Tuesday, Feb 03, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite politik Geburtenrückgang: Wenig...

Geburtenrückgang: Weniger Kita-Kinder, aber mehr Personal

2025-11-01
In politik Vom admin

ÄHNLICHE ARTIKEL

Daten des Robert Koch-Instituts: Fast jeder Zweite erkrankt im Leben an Krebs

Nicki Minaj ist „der größte Fan des Präsidenten“: Diese US-Stars halten Donald Trump die Treue

Nach 78 Jahren Kinderbetreuung ist Schluss: Die Dresdner Kita „Villa Mittendrin“ musste Ende August endgültig dichtmachen. „Der Bedarf an Kindertagesbetreuungsplätzen an diesem Standort hat in den vergangenen Jahren rasant abgenommen“, hatte die sächsische Landeshauptstadt bei Facebook mitgeteilt. Die historische Altbauvilla werde nicht mehr als Kita benötigt.

Zum ersten Mal seit fast 20 Jahren ist die Zahl der betreuten Kita-Kinder in Deutschland gesunken, wie aus neuen Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht: Am Stichtag 1. März 2025 waren mehr als vier Millionen Kinder in Kindertagesbetreuung und somit 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr. „Damit war die Gesamtzahl der betreuten Kinder erstmals seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2006 rückläufig“, teilten die Statistiker mit.

Auch die Zahl der Kinder unter drei Jahren, die in Kitas oder von Tageseltern betreut werden, sank zum Stichtag bundesweit auf insgesamt 801.300 Kinder. Das war ein Rückgang um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus den Daten hervorgeht. Damit nahm die Zahl der unter Dreijährigen in Betreuung im zweiten Jahr in Folge ab. 

Gegenläufige Entwicklung beim Kita-Personal

Während die Zahl der betreuten Kinder in Deutschland sinkt und die Zahl der Kitas relativ stabil ist, gab es aber mehr Personal als im Vorjahr. Die Statistiker zählten zum Stichtag 795.700 Mitarbeiter in Pädagogik oder Verwaltung, ein Anstieg von 2,2 Prozent. „Damit wuchs die Zahl der Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen weiter, obwohl die Zahl der betreuten Kinder zurückging“, hieß es. 

Im Gegensatz zum Kita-Personal sank die Zahl der Tagesmütter und -väter im fünften Jahr in Folge auf 37.400, ein Rückgang von 5,9 Prozent. Von den insgesamt betreuten Kindern wurden 96,4 Prozent in einer Kindertageseinrichtung betreut und 3,6 Prozent von Tageseltern.

Ost-West-Unterschied bleibt

Rund 500 Kilometer von Dresden entfernt kämpft man mit ganz anderen Problemen: Um in Stuttgart an einen Kitaplatz für ihre Kinder zu kommen, reichen immer mehr Eltern Klage beim Verwaltungsgericht in der baden-württembergischen Landeshauptstadt ein. In vielen Regionen im Westen sieht es ähnlich aus, Hunderttausende Kitaplätze fehlen laut Fachleuten.

Dass es zwischen Ost und West – aber auch regional – große Unterschiede beim Thema Kinderbetreuung gibt, bestätigen auch die Zahlen des Bundesamtes. Zum Stichtag wurde in westlichen Bundesländern im Schnitt rund ein Drittel der unter Dreijährigen in einer Kita oder von Tageseltern betreut (Betreuungsquote 34,5 Prozent). In den östlichen Bundesländern war es mehr als die Hälfte der unter Dreijährigen (Betreuungsquote 54,9 Prozent). Bundesweit lag die Quote bei 37,8 Prozent. 

„In Deutschlands Kitas zeigen sich gravierende Unterschiede zwischen Ost und West“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doreen Siebernik, auf Anfrage. „Während im Westen Fachkräfte fehlen, ist die Lage im Osten angespannt – erste Gruppenschließungen und Kita-Schließungen führen zu Entlassungen und Einkommensverlusten.“

Warum sinkt die Zahl der betreuten Kinder?

„Der starke Rückgang im Osten war zu erwarten, da seit dem Jahr 2016 die Kinderzahlen regelrecht eingebrochen sind und wir gleichzeitig bereits seit längerem eine gut ausgebaute Betreuungsinfrastruktur hatten“, sagt Wido Geis-Thöne vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW). „Im Westen ist die Lage anders. Hier hatten wir im Jahr 2021 erst den Höchstwert bei den Kinderzahlen erreicht, sodass der Rückgang später eingesetzt hat.“

Allerdings gebe es in Westdeutschland noch große Lücken zwischen der eigentlich von den Eltern gewünschten und tatsächlich realisierten Betreuung unter Dreijähriger, heißt es in einer im Frühjahr veröffentlichen IW-Analyse von Geis-Thöne. Die Elternwünsche nähmen außerdem noch weiter zu.

Wegen Abwanderungsbewegungen in ländliche Gebiete mit „familiengerechtemWohnraum“ sieht die Studie im Westen am ehesten in den Großstädten ein Ende der bisherigen Kitaplatz-Krise. In den östlichen Bundesländern sei ein Rückbau der Kapazitäten in den Kitas dagegen nahezu unumgänglich. 

Sinkende Kinderzahlen als Chance?

Die GEW sieht in den sinkenden Kinderzahlen eine große Chance, längst überfällige Qualitätsverbesserungen endlich umzusetzen. „Jetzt braucht es ein bundesweites Kita-Qualitätsgesetz, das gute Bedingungen für Kinder, Familien und Fachkräfte schafft“, sagte GEW-Vorstand Siebernik. Auch die IW-Studie plädiert dafür, Personal nicht abzubauen, sondern für eine bessere Betreuungsrelation einzusetzen – also weniger Kinder pro Erzieher oder Erzieherin.

© dpa-infocom, dpa:251031-930-232460/2

Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.

auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Festivalleiterin Tricia Tuttle im Interview: „Die Berlinale wird unter meiner Leitung niemals ein Land boykottieren“

Festivalleiterin Tricia Tuttle im Interview: „Die Berlinale wird unter meiner Leitung niemals ein Land boykottieren“

2026-02-01

Frau Tuttle, Ihre zweite Berlinale als Festivalleiterin steht an. Was haben Sie aus dem ersten Jahr ...

Leute: Elizabeth Jagger: „Mein Vater organisiert Spieltreffen“

Leute: Elizabeth Jagger: „Mein Vater organisiert Spieltreffen“

2026-02-01

Das britisch-amerikanische Model Elizabeth Scarlett Jagger hat ihren Vater, die Rocklegende Mick Jag...

Linksextremismus: Anschlag auf Stromversorgung - Polizei steht unter Druck

Linksextremismus: Anschlag auf Stromversorgung - Polizei steht unter Druck

2026-02-01

Die Höhe der Belohnung ist einmalig, die Fahnder vom Bundeskriminalamt (BKA) sprechen zur Begründung...

Leute: Riccardo Simonetti glaubt an die Krawatte

Leute: Riccardo Simonetti glaubt an die Krawatte

2026-02-01

Riccardo Simonetti (32) glaubt an die Krawatte. Hemden mit Krawatten und dreiteilige Anzüge seien „w...

Der prominente Wochenrückblick : Tratsch, teure Mode und ein Treppenwitz

Der prominente Wochenrückblick : Tratsch, teure Mode und ein Treppenwitz

2026-02-01

Am Freitag startete in Berlin mal wieder eine Modewoche, offiziell, wie üblich, unter dem englischen...

Nächster Beitrag
Altersbezüge: Renten könnten wieder um 3,7 Prozent steigen

Altersbezüge: Renten könnten wieder um 3,7 Prozent steigen

EMPFOHLEN

„Als ob die Deutschen Faulenzer wären“: Union weist DGB-Kritik an geplanter Aufweichung des Acht-Stunden-Tags zurück

„Als ob die Deutschen Faulenzer wären“: Union weist DGB-Kritik an geplanter Aufweichung des Acht-Stunden-Tags zurück

2026-02-01
Sonntagstrend: Union zieht in einer Umfrage mit AfD gleich – FDP rutscht ab

Sonntagstrend: Union zieht in einer Umfrage mit AfD gleich – FDP rutscht ab

2026-02-01

MEISTGESEHEN

  • Rente: Kühnert für kleine Altersbezüge für Abgeordnete

    Rente: Kühnert für kleine Altersbezüge für Abgeordnete

  • „Nürnberger Würstchen mit der Lizenz zum Tröten“: Ricarda Lang stichelt in Karnevalsrede gegen Markus Söder

  • „Kein Freifahrtschein für Blaumacher“: Kassenärzte-Chef plädiert für Abschaffung der Krankschreibung in den ersten drei Tagen

  • „Es geht um digitale Spanner-Aufnahmen“: Hubig will heimliches Filmen in Saunen oder am See strafbar machen

  • Militär: Pistorius verteidigt Bundeswehr gegen Trumps Nato-Kritik

  • „Höchste Gefahren für Leib und Leben“: Pistorius verteidigt Bundeswehr gegen Trumps Nato-Spott

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.