Sunday, Feb 01, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite politik Rentenstreit in der Uni...

Rentenstreit in der Union: Der Kanzler hat alle in die Sackgasse manövriert

2025-11-17
In politik Vom Christian Tretbar

ÄHNLICHE ARTIKEL

Wenn das Pflegeheim plötzlich teurer wird: Was erlaubt ist und was nicht

Gründer der Bar jeder Vernunft und des Tipi am Kanzleramt: Berliner Entertainment-Legende Holger Klotzbach ist tot

Für Kanzler Friedrich Merz gerät dieses Wochenende zum Desaster. Sein Auftritt beim Deutschlandtag der Jungen Union war begleitet von eisigem Schweigen der Delegierten. Nur hat er nicht bloß die Stimmung bei der Parteijugend falsch eingeschätzt, sondern in mittlerweile weiteren Teilen seiner Partei.

Das ist alles kein Einzelproblem des Kanzlers. Im Streit um die Frage, wie es mit der Rente nach 2031 weitergehen soll, haben sich alle Beteiligten in eine Sackgasse manövriert. Da ist zuallererst Friedrich Merz. Er bügelt erst die Kritik seiner eigenen Jugendorganisation, die bisher zum Fanlager des Kanzlers zählte, einfach weg. Um dann dafür zu werben, dass man einem Gesetz zustimmen solle, von dem er selbst nichts hält und von dem er hofft, dass es bald wieder wegreformiert wird. Das ist eine Botschaft, die in der Partei für Ratlosigkeit und Kopfschütteln sorgt.

Natürlich ist er gebunden an Beschlüsse in der Koalition. Und wenn er dieses Rentenpaket als Preis für eine schärfere Migrationspolitik an die SPD zahlen musste, dann kommt er da nicht ohne Weiteres raus. Das führt zur JU selbst. Die hat sich regelrecht berauscht an ihrem Widerstand gegen die Rentenpläne der Koalition. Nur will man am Ende verantwortlich dafür sein, dass nach der Ampel die nächste Koalition der Mitte scheitert und damit das Vertrauen der Menschen in die Stabilität des politischen Systems weiter sinkt?

Am Ende könnte es nur Verlierer geben!

Und in dem Zusammenhang kann man auch die SPD nicht aus der Verantwortung lassen. Dass Parteichef Lars Klingbeil am Wochenende betont, dass an dem Gesetz nicht gerüttelt werde und man erwarte, dass die Union dafür ihre Mehrheiten organisiere, ist machtpolitisch nachvollziehbar, und doch: Normalerweise geht ein Gesetz selten so aus dem Parlament raus, wie es hereingeht. Eigentlich ein normaler Vorgang in einer parlamentarischen Demokratie.

Am Ende droht es wieder nur Verlierer zu geben: Politiker, die als Umfaller dastehen werden, in die eine oder andere Richtung. Aber nicht, weil Medien nur in den Kategorien von Sieg oder Niederlage denken würden, sondern weil hier Kanzler, CDU-Parteibasis und SPD aus einer richtigen und wichtigen inhaltlichen Debatte eine Machtfrage gemacht haben. Und das vollkommen unnötigerweise.

Denn hier geht es um die richtige Frage, wie steigende Ausgaben für immer mehr Menschen in Rente von immer weniger Menschen in Arbeit finanziert werden sollen. Das betrifft nicht nur eine Generation, die gerade frisch ins Erwerbsleben eintritt, sondern letztlich alle Berufstätigen.

Und gleichzeitig muss für alle Rentnerinnen und Rentner sowie alle jene, die kurz vor dem Renteneintritt stehen, auch gewährleistet sein, dass sie mit ihrer Rente möglichst gut leben können. Es sollte nicht passieren, dass hier eine Gruppe gegen eine andere ausgespielt wird, sondern es muss ein gesellschaftlicher Konsens erarbeitet werden. Nur gelingt das nicht auf die Art und Weise, wie die politisch Verantwortlichen gerade agieren.

Der Text stammt aus dem Tagesspiegel-Newsletter „Empfehlung der Woche“. Jeden Sonntag kommentiert Chefredakteur Christian Tretbar in dem Newsletter das politische Geschehen und gibt den Abonnentinnen und Abonnenten Leseempfehlungen.

Empfehlungen der Woche

Ein schneller Überblick über die wichtigsten Artikel, jeden Sonntag per Mail direkt aus der Tagesspiegel Chefredaktion.

Ich bin damit einverstanden, dass mir per E-Mail interessante Angebote des Tagesspiegels unterbreitet werden. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.

Friedrich Merz Rente SPD auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

„Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt: Ein Operettenhit als burleskes Silberflitterfest

„Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt: Ein Operettenhit als burleskes Silberflitterfest

2026-01-25

Jeder einmal auf dem Mond! Heinz Bolten-Baeckers muss Hellseher gewesen sein, als er das Versprechen...

250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen

250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen

2026-01-25

Der Grabstein, den ihm „seine Freunde“ gewidmet haben, würdigt ihn in großen Lettern als Kammergeric...

Katharine Mehrling erinnert sich an Holger Klotzbach: Er zog Menschen an wie ein Magnet

Katharine Mehrling erinnert sich an Holger Klotzbach: Er zog Menschen an wie ein Magnet

2026-01-25

Am 23. Januar 2026 ist der Impresario Holger Klotzbach nach schwerer Krankheit in Berlin gestorben. ...

CTM-Festival in Berlin: Blick in den amerikanischen Höllenschlung

CTM-Festival in Berlin: Blick in den amerikanischen Höllenschlung

2026-01-25

Die Musik ist zäh und langsam, fast schon einschläfernd. Im Normalfall ist eine solche Beschreibung ...

Agrarmesse: Letztes Wochenende der diesjährigen Grünen Woche steht an

Agrarmesse: Letztes Wochenende der diesjährigen Grünen Woche steht an

2026-01-25

Die 90. Grüne Woche geht in ihr letztes Wochenende. Heute und am Sonntag werden zum Abschluss der ze...

Nächster Beitrag
„Hofnarren Putins“ und „Kremlknechte“: Söder geht AfD-Politiker wegen angeblicher Russland-Nähe scharf an

„Hofnarren Putins“ und „Kremlknechte“: Söder geht AfD-Politiker wegen angeblicher Russland-Nähe scharf an

EMPFOHLEN

„Kein Freifahrtschein für Blaumacher“: Kassenärzte-Chef plädiert für Abschaffung der Krankschreibung in den ersten drei Tagen

„Kein Freifahrtschein für Blaumacher“: Kassenärzte-Chef plädiert für Abschaffung der Krankschreibung in den ersten drei Tagen

2026-01-25
„Es geht um digitale Spanner-Aufnahmen“: Hubig will heimliches Filmen in Saunen oder am See strafbar machen

„Es geht um digitale Spanner-Aufnahmen“: Hubig will heimliches Filmen in Saunen oder am See strafbar machen

2026-01-25

MEISTGESEHEN

  • Militär: Pistorius verteidigt Bundeswehr gegen Trumps Nato-Kritik

    Militär: Pistorius verteidigt Bundeswehr gegen Trumps Nato-Kritik

  • „Höchste Gefahren für Leib und Leben“: Pistorius verteidigt Bundeswehr gegen Trumps Nato-Spott

  • Arzneimittel: Drohender Engpass bei Antibiotika - Sonderregeln

  • Pflege in Not: Hilfe darf keine Klassenfrage werden

  • Afrika braucht dringend mehr Unterstützung : Hilfsorganisationen schlagen Alarm – wer hört sie?

  • Aktuelles Politbarometer: Union weiter knapp vorn – deutliche Mehrheit gegen AfD-Minister­präsidenten

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.