Wednesday, Mar 18, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite politik „Kein Freifahrtschein f...

„Kein Freifahrtschein für Blaumacher“: Kassenärzte-Chef plädiert für Abschaffung der Krankschreibung in den ersten drei Tagen

2026-01-25
In politik Vom admin

ÄHNLICHE ARTIKEL

Alle Gewinner der Oscar-Nacht: „One Battle After Another“ bekommt den Preis für den besten Film

Die besten Momente der Oscars 2026: Historische Siegerinnen, ein Leo-Meme und Witze über die Trumps

Die Debatte über den Krankenstand in Deutschland wird weiter intensiv geführt. Ärztliche Krankschreibungen in den ersten drei Tagen hält der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, für Unsinn. „Wir plädieren dafür, diese Regelung ganz abzuschaffen – telefonisch, vor Ort oder digital“, sagte Gassen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.

„Also niemand, der krank ist, muss sich dies in den ersten drei Tagen von einem Arzt bestätigen lassen“, so Gassen weiter. Derzeit gebe es noch 27 Millionen solcher Fälle.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte eine Debatte über die hohe Zahl an Krankentagen der deutschen Arbeitnehmer angestoßen und eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung ins Spiel gebracht. Je nach Krankenkasse variiert die Zahl der durchschnittlichen Krankschreibungen von 19 bis teils 22 Tagen und mehr pro Jahr. Aus Sicht der Kassen liegt dies aber vorrangig an Langzeitkrankmeldungen. Am Freitag hatte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch dem CDU-Chef deutlich widersprochen.

Kein ärztliches Attest in den ersten drei Tagen wäre kein Freifahrtschein für Blaumacher.

Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Merz hatte unlängst bei einem Wahlkampfauftritt in Baden-Württemberg beklagt, dass die Beschäftigten in Deutschland im Schnitt auf 14,5 Krankentage im Jahr kämen. „Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“

Gassen will auch bei Kinderkrankentagen Attest abschaffen

Dass Hausärzte und Kinderärzte an der telefonischen Krankschreibung festhalten wollen, hält Gassen in der aktuellen Situation für nachvollziehbar. „Bei den sogenannten Kinderkrankentagen ist es oft völlig absurd“, sagte der Kassenärzte-Chef. Das Kind werde krank zu Hause betreut, müsse gar nicht zum Arzt und die Eltern benötigten ein ärztliches Attest für den Arbeitgeber. „Auch hier sollte das ärztliche Attest in den ersten drei Tagen überall abgeschafft werden“, forderte Gassen.

Wer sich ein ärztliches Attest erschleichen wolle, schaffe das bereits jetzt, auch in der Arztpraxis. „Kein ärztliches Attest in den ersten drei Tagen wäre kein Freifahrtschein für Blaumacher“, betonte Gassen. Die Arbeitgeber könnten es entweder auf Vertrauensbasis handhaben. Aber auch ein Bonus für diejenigen, die sich nicht krankmeldeten, sei denkbar.

Andere Arbeitgeber führten womöglich einen unbezahlten Karenztag ein. „Da kann ein Arbeitnehmer einen Tag nicht zur Arbeit erscheinen ohne Gründe. Das gibt es in vielen Ländern.“

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein warnte am Donnerstag vor einer „Phantom-Diskussion“. Die Probleme des vergleichsweise hohen Krankenstandes in Deutschland seien nicht durch die relativ geringe Zahl telefonischer Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen bedingt, erklärte der KV-Vorsitzende Frank Bergmann in Düsseldorf.

Daten des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung aus dem Herbst vergangenen Jahres zufolge machten telefonische Krankschreibungen lediglich 0,9 Prozent aller Fälle bundesweit aus.

Die telefonische Krankschreibung sei für die Praxen im Land „ein funktionierendes Instrument für persönlich bekannte Patientinnen und Patienten sowie chronisch Erkrankte“, betonte Bergmann. Zudem seien die Regeln, ob und wann eine Krankschreibung telefonisch erfolgen kann, nach der Corona-Pandemie zu Recht verschärft worden. Eine Arbeitsunfähigkeit per Telefonanruf sei „nur zulässig, wenn die Praxis die Patientin oder den Patienten kennt und selbst keine Videosprechstunde anbietet“. (lem)

Baden-Württemberg CDU Friedrich Merz SPD auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

2026-03-17

Auf einem Bild aus der Kindheit legt die Tochter die Arme um den Hals der Mutter, die Ältere auf dem...

„Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

„Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

2026-03-17

Um den rumänischen Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest ist eine Debatte entbrannt. ...

Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

2026-03-17

Wo Egidio Marzona war, war auch die Kunst. Schwer vorstellbar, ein Gespräch mit ihm zu führen, ohne ...

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

2026-03-17

Nach mehreren Fahrzeugbränden vor Gefängnissen kommen vier Männer heute (9.30 Uhr) vor das Landgeric...

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

2026-03-17

Gut zwei Monate nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition in Brandenburg wollen SPD und CDU ihr neues Bün...

Nächster Beitrag
Unternehmen: „Fatales Zeichen“: Warum SAP-Chef Klein vor der AfD warnt

Unternehmen: „Fatales Zeichen“: Warum SAP-Chef Klein vor der AfD warnt

EMPFOHLEN

„Keine Zeit für ein jahrelanges Gesetzgebungsverfahren“: Prien will rasche EU-Auflagen für Social Media

„Keine Zeit für ein jahrelanges Gesetzgebungsverfahren“: Prien will rasche EU-Auflagen für Social Media

2026-03-17
Joachim Gauck bei „Miosga“: „Hör mal zu, Alter, jetzt reicht’s!“

Joachim Gauck bei „Miosga“: „Hör mal zu, Alter, jetzt reicht’s!“

2026-03-17

MEISTGESEHEN

  • Sonntagstrend: Union verliert leicht und liegt jetzt wieder gleichauf mit der AfD

    Sonntagstrend: Union verliert leicht und liegt jetzt wieder gleichauf mit der AfD

  • Nahost: Parteien gegen deutsche Beteiligung an US-Militärmission

  • Steigende Öl- und Gaskosten: Reiche lehnt einen Preisdeckel ab

  • Auswertung erklärt Anstieg bei Krankheitstagen: Elektronische Krankschreibung verzerrt die Statistik

  • Kirche in Deutschland: Mehr als 600 000 Menschen traten 2025 aus beiden Kirchen aus

  • Absage für Ministerposten unter Özdemir: Boris Palmer will Oberbürgermeister in Tübingen bleiben

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.