Lisa Heiseler nahm ihren roten Bauhelm ab und war beeindruckt. „Wo wir gerade stehen, habe ich noch auf Kunstrasenplätzen trainiert“, erinnerte sich die Kapitänin des 1. FC Union Berlin an ihre Anfänge im Jahr 2012. „Und jetzt stehen wir hier am neuen Trainingszentrum, das macht mich ein bisschen sprachlos.“

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Eine Baustellenbesichtigung ist für gewöhnlich eher eine trockene Angelegenheit, für Unions Fußballerinnen und Fußballer war das Richtfest für das neue Trainingszentrum mit 500 Gästen am Mittwoch hingegen ein emotionaler Blick in die Zukunft. Der Rohbau steht, die Arbeiten liegen im Zeitplan und Ende des Jahres sollen die beiden Profimannschaften ihre neue sportliche Heimat beziehen.
© imago/Matthias Koch
„Das ist ein Ort, an dem wir gemeinsam Geschichte schreiben“, sagte Präsident Dirk Zingler. Das gelte für den Verein, denn solch professionelle Bedingungen habe es bei Union noch nie gegeben. Doch das sei auch „ein Novum“ im deutschen Fußball. „Erstmals werden unsere Fußballerinnen und Fußballer ihren Beruf unter den gleichen Bedingungen ausüben, unter einem Dach, auf den gleichen Trainingsplätzen“, sagte Zingler.
© Simulation: 1. FC Union Berlin
Rund 40 Millionen Euro investiert Union in das neue Trainingszentrum hinter dem Stadion An der Alten Försterei. Ein Rasenspielfeld wird bereits genutzt, ein zweites wird um vier Meter erhöht auf einem Parkhaus für 300 Autos errichtet und soll im Spätsommer in Betrieb genommen werden. „Das ist einzigartig in Europa“, sagte Projektleiterin Stephanie Ahlberg. Dazu kommen zwei Plätze mit Hybridrasen und kleineren Maßen.
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Das Kernstück ist jedoch das dreigeschossige Funktionsgebäude. Auf 4100 Quadratmetern werden die Fußballerinnen und Fußballer beste Bedingungen vorfinden. Noch ist allerdings viel Vorstellungskraft vonnöten, um sich in dem Rohbau mit grauen Betonwänden ein modernes Trainingszentrum vorzustellen.
Wir sind jetzt Vorreiter.
Christopher Trimmel über die Angleichung der Bedingungen für Männer- und Frauenteam
Im Erdgeschoss werden die beiden Profimannschaften zwei identisch große Kabinen vorfinden. Direkt daran anschließend befinden sich die Räume für Physiotherapie und Regeneration mit Entmüdungsbecken, Sauna und Kältekammer.
Eine Etage darüber liegen Freud und Leid der Sportlerinnen und Sportler ganz nah beieinander. Hier entstehen ein großer Kraft- und Athletikraum, aber auch viele Aufenthaltsbereiche. Neben einem gemeinsamen Speisesaal wird es Ruheräume geben, aber auch die Möglichkeit, sich beim Billard, Darts oder an der Playstation mit den Kolleginnen zu messen. Ganz oben finden sich die Büros der sportlichen Leitung und Besprechungsräume. Dazu gibt es im gesamten Gebäude zahlreiche Balkone und eine große Terrasse.
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„Unser Ziel wird immer sein, mit beiden Profiteams in der höchsten Spielklasse vertreten zu sein. Das zu schaffen, bleibt für uns eine herausfordernde Aufgabe. Sie wird leichter, wenn wir die Bedingungen dafür stetig verbessern. Und genau das tun wir hier an diesem Ort“, sagte Zingler.
Abgesehen von der modernen Ausstattung und Größe betonten alle Beteiligten immer wieder das Konzept der gemeinsamen Nutzung. Im neuen Trainingszentrum sollen nicht nur beide Profimannschaften unter besten Bedingungen arbeiten, sie sollen es, ganz wie in Nina Hagens Vereinshymne, Schulter an Schulter tun. „Wir sind jetzt Vorreiter“, sagte Kapitän Christopher Trimmel. Wenn man so nah beieinander sei und daher auch enger in Kontakt komme, „profitieren beide Mannschaften davon“.