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Sicherheit, Charité, Staatsoper: Berlins SPD-Spitzenkandidat Krach fordert Zuständigkeit des Bundes

2026-02-17
In gesellschaft Vom Hannes Heine

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Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach fordert ein stärkeres Engagement des Bundes für die Hauptstadt. Berlin übernehme in Sicherheit, Forschung und Kultur derart umfangreich nationale Aufgaben, dass der Bund diese umfassender unterstützen sollte, sagte Krach dem Tagesspiegel.

„Der Hauptstadtschutz und die Charité müssen aus meiner Sicht in die Bundesfinanzierung übergehen, weil sie bundesweite Aufgaben erfüllen. Die Charité ist de facto schon eine Bundesmedizin. Auch die Staatsoper hat den Rang einer nationalen Kultureinrichtung und sollte entsprechend behandelt werden“, sagte Krach. „Ich halte es für zwingend, zu diesen drei Themen mit Kanzler Friedrich Merz und Vize-Kanzler Lars Klingbeil zu sprechen. Mittelfristig müssten diese drei Felder neu im Hauptstadtfinanzierungsvertrag zwischen Berlin und Bund verankert werden.“

Bundeseinrichtungen in Berlin

Neben bekannten Behörden wie dem Bundesnachrichtendienst haben in Berlin auch andere Einrichtungen von Bundesrang ihren Sitz. In Wedding befindet sich etwa das für das Beobachten von Gesundheitsgefahren zuständige Robert-Koch-Institut (RKI).

Der Vertrag regelt, dass sich der Bund mit circa 120 Millionen Euro jährlich an Kosten beteiligt, die Berlin durch Ministerien, Botschaften und Staatsgäste entstehen. Auch Berlins Kultur wird mit Millionensummen unterstützt. Es gehe nicht nur um mehr Geld, sagte Krach, sondern um Zuständigkeit, also Verantwortung: „Wir müssen uns fragen, wie wir den Schutz unserer Hauptstadt verstehen. Derzeit verfügt Berlin nur über die Fähigkeiten eines Bundeslandes – ein echter Hauptstadtschutz ist mehr als ein einzelnes Bundesland leisten kann.“

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Krach geht über Senatschef Kai Wegner (CDU) hinaus, der nach dem Anschlag auf die Stromversorgung im Januar ein Umschichten aus dem Bundessondervermögen gefordert hat. „Jeder Anschlag in Berlin ist ein Anschlag auf die deutsche Hauptstadt“, sagte Krach. „Um die Zusammenarbeit aller relevanten Akteure zu verbessern, wollen wir einen Landessicherheitsrat schaffen – analog zum Nationalen Sicherheitsrat der Bundesregierung.“

Charité und Staatsoper sind Institutionen, die den Osten Deutschlands geprägt haben. Sie durch den Bund finanzieren zu lassen, wäre auch ein Signal der Wertschätzung für Ostdeutschland.

Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl 2026

Der Senat solle sich an Merz (CDU) und Klingbeil (SPD) wenden, forderte Krach: „Zu sprechen wäre auch über die Charité. Sie gehört zur weltweiten Spitze in Forschung und Versorgung und nimmt eine besondere Rolle in der Kliniklandschaft ein.“ Dies sei deutlich geworden, als die Charité in der Corona-Pandemie half, ein deutschlandweites Netzwerk der Universitätsmedizin aufzubauen.

Derzeit entsteht in Wedding mit Bundeshilfe das neue Charité-Herzzentrum. „Es ist auch kein Zufall, dass sich die Bundesregierung an der Entwicklung des Translationszentrums für Gen- und Zelltherapie von Charité und Bayer beteiligt und das Berlin Institute of Health der Charité trägt“, sagte Krach. „Es ist nur konsequent, dass Berlins herausragende Universitätsmedizin zu einer Nationalen Universitätsmedizin wird.“

Krach ist noch Regionspräsident in Hannover, von 2014 bis 2021 war er als Berlins Wissenschaftsstaatssekretär für die Charité zuständig. Krach verwies auch auf die Staatsoper, die wie kaum eine andere Oper für die deutsche Geschichte stehe und es ebenfalls verdiene, in den Bundesrang erhoben zu werden: „Charité und Staatsoper sind zudem Institutionen, die den Osten Deutschlands geprägt haben. Sie durch den Bund finanzieren zu lassen, wäre auch ein Signal der Wertschätzung für Ostdeutschland.“

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