Nachdem es am Samstag bereits drei deutsche Bronzemedaillen in der Sprintverfolgung im Para-Biathlon gab, folgten heute drei weitere in den 12,5 Kilometer-Rennen. Damit ist das Team ist zufrieden. Auf Instagram schreibt das Team D Paralympics und das deutsche Para Nordisch Team: „Team Tesoro – das T steht für Erfolg“.
Silber, Bronze und Bronze
Anja Wicker konnte heute nach der gestrigen Bronzemedaille im Biathlon-Sprint heute noch einen drauflegen und gewinnt Silber. Die Stuttgarterin lieferte sich ein enges Rennen mit der Goldmedaillengewinnerin Yunji Kim aus Südkorea. Nach dem ersten Schießen hatte Wicker bereits eine Strafminute, bliebt aber im Rest des Rennens fehlerfrei. Mit Silber ist sie mehr als zufrieden: „Zwei Rennen, zwei Medaillen. Davon träumt man. Ich muss mich kneifen”, so Wicker. Wickers Teamkollegin Andrea Eskau, die ebenfalls sitzend antritt, wurde nach dem Rennen disqualifiziert.
Nach den Rennen in der sitzenden Kategorie wurde die Wettkampfstrecke für die stehenden und sehbeeinträchtigten Athlet:innen am Nachmittag neu präpariert und eine steilere Wettkampfstrecke abgesteckt.
© Daniel Kopatsch / VOIGT / DBS
Mehr Erfolg als gedacht
Bei den Wettbewerben in der Kategorie stehend konnte sich auch Marco Maier erneut durchsetzen und sichert sich damit seine insgesamt vierte Paralympics-Medaille. Mit nur einem Schießfehler, den auch der erste und zweite Platz machten, und starker Laufleistung, reichte es für den dritten Platz: „Dass es trotzdem für Bronze gereicht hat, ist umso schöner”, sagt Maier. „Ich hätte nie gedacht, dass ich zwei Medaillen gewinne, in gleich zwei Rennen hintereinander“.
Der 26-jährige, der bereits gestern mit kurzer Hose auffiel, die er sich kurzerhand in der Werkstatt im Paralympischen Dorf umnähen ließ, hatte damit einige Teamkolleg:innen angesteckt. Denen war das frühlingshafte Wetter mit 13 Grad und Sonnenschein in Tesoro wohl auch zu warm.
Digitale Serie „Paralympics Zeitung“
Dieser Text erscheint im Rahmen der „Paralympics Zeitung“ – ein Gemeinschaftsprojekt von Tagesspiegel und Aktion Mensch. Alle Texte zu den Winterspielen in Mailand Cortina 2026 finden Sie hier.
Erste Paralympische Medaille für Recktenwald
Auch Johanna Recktenwald gewinnt Bronze mit Guide Emily Weiss. Nachdem sie sich gestern im Sprint mit dem 5. Platz zufriedengeben musste, konnte sie sich heute im 12.5 Kilometer-Rennen mit null Schießfehlern einen Platz auf dem Podest sichern. Kurz nach dem Rennen konnte es die 24-jährige noch kaum fassen. „Ich bin mega, mega happy, dass wir das heute geschafft haben. Das ist ein riesengroßer Traum, der in Erfüllung geht”, sagt Recktenwald. Für sie ist es die erste Paralympische Medaille. Leonie Maria Walter wird bei den Frauen mit Sehbehinderung fünfte und Linn Kazmaier sechste.
Der deutsche Bundestrainer Ralf Rombach freut sich über die drei Medaillen seines Teams heute. „Morgen haben wir Pause, dass wir vor den Langlauf-Wettbewerben mal durchschnaufen können“, so Rombach.
Keine russische Flagge im Biathlon
Die einzigen Nationen, die im Biathlon bisher besser sind als Deutschland sind China mit insgesamt elf und die Ukraine mit acht Medaillen. Unter den Umständen dieser Spiele ist das für die Ukrainer:innen ein besonderer Erfolg.
Nachdem vor allem bei der Vergabe der Wildcards für russische und belarussische Athlet:innen die Diskussion um deren Teilnahme hochgekocht ist, droht das auch bei den kommenden Langlauf-Wettbewerben zum Thema zu werden. Dort besteht, anders als im Biathlon die Chance, dass ukrainische und russische Athlet:innen gemeinsam auf dem Podest landen. Im Biathlon sind Russen immer noch ausgeschlossen. Daran hält die Internationale Biathlon-Union (IBU) an dem Ausschluss fest.
Bei der umstrittenen Eröffnungsfeier wurde nach zwölf Jahren das erste Mal wieder die russische Flagge bei Paralympischen Spielen gehisst, sowie bei den zwei Bronzemedaillen für Russland im Para Ski alpin.