Thursday, May 21, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite politik Vorschlag vor Parteitag...

Vorschlag vor Parteitag: Grüne wollen 600 Stunden Gratis-Strom für alle

2025-11-17
In politik Vom Felix Hackenbruch

ÄHNLICHE ARTIKEL

Die neue nackte Olympia: Eine Ausstellung zeigt Bilder nach den großartigen Motiven von Manet

Eine Würdigung des Song Contests : Gäbe es den ESC nicht schon, man müsste ihn erfinden

Der Satz gehört zur Folklore auf jedem Parteitag der Grünen: „Die Sonne schickt keine Rechnung“, heißt es von Grüner-Seite immer wieder als Argument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wind- und Sonnenkraft sollen das Land nicht nur von fossilen Autokratien abhängig und klimafreundlicher machen, sondern auch die Geldbeutel der Kunden entlasten.

Doch bislang hat sich die Energiewende für viele Deutsche noch nicht bezahlt gemacht. Wer sich keine eigene PV-Anlage aufs Dach schrauben kann, profitiert oft nicht von den vielen Windrädern und Solaranlagen, die im ganzen Land gebaut werden. Denn die meisten Stromtarife für Verbraucher sind starr und der Preis auf dem gesamten Strommarkt bemisst sich nach der teuersten Quelle – meist Kohle oder Gas.

Doch bei den Grünen gibt es nun eine Idee, die die Akzeptanz für die Energiewende steigern und die Stromrechnung senken soll. Konkret geht es um einen sogenannten „Solarbonus“, der im Sommer 600 Stunden Gratis-Strom für alle Haushalte verspricht. Das Konzept, das der frühere Direktor des Thinktanks Agora Energiewende, Simon Müller, erarbeitet hat, soll auf dem Grünen-Parteitag in Hannover in zwei Wochen beschlossen werden.

Simon Müller war drei Jahre Direktor bei Agora Energiewende, davor war der gelernte Physiker bei der Internationalen Energieagentur.

© Scarlett Werth für den Tagesspiegel

„Im Sommer haben wir wegen des erfolgreichen Ausbaus der Erneuerbaren inzwischen tagsüber zu viel Strom und zu wenig Verbrauch“, sagt Müller im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Die Folge: der Strom muss abgeregelt werden. Die Besitzer von Windanlagen und Solaranlagen, die ihren Strom nicht ins Netz leiten können, werden auf Grundlage der EEG-Vergütung entschädigt.

Müller will das ändern, indem die Netzentgelte in den Sommermonaten in der Tagesmitte auf Null gesenkt werden. Stromkunden sollen so dazu animiert werden, in den Mittagsstunden viel Strom zu nutzen und auch mögliche Batteriespeicher zu füllen. Damit sollen nicht nur die Netze entlastet, sondern auch der Strombedarf in den Morgen- und Abendstunden reduziert werden. Denn da ist die Produktion bislang besonders teuer und klimaschädlich.

Nur wenige Kunden haben dynamische Stromtarife

Diesen Effekt will der Energieexperte Müller noch vergrößern, indem er für Menschen mit privaten Solaranlagen einen neuen „Booster-Tarif“ einführt. Dieser soll private Stromerzeuger dazu motivieren, dass sie vor allem in den Abendstunden ihren gespeicherten Strom in den Markt bringen. Durch das steigende Stromangebot würden dann insgesamt die Strompreise sinken.

„Die Systematik der Netzentgelte kommt aus dem letzten Jahrhundert, da ist viel Spielraum, um Kosten zu sparen“, sagt Müller. Mit seinem Konzept will er den Trend zu dynamischen Netzentgelten und Strompreisen unterstützen. Zwar sind die Stromlieferanten schon jetzt verpflichtet, flexible Stromtarife auch für Privatkunden anzubieten, doch bislang ist die Nachfrage für solche Tarife, für die es einen intelligenten Stromzähler (Smart Meter) benötigt, noch überschaubar.

Für Lieferanten und Netzbetreiber würde das Konzept, die ihren Strom an Sommertagen bislang trotz Überproduktion zum Standardpreis verkaufen, jedoch finanzielle Einbuße bedeuten. Laut Müller eine Summe von rund zwei Milliarden Euro für 400 Stunden Gratis-Strom. Eine Summe, die man mit Steuergeld erstatten könne, findet er.

Das nutzt dem System und schafft Akzeptanz.

Grünen-Vize Sven Giegold lobt den Solarbonus.

Er fordert von der Branche aber auch Erneuerungen. „Stromlieferanten müssen innovativer werden“, sagt Müller und verweist auf neue Geschäftsmodelle. So würden mit seinem Konzept etwa Speicher auch für Menschen attraktiv, die keine PV-Anlagen besitzen. Für die Hersteller eine Chance.

Auf dem Grünen-Parteitag Ende November in Hannover hat Müller für seinen „Solarbonus“ einen Antrag eingebracht. Unterstützung erfährt er schon jetzt von Vize-Parteichef Sven Giegold. „Im Moment zahlen wir im Sommer dafür, dass die Erneuerbaren nicht laufen“, sagt er und lobt den „Solarbonus“. „Das nutzt dem System und schafft Akzeptanz.“

Der Vorschlag passt zum Leitantrag, den die Grünen-Spitze zum Thema Energie und Klima für den Parteitag eingebracht hat. Dort will man weitere Maßnahmen vorschlagen, um die Energiewende noch mehr aus Verbrauchersicht zu gestalten. Der Klimaschutz „wird aber nur dann breite gesellschaftliche Akzeptanz erfahren, wenn er gerecht gestaltet wird, wenn es sich alle leisten können und etwas davon haben“, heißt es darin.

Energiewende Klimawandel Strom auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Fußball-Bundesliga: Unions Eta will sich mit Sieg verabschieden

Fußball-Bundesliga: Unions Eta will sich mit Sieg verabschieden

2026-05-17

Mit einem Sieg will sich Marie-Louise Eta als erste Cheftrainerin eines Fußball-Bundesligisten verab...

3. Fußball-Liga: Cottbus vor Ligafinale im Vorteil - Remis könnte reichen

3. Fußball-Liga: Cottbus vor Ligafinale im Vorteil - Remis könnte reichen

2026-05-17

Energie Cottbus will mit einem Sieg beim Jahn Regensburg im Finale der dritten Fußball-Liga nach zwö...

Ungewöhnlicher Name: Schauspieler Barnaby Metschurat heißt mit erstem Namen Klaus

Ungewöhnlicher Name: Schauspieler Barnaby Metschurat heißt mit erstem Namen Klaus

2026-05-17

Schauspieler Barnaby Metschurat heißt mit erstem Vornamen Klaus. Als seine Mutter nach seiner Geburt...

Jung vs. Alt: Tiktok-Community kürt die kultigsten Boomerwörter

Jung vs. Alt: Tiktok-Community kürt die kultigsten Boomerwörter

2026-05-17

Welche Begriffe verbinden jüngere Leute mit der älteren Generation? Das will der Content Creator Lev...

„Talentsbridge“ in Namibia: Berliner IHK bildet nun Fachkräfte in Windhuk aus

„Talentsbridge“ in Namibia: Berliner IHK bildet nun Fachkräfte in Windhuk aus

2026-05-17

Berliner Unternehmen bilden jetzt dringend benötigte Fachkräfte in der namibischen Hauptstadt Windhu...

Nächster Beitrag
Erinnerung an Opfer der Kriege: Mattarella: Mit multilateraler Kooperation gegen neue Kriege

Erinnerung an Opfer der Kriege: Mattarella: Mit multilateraler Kooperation gegen neue Kriege

EMPFOHLEN

497 Euro mehr im Monat: Klare Mehrheit gegen mehr Geld für Abgeordnete

497 Euro mehr im Monat: Klare Mehrheit gegen mehr Geld für Abgeordnete

2026-05-17
Für Landtagswahlkämpfe: Grünen-Chef Banaszak sammelt mehr als 100.000 Euro bei „Spendenlauf“

Für Landtagswahlkämpfe: Grünen-Chef Banaszak sammelt mehr als 100.000 Euro bei „Spendenlauf“

2026-05-17

MEISTGESEHEN

  • Sieben Prozentpunkte vor Union: AfD erreicht mit 29 Prozent Umfrage-Höchstwert

    Sieben Prozentpunkte vor Union: AfD erreicht mit 29 Prozent Umfrage-Höchstwert

  • Vorbereitungen für „Worst-Case-Szenario“: Innenminister warnen vor AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt

  • Sorge vor den Radikalen: AfD weiter im Aufwind – Söder sieht Gefahr für Demokratie

  • CSU-Chef über Regierungskrise: Söder rechnet bei Scheitern der Koalition mit „Weimarer Verhältnissen“

  • „Und was fragt mich der Papst? Nach Stuttgart 21“: Kretschmann sorgt bei seinem Abschiedsfest mit Benedikt-Anekdote für Lacher

  • „Mehr Schulden sind keine Option“: Spahn will Einkommensteuerreform gemeinsam mit SPD erarbeiten

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.