Wednesday, Feb 18, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite gesellschaft Mutmaßlicher Femizid: E...

Mutmaßlicher Femizid: Ehefrau getötet - Sohn sagt im Prozess gegen Vater aus

2025-10-01
In gesellschaft Vom admin

ÄHNLICHE ARTIKEL

Liebe im Jenseits: Zum 100. Geburtstag des Komponisten György Kurtág

Berliner Kultursenatorin Wedl-Wilson gibt Entwarnung: Das Maxim Gorki Theater knackt sein Sparschwein

Die vier Kinder schliefen, als es zu einem Messerangriff auf ihre Mutter kam: Nach dem gewaltsamen Tod einer 37-jährigen Frau steht ihr Ehemann vor dem Berliner Landgericht. Der 44-Jährige soll die vierfache Mutter, die getrennt von ihm lebte, in deren Wohnung mit einem Küchenmesser attackiert haben. 

Der älteste Sohn sagte als erster Zeuge, er sei durch Geschrei aufgewacht, die Eltern seien in der Küche gewesen, sein Vater habe ein Messer in der Hand gehalten. „Ich habe den letzten Stich gesehen“, sagte der 22-Jährige unter Tränen. Sein Vater sei sehr eifersüchtig gewesen. Immer wieder sei es in der Ehe zu Gewalt gekommen. „Mein Vater hat meine Mutter geschlagen, an den Haaren gezogen, Geschirr geworfen, so der Sohn. Eine Arbeit habe der Vater der Mutter verboten, er habe sie kontrolliert.

Als Totschlag angeklagt

Die Anklage lautet auf Totschlag. Das Gericht erteilte allerdings einen rechtlichen Hinweis, dass auch eine Verurteilung wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen in Betracht komme. Der Verteidiger erklärte zu Beginn des Prozesses um einen mutmaßlichen Femizid, sein Mandant werde sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Femizid bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden – also weil sie Frauen sind. Als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner.

Anklage: Mehrmals mit Küchenmesser zugestochen

Die vier gemeinsamen Kinder des aus Afghanistan stammenden Paares schliefen noch, als es am Morgen des 17. April dieses Jahres in der Wohnung der Frau in Berlin-Britz zu einem Streit kam. „In dessen Verlauf fasste der Mann den Entschluss, die Geschädigte zu töten“, heißt es in der Anklage. Er habe mit einem Küchenmesser zugestochen – vier Stiche in den vorderen Oberkörper und einer in den Rücken seien es gewesen.

Sohn schubste den Vater weg

Der älteste Sohn wurde laut Ermittlungen auf den Streit aufmerksam. Der 22-Jährige sei aufgestanden und habe den Vater weggeschubst. Dadurch sei der Mutter zunächst die Flucht gelungen. Im Treppenhaus sei sie zusammengebrochen und verblutet. Der 44-Jährige wurde vor Ort festgenommen und befindet sich seitdem in Haft.

Frau zog Anzeigen wieder zurück

Laut Staatsanwaltschaft hatte die Frau nach dem Gewaltschutzgesetz ein sogenanntes Annäherungsverbot bis Juni 2025 erwirkt. Zuvor soll sie den Mann zweimal wegen Körperverletzung angezeigt haben, zuletzt im Dezember 2024. Da die Frau hinterher jedoch die Anzeigen zurückgezogen habe, hätten die Verfahren eingestellt werden müssen.

Der Vater habe sich Monate vor der Tat wegen einer anderen Frau getrennt, berichtete der Sohn. Nach dem Ende der neuen Beziehung sei er wieder aufgetaucht, habe von Liebe gesprochen. Er habe die Mutter auch überredet, eine Strafanzeige zurückzunehmen. „Danach war sein Verhalten noch schlechter“, so der Sohn. 

Leblose Frau auf dem Beifahrersitz

In einem anderen Gerichtsprozess, in dem es auch mutmaßlich um einen Femizid in Berlin geht, ist ein 49-jähriger Mann wegen heimtückischen Mordes angeklagt. Der polnische Staatsangehörige soll seine Partnerin am 10. April 2025 in Berlin-Moabit in seinem Auto mit einem Spanngurt stranguliert haben, so die Staatsanwaltschaft.

Mit der leblosen Frau auf dem Beifahrersitz sei er dann wegen seiner auffälligen Fahrweise von der Polizei kontrolliert worden. Die Beamten hätten versucht, die 57-Jährige, die ebenfalls aus Polen stammte, zu reanimieren. Sie sei wenig später in einem Krankenhaus gestorben. 

Das Paar habe seit 2018 „in einer von häuslicher Gewalt seitens des Angeklagten und beidseitigen Alkoholexzessen geprägten Beziehung gelebt“, so die Staatsanwaltschaft. Der 49-Jährige schwieg zu Prozessbeginn. In früheren Angaben bei der Polizei hatte er die Tat bestritten und erklärt, er habe die Frau leblos im Auto gefunden. Beide Prozesse gehen am 7. Oktober weiter.

© dpa-infocom, dpa:250930-930-104976/2

Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.

auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Tag 5 bei der Berlinale: Der Bär muss was essen

Tag 5 bei der Berlinale: Der Bär muss was essen

2026-02-17

Man ist, was man isst. In Kinosälen mampfen die Leute inzwischen alles. Bei einem Film über eine que...

Bekannt aus „Der Pate“ und „Apocalypse Now“: US-Schauspieler Robert Duvall im Alter von 95 Jahren gestorben

Bekannt aus „Der Pate“ und „Apocalypse Now“: US-Schauspieler Robert Duvall im Alter von 95 Jahren gestorben

2026-02-17

Hollywood-Star Robert Duvall ist nach übereinstimmenden US-Medienberichten tot. Der 95-Jährige starb...

Autoverkehr: Staugefahr auf der A115

Autoverkehr: Staugefahr auf der A115

2026-02-17

Wegen des Neubaus der Ringbahn- und der Westendbrücke drohen vor allem ab dem Berufsverkehr längere ...

SPD in Berlin: Michael Müller: „Ich wache nicht morgens auf und weine“

SPD in Berlin: Michael Müller: „Ich wache nicht morgens auf und weine“

2026-02-17

Dass Bundestagsabgeordnete es nicht wieder ins Parlament schaffen, kommt immer wieder vor. Es ist ab...

Wahlen: Krach: Bund muss Berlin stärker finanziell unterstützen

Wahlen: Krach: Bund muss Berlin stärker finanziell unterstützen

2026-02-17

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach fordert ein stärkeres finanzielles Engagement des Bundes für die H...

Nächster Beitrag
Vor der Stichwahl: Wahlkampf in Potsdam wird schärfer

Vor der Stichwahl: Wahlkampf in Potsdam wird schärfer

EMPFOHLEN

Autoverkehr: Staugefahr auf der A115

Autoverkehr: Staugefahr auf der A115

2026-02-17
SPD in Berlin: Michael Müller: „Ich wache nicht morgens auf und weine“

SPD in Berlin: Michael Müller: „Ich wache nicht morgens auf und weine“

2026-02-17

MEISTGESEHEN

  • Wahlen: Krach: Bund muss Berlin stärker finanziell unterstützen

    Wahlen: Krach: Bund muss Berlin stärker finanziell unterstützen

  • Sicherheit, Charité, Staatsoper: Berlins SPD-Spitzenkandidat Krach fordert Zuständigkeit des Bundes

  • Es wird wieder kalt: Zum Wochenstart schneit es in Berlin und Brandenburg

  • Künstlerin für deutschen Venedig-Pavillon: Henrike Naumann in Berlin gestorben

  • Sinkende Nachfrage, steigende Kosten: Berlin stoppt Vergabe neuer Taxilizenzen

  • Wiedergutmachung für NS-Opfer wie Albert Einstein: 280.000 Entschädigungsakten gehen ins Landesarchiv Berlin

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.