Sunday, Feb 01, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite sport „Keiner im Klub springt...

„Keiner im Klub springt vor Freude auf“: Stehplatzkultur adé beim 1. FC Union

2025-10-01
In sport Vom Kit Holden

ÄHNLICHE ARTIKEL

Wenn das Pflegeheim plötzlich teurer wird: Was erlaubt ist und was nicht

Gründer der Bar jeder Vernunft und des Tipi am Kanzleramt: Berliner Entertainment-Legende Holger Klotzbach ist tot

Viel Lärm um nichts und alles halb so wild. So ungefähr war der Tenor, den Dirk Zingler am Dienstag anschlug, als er zum leidigen Thema Stadionausbau erneut Auskunft gab. In den vergangenen Tagen war vielerorts zu lesen, dass die neue Alte Försterei nun kleiner ausfallen solle. Laut dem Präsidenten des 1. FC Union stimmt das jedoch nicht: „Wir bauen das gleiche Stadion, das wir geplant haben“, sagte er.

Aus einer Perspektive, nämlich der des Baulogistikers Dirk Zingler, stimmt das auch. Denn an den Bauplänen, die der Köpenicker Bundesligist bereits vor zwei Jahren vorgestellt hat, hat sich im Grunde nichts geändert. Nur: Zunächst sollen deutlich weniger Menschen in dieses Stadion kommen als ursprünglich vorgesehen. Und aus Sicht des Sportfunktionärs Zingler war das durchaus ein wichtiger, wenn auch bittersüßer Schritt nach vorn.

Empfehlungen der Woche

Ein schneller Überblick über die wichtigsten Artikel, jeden Sonntag per Mail direkt aus der Tagesspiegel Chefredaktion.

Ich bin damit einverstanden, dass mir per E-Mail interessante Angebote des Tagesspiegels unterbreitet werden. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.

Schon am Montagabend hatte Zingler die Überarbeitung der Ausbaupläne bestätigt. „Trotz aller Bemühungen konnten wir bislang mit den zuständigen Senatsverwaltungen keine Einigung darüber erzielen, wie der verkehrliche Raum rund um das Stadion An der Alten Försterei an Spieltagen die von uns geplanten 40.500 Besucher aufnehmen kann“, teilte er in einem Schreiben an die Mitglieder mit. Deshalb soll die Kapazität zunächst auf 34.500 reduziert werden.

Wie er am Dienstag erläuterte, wolle man damit „einen baulichen Knoten zerschlagen“. Für die geplante Kapazität von 40.500 bevorzugten sowohl der Verein als auch die Behörden ein „schienengebundenes“ Verkehrskonzept, das unter anderem auf der Errichtung einer neuen Tram-Endhaltestelle in der Nähe des Stadions basiert. Da der dafür notwendige Bahnstrom in Köpenick derzeit jedoch nicht vorhanden ist, sei dies nicht umsetzbar.

Daher hatte Union bereits vor Monaten ein anderes Konzept vorgeschlagen. Demnach sollte der Verein auf eigene Kosten Shuttle-Busse zwischen dem Stadion und den S-Bahnhöfen Karlshorst und Schöneweide einsetzen. Dieses Konzept sei jedoch am 19. September von der Verkehrsverwaltung abgelehnt worden – unter anderem mit der Begründung, es gebe dafür nicht genügend Stellflächen.

Unser Ziel bleibt 40.500 Zuschauer.

Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union

Nun also die Reduzierung auf eine aus Zinglers Sicht „genehmigungsfähige Anzahl“ an Stadionbesuchern. Union will jetzt zweigleisig fahren: Mit der kleineren Auslastung soll der Bau wie geplant schon im kommenden Sommer beginnen und 2027 abgeschlossen werden. Perspektivisch, wenn die Infrastruktur nachzieht, könne die Kapazität dann erhöht werden. „Unser Ziel bleibt 40.500 Zuschauer“, betonte Zingler.

Dass das Shuttle-Bus-Konzept für eine Auslastung von 34.500 genehmigt werden soll, darüber sei der Union-Präsident „so optimistisch wie noch nie“. Denn: „Diese Entscheidung ist mit Kai Wegner besprochen worden sowie mit den zuständigen Senatorinnen und Senatoren. Die politische Unterstützung ist gegeben.“

In Köpenick gilt die Stehplatzkultur als hohes Gut

Mit Pragmatismus und Kompromissbereitschaft will Union nach eigener Darstellung nun endlich den Durchbruch geschafft haben. Kompromisse muss der Klub dabei nicht nur von der Stadt, sondern auch von den Fans einfordern. Um die Auslastung zu reduzieren, muss der gesamte Oberrang zunächst mit Sitzplätzen ausgestattet werden, wodurch die Zahl der Stehplätze von 32.000 auf 18.800 sinkt.

Damit reagiere der Verein laut Zingler auf den Wunsch vieler Fans nach mehr Sitzplätzen. Ganz unumstritten wird diese Entscheidung in den Fan-Kreisen allerdings nicht sein. In Köpenick gilt die Stehplatzkultur seit jeher als hohes Gut und als Hauptgrund für die besondere Stimmung in der Alten Försterei. Nun soll es erstmals in der Geschichte des Stadions fast genauso viele Sitz- wie Stehplätze geben.

Das ist nur die letzte in einer Reihe bitterer Pillen, die die Anhänger im Zuge des Ausbaus schlucken mussten. Schon in den bisherigen Plänen stand fest, dass der beliebte Waldweg einer Umfahrungsstraße weichen muss und die 2008 von Fans renovierten Traversen abgerissen und neu gebaut werden. Mit den Stehplätzen geht nun ein weiteres Alleinstellungsmerkmal verloren.

„Wir wollen die Kultur in unserem Stadion jetzt nicht brutal verändern“, versicherte Zingler am Dienstag, betonte aber zugleich, dass man zwischen den verschiedenen Fangruppen für einen „Interessenausgleich“ sorgen müsse. Schon vergangene Woche habe es Gespräche mit Fanvertretern gegeben. Über die genaue Gestaltung des Oberrangs auf der Waldseite solle weiter beraten werden – auch Klappsitze seien hier laut Zingler eine Option.

„Das ist keine Situation, in der irgendjemand im Klub vor Freude aufspringt und Hurra schreit“, so der Präsident. Gleichzeitig seien jedoch alle froh, wenn der Prozess durch die jetzige Entscheidung beschleunigt werde. Acht Jahre nach der Vorstellung der ersten Ausbaupläne sei es schließlich so, dass „die Geduld bei allen schon ein bisschen strapaziert ist“.

1. FC Union Berlin Bundesliga Treptow-Köpenick auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

„Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt: Ein Operettenhit als burleskes Silberflitterfest

„Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt: Ein Operettenhit als burleskes Silberflitterfest

2026-01-25

Jeder einmal auf dem Mond! Heinz Bolten-Baeckers muss Hellseher gewesen sein, als er das Versprechen...

250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen

250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen

2026-01-25

Der Grabstein, den ihm „seine Freunde“ gewidmet haben, würdigt ihn in großen Lettern als Kammergeric...

Katharine Mehrling erinnert sich an Holger Klotzbach: Er zog Menschen an wie ein Magnet

Katharine Mehrling erinnert sich an Holger Klotzbach: Er zog Menschen an wie ein Magnet

2026-01-25

Am 23. Januar 2026 ist der Impresario Holger Klotzbach nach schwerer Krankheit in Berlin gestorben. ...

CTM-Festival in Berlin: Blick in den amerikanischen Höllenschlung

CTM-Festival in Berlin: Blick in den amerikanischen Höllenschlung

2026-01-25

Die Musik ist zäh und langsam, fast schon einschläfernd. Im Normalfall ist eine solche Beschreibung ...

Agrarmesse: Letztes Wochenende der diesjährigen Grünen Woche steht an

Agrarmesse: Letztes Wochenende der diesjährigen Grünen Woche steht an

2026-01-25

Die 90. Grüne Woche geht in ihr letztes Wochenende. Heute und am Sonntag werden zum Abschluss der ze...

Nächster Beitrag
Nur das Symptom, nicht die Ursache: Roland Virkus tritt als Sportchef in Gladbach zurück

Nur das Symptom, nicht die Ursache: Roland Virkus tritt als Sportchef in Gladbach zurück

EMPFOHLEN

Fußball-Bundesliga: Kompany vor Augsburg: So steht es um Musiala und Davies

Fußball-Bundesliga: Kompany vor Augsburg: So steht es um Musiala und Davies

2026-01-25
Basketball: NBA: Starker Schröder kann Niederlage nicht verhindern

Basketball: NBA: Starker Schröder kann Niederlage nicht verhindern

2026-01-25

MEISTGESEHEN

  • Australian Open: Keine weitere Outfit-Show: Osaka zieht verletzt zurück

    Australian Open: Keine weitere Outfit-Show: Osaka zieht verletzt zurück

  • Australian Open: Letzter Auftritt in Melbourne: Wawrinka scheidet aus

  • Rodeln: Olympia-Doppel stürzt - Rodlerinnen Storch/ Patz überzeugen

  • Drittschwächste Offensive der Liga: Die mangelnde Effizienz gefährdet den Aufstieg von Hertha BSC

  • Australian Open: Trotz Hitze und Krämpfen: Sinner in Melbourne weiter

  • Fußball-Bundesliga: Ein Hamburg-Derby zum Vergessen: Nur Vuskovic-Wut bleibt

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.