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Legende jamaikanischer Musik: Ein Reggae-Pionier ist tot: Jimmy Cliff

2025-11-25
In gesellschaft Vom admin

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Es gibt diese Lieder, deren Titel man nur lesen muss und schon ist der Ohrwurm da - „You Can Get It If You Really Want“ gehört mit Sicherheit dazu. Geschrieben hat den Song die Reggae-Legende Jimmy Cliff. Der Jamaikaner ist jetzt im Alter von 81 Jahren gestorben. 

Cliff trug zur weltweiten Bekanntheit von Reggae bei. Über eins seiner Lieder soll Bob Dylan einmal gesagt haben, es sei der beste Protestsong, der jemals geschrieben wurde. Der zweifache Grammy-Gewinner gilt auch als Entdecker von Bob Marley.

Star von Jamaikas erstem Spielfilm

Mit dem Film „The Harder They Come“ und dem dazugehörigen Soundtrack wurde Cliff weltweit bekannt. Das Werk von 1972 gilt als erster jamaikanischer Spielfilm. Cliff spielte nicht nur die Hauptrolle, sondern lieferte auch mehrere Songs, darunter den ikonischen Titeltrack und „You Can Get It If You Really Want“. 

Cliff spielt einen jungen Musiker, der vom Land in die jamaikanische Hauptstadt Kingston zieht, von einer Karriere träumt, aber in die Kriminalität abrutscht. Die Rolle hat autobiografische Züge. Der Film ist heute ein Klassiker und sorgte in den 1970er Jahren dafür, dass Reggae auch außerhalb Jamaikas ein Publikum fand. Seine realistische Darstellung schwarzer Jamaikaner war bahnbrechend.

In Wirklichkeit ist die Geschichte deutlich besser ausgegangen für Cliff, der 2010 in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen wurde.

Reggae, bevor es Reggae gab

Als Jimmy Cliff mit „Hurricane Hattie“ erstmals die jamaikanischen Charts anführte, kannte noch niemand das Wort Reggae. Wir schreiben das Jahr 1962: Jamaika wird unabhängig, Cliff wird 18 - und seine Karriere nimmt Fahrt auf.

Vier Jahre zuvor war der als James Chambers Geborene nach Kingston gezogen. Er hatte sich den Künstlernamen Cliff gegeben - inspiriert von den Klippen seiner Heimat St. James im Nordwesten der Karibikinsel. 

Der Titel „Hurricane Hattie“ verweist auf den schweren Wirbelsturm von Oktober 1961. Der Song spiegelt Cliffs eigene Anfänge wider: Laut seiner Website wurde er selbst während eines Hurrikans geboren - in einem Haus, das der Sturm danach zerstörte.

Entdecker und Förderer von Bob Marley

Musikalisch war „Hurricane Hattie“ noch ein Ska-Stück - aus diesem Sound entwickelte sich später der Reggae. Für den globalen Reggae-Boom der 70er war Cliff nicht nur mit seinen eigenen Songs wichtig. Der junge Bob Marley, damals noch Schweißer, tauchte eines Tages in Cliffs Proberaum auf, wie Cliff in der Radiosendung „A Breath of Fresh Air“ erzählte. Cliff erkannte in ihm ein poetisches Talent, nahm ihn mit ins Studio und produzierte Marleys erste drei Songs.

Ein paar Jahre später half Cliff Marley indirekt noch einmal. 1972 steckten Marley und seine Band, die Wailers, ohne Geld in London fest und suchten Chris Blackwell von Island Records auf. „Gutes Timing. Jimmy Cliff hatte mich eine Woche zuvor verlassen“, schrieb Blackwell in seinen Erinnerungen. Er nahm die Wailers unter Vertrag - der internationale Durchbruch folgte kurz darauf.

Cliff selbst hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Erfolge gefeiert, etwa mit „Vietnam“ - laut Bob Dylan handelt es sich dabei um das beste Protestlied überhaupt. Doch reich wurde er damit nicht, also trennte er sich von Island Records.

Rassismus in London

Für seine Karriere war der Jamaikaner nach London gezogen. Doch die Hauptstadt von Großbritannien empfand er als schwierig. Eine Vermieterin wollte ihn mit den Worten „Wissen Sie nicht, dass Schwarze hier nicht geduldet werden?“ hinauswerfen. Erst als sie ihn später bei „Top of the Pops“ sah, änderte sie ihre Haltung, wie Cliff im kanadischen Sender CBC erzählte.

Cliffs Song „Many Rivers to Cross“ verarbeitet diese Zeit - und auch die Geschichte seiner Vorfahren, die einst als Sklaven die Überfahrt über den Atlantik machen mussten. Der Titel wurde unter anderem von Cher, Joe Cocker und Harry Nilsson mit John Lennon gecovert. Cliffs Originalversion ist Teil des Soundtracks zu „The Harder They Come“. 

Musikalisches Wirken bis zuletzt

Cliffs Einfluss auf andere Künstler war groß: Von Reggae-Stars bis hin zu Pop- und Rock-Musikern sah man in ihm ein musikalisches Vorbild. Er arbeitete im Laufe seiner Karriere mit Größen wie Sting und Wyclef Jean zusammen. Zu seinen Bewunderern zählt Bruce Springsteen, der live öfter mal ein Cover des Songs „Trapped“ spielte. Die beiden traten auch gemeinsam auf. 

Bis zuletzt war Jimmy Cliff als Musiker aktiv. Sein letztes Studioalbum „Refugees“ erschien 2022.

© dpa-infocom, dpa:251124-930-334697/1

Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.

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