor.

Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, auf welchen Teil ihres Einkommens gut verdienende Beschäftigte Sozialabgaben zahlen. Alle Lohneinkünfte oberhalb dieser Grenze sind abgabenfrei. Durch die geplante Erhöhung sollen sich nun nicht nur die Sozialabgaben der Gutverdiener, sondern auch die ihrer Arbeitgeber erhöhen. „So stärken wir die Beitragsgerechtigkeit und generieren einen solidarischen Beitrag von Arbeitgebern und Personen mit höheren Einkommen zum Reformpaket“, heißt es in dem Gesetzentwurf.

Die von Warken eingesetzte Expertenkommission, die eine Blaupause für das geplante Sparpaket geliefert hat, hat eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze zwar diskutiert. Die Wissenschaftler nahmen die Maßnahme aber nicht als einen ihrer 66 Sparvorschläge auf.

Warkens Beamte rechnen laut Gesetzentwurf damit, dass die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze die Krankenkassen im kommenden Jahr um 1,2 Milliarden Euro entlasten wird. Insgesamt würde sich dann eine Entlastung der Kassen in Höhe von 19,6 Milliarden Euro ergeben.

Dies ist wohl notwendig, um eine erneute Erhöhung der Krankenkassenbeiträge zu verhindern. Denn ohne Reform würden die Kassen laut aktueller Schätzung im kommenden Jahr ein Defizit von 15,3 Milliarden Euro erwirtschaften. Es könnte aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage aber auch noch höher ausfallen.

Nun will die Ministerin Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusätzlich unnötig belasten, obwohl sie das System mit Zusatzbeiträgen in zweistelliger Milliardenhöhe in den vergangenen Jahren stabilisiert haben.

Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD

Der Gesetzentwurf würde für die Versicherten weitere finanzielle Belastungen bringen. Die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern soll eingeschränkt werden. Ab 2028 sollen nicht beschäftigte Partner im erwerbsfähigen Alter nur dann kostenlos mitversichert werden können, wenn sie kleine Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuen.

Patienten sollen bei Arzneimitteln doppelt so hohe Zuzahlungen leisten. Sie sollen zudem weniger Krankengeld und einen geringeren Zuschuss beim Zahnersatz erhalten. Diese Belastungen für die Versicherten waren allerdings bereits vorher bekannt. Die vollständige Übernahme der Behandlungskosten für Bürgergeld-Empfänger durch den Steuerzahler soll hingegen nicht kommen. Einen Großteil der Kosten sollen demnach weiter Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen.

Der Koalitionspartner reagierte mit Skepsis auf Warkens neuesten Vorschlag. Eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze sei zwar ein weiterer Schritt zur Beitragsgerechtigkeit, aber auch eine Belastung für Facharbeiter und den Faktor Arbeit, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Christos Pantazis, dem Tagesspiegel.

„Wenn man die Vorschläge der Kommission vollumfänglich umgesetzt hätte, hätte man auf dieses Instrument verzichten können“, betonte er. „Wir haben in der gesetzlichen Krankenversicherung kein Einnahmeproblem, stattdessen müssten die Leistungserbringer einen ausreichenden Sparbeitrag leisten.“

Die Sozialdemokraten sind unzufrieden, dass Warken die Sparvorschläge zulasten von Kliniken, Ärzten und der Pharmabranche nicht vollständig umsetzt. „Nun will die Ministerin Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusätzlich unnötig belasten, obwohl sie das System mit Zusatzbeiträgen in zweistelliger Milliardenhöhe in den vergangenen Jahren stabilisiert haben“, kritisierte Pantazis.

CDU Nina Warken auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Letzte Chance Kunst!: Jetzt aber schnell: Diese sehenswerten Ausstellungen in Berlin enden im April

Letzte Chance Kunst!: Jetzt aber schnell: Diese sehenswerten Ausstellungen in Berlin enden im April

2026-04-17

Der Frühling ist da, die Tage werden länger, es bleibt endlich mehr Zeit für Schönes. Doch womit fül...

„The White Lotus“: Neue Staffel spielt während des Filmfestivals in Cannes

„The White Lotus“: Neue Staffel spielt während des Filmfestivals in Cannes

2026-04-17

Die Dreharbeiten zur vierten Staffel der Erfolgsserie „The White Lotus“ haben an der französischen R...

Fernsehtipps zum Wochenende: Ein Flüchtlingsboot sinkt: Retten oder wegschauen?

Fernsehtipps zum Wochenende: Ein Flüchtlingsboot sinkt: Retten oder wegschauen?

2026-04-17

Das Berufsbild des Astronauten erfährt in diesen Tagen besondere Aufmerksamkeit. Zum einen nach der ...

Das Gesicht der Stadt gestalten: Design der Kunsthochschule Weißensee im Museum der Dinge

Das Gesicht der Stadt gestalten: Design der Kunsthochschule Weißensee im Museum der Dinge

2026-04-17

Beispiel Stadtumbau. Um Berlin fit zu machen für die Zukunft. Sie wird von der zunehmenden Erderwärm...

Berliner S-Bahn-Verkehr beeinträchtigt: Diese Linien sind aktuell betroffen

Berliner S-Bahn-Verkehr beeinträchtigt: Diese Linien sind aktuell betroffen

2026-04-17

Nach einer technischen Störung an einem Zug entfallen auf der S-Bahn-Linie 47 die Haltestellen Südkr...

Nächster Beitrag
Scharfe Kritik aus der Wirtschaft: Merz verteidigt steuerfreie 1.000-Euro-Prämie

Scharfe Kritik aus der Wirtschaft: Merz verteidigt steuerfreie 1.000-Euro-Prämie

EMPFOHLEN

Statistik: 65 und weiter im Job: Zahl der arbeitenden Senioren nimmt zu

Statistik: 65 und weiter im Job: Zahl der arbeitenden Senioren nimmt zu

2026-04-17
Iran-Krieg: Auch während Kriegs Rüstungsexporte nach Israel genehmigt

Iran-Krieg: Auch während Kriegs Rüstungsexporte nach Israel genehmigt

2026-04-17

MEISTGESEHEN

  • BDA sieht „zentralen Fehler“: Arbeitgeber rechnen mit geringer Nutzung der 1000-Euro-Prämie

    BDA sieht „zentralen Fehler“: Arbeitgeber rechnen mit geringer Nutzung der 1000-Euro-Prämie

  • Reaktoren reaktivieren?: Spahn fordert Debatte über Wiedereinstieg in die Atomkraft

  • Maischberger rügt Haseloff: „Sie haben doch politische Spielchen gemacht“

  • Nach Rüge aus Bundestag: AfD stoppt Werbeverdienste mit Bundestagsreden

  • „Wenn, geht es aber nur moderat nach oben“: CDU-Finanzpolitiker hält höheren Spitzensteuersatz für möglich

  • Auch während des Iran-Kriegs: Bundesregierung genehmigte weiter Rüstungsexporte nach Israel

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.