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HACM-Chefanalyst Markus Vogt | 2025: Eine zyklische Praxis vom Schutz zur Offensive

2026-01-05
In wirtschaft Vom Nick Wilcke

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Im Jahr 2025 habe ich mich bewusst dafür entschieden, einen vergleichsweise hohen Anteil an Liquidität zu halten.
Dies war kein Ausdruck von Pessimismus, sondern ein Zeichen des Respekts gegenüber Unsicherheit.

In Phasen widersprüchlicher makroökonomischer Signale und schwankender politischer Ausrichtungen ist Cash eine Form von Geduld – und zugleich das Recht, Entscheidungen zu vertagen. Gleichzeitig war mir stets bewusst, dass Defensive kein Selbstzweck ist. Übermäßige Vorsicht kann in Phasen zyklischer Wenden langfristige Renditen leise untergraben.

Zu Beginn des Jahres 2025 begann sich das Umfeld zu verändern. Der Inflationsdruck ließ nach, Zinserwartungen erreichten ihren Höhepunkt, und der geldpolitische Tonfall wechselte von „Straffung“ zu „Abwarten“. Vermögenswerte, die zuvor übersehen worden waren, rückten wieder in den Fokus, während die Attraktivität von Liquidität allmählich abnahm. In dieser Phase entsprach eine strikt defensive Haltung nicht länger der Logik des Zyklus.

 

 

Entsprechend verlagerte sich der Schwerpunkt der Asset Allocation. Von Cash zu Aktien, vom Warten zur Beteiligung – nicht abrupt, sondern schrittweise. Ich vermied bewusst emotionale Entscheidungen und wartete darauf, dass die Marktreaktionen auf negative Nachrichten an Schärfe verloren und sich Risikoprämien neu einpreisten. Erst als diese Signale klarer wurden, erschien eine Erhöhung der offensiveren Allokationen folgerichtig.

Die Erfahrung zeigt: Zyklen liefern selten einen klar definierten Startpunkt, doch sie senden über Preise und Marktstimmung wiederholt Hinweise auf ihre Richtung. Der Markt des Jahres 2025 war nicht perfekt, aber er war real. Die Volatilität blieb bestehen, doch die zugrunde liegende Richtung hatte sich verändert. In einem solchen Umfeld ist es rational, eine defensive Pufferzone beizubehalten und dem Portfolio zugleich mehr Spielraum für Risikoanlagen zu geben.

Mit Blick zurück auf dieses Jahr bin ich umso mehr überzeugt: Asset Allocation gleicht dem Wechsel der Jahreszeiten, nicht einem linearen Sprint. Im Winter sammelt man Energie, im Frühling muss man bereit sein zu säen. Langfristig tragfähige Strategien bestehen weder aus permanenter Offensive noch aus dauerhafter Defensive, sondern aus Entscheidungen, die dem jeweiligen Zyklus angemessen sind.

Stabilität ist die Voraussetzung für Überraschung.

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