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Fußball-Nationalmannschaft: Applaus und Pfiffe: Nagelsmann und die „Hyänen im Busch“

2025-09-09
In sport Vom admin

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Natürlich hatten auch Julian Nagelsmann die Pfiffe zur Pause in den Ohren geklungen. Und natürlich war der Bundestrainer darum heilfroh, dass es nach dem spät erzwungenen 3:1 (1:1) der Fußball-Nationalmannschaft gegen Nordirland doch noch einen Schluss-Applaus des Kölner Publikums gab - und er eine flammende Grundsatzrede an die Nation richten konnte.

Bei allem Verständnis für die Zuschauer, die für „teure Tickets eine gute Performance erwarten“, brächten solche Unmutsbekundungen das Team nicht weiter auf dem schwierigen Weg zur Weltmeisterschaft 2026.

„Wenn wir alle im Land eine Energie haben für alles, wird es einfach besser“, sagte Nagelsmann über die Fußball-Grenzen hinaus. „Und wenn wir alle wie Hyänen im Busch sitzen und warten, bis ich endlich wieder einen beißen und sagen kann, wie schlecht er ist und was er alles beschissen macht - ich glaube nicht, dass man sich da super entwickelt im Land.“ Er verstehe ja die Fans, „dass sie pfeifen, aber auf der anderen Seite habe ich den Wunsch für etwas anderes.“

Die emotionalen Schlussworte des Bundestrainers im Presseraum des Kölner Stadions hallten nach an einem Abend, der drei Tage nach dem 0:2 in der Slowakei lange auf einen weiteren sportlichen Tiefpunkt zusteuerte. 

Schadensbegrenzung - nicht mehr

Auch der Kapitän nahm sich des Fan-Themas an, wobei Joshua Kimmich die Stimmungswechsel klar einordnete: „Gerade beim 3:1 - und auch schon beim 2:1 - hat man gemerkt: wenn man den Menschen etwas anbietet, dann ist die Energie auch da. Natürlich sind die Fans auch kritisch, wenn es nicht so läuft.“ 

Erleichterung. Pure Erleichterung. In dieser Gefühlslage verließen Nagelsmann, die DFB-Oberen um Sportdirektor Rudi Völler und auch die Nationalspieler um den gefeierten Tor-Joker Nadiem Amiri am Ende das Kölner Stadion. 

Und der Bundestrainer nahm eine zentrale Erkenntnis mit nach Hause. „Wir haben viele Schritte noch zu gehen“, sagte Nagelsmann. Denn mehr als Schadensbegrenzung war der erste Sieg nach zuvor drei Niederlagen nicht. 

Nagelsmann spürt, dass der Weg zum Gruppensieg zäh bleibt, dass die Entwicklung der Mannschaft stockt, dass ihm zu viele Topspieler wie Jamal Musiala, Kai Havertz oder Nico Schlotterbeck verletzt fehlen. Die Qualität in der Breite fehlt. Deutschland ist weit entfernt von spanischen Paradies-Zuständen. Der Europameister präsentierte sich beim 6:0 in der Türkei weltmeisterlich.

Davon ist der viermalige Weltchampion Deutschland meilenweit entfernt. „Wir müssen eine gewisse Eingespieltheit hinkriegen. Aber da gibt es nicht diesen heiligen Weg, auch wenn den jeder sehen will“, sagte Nagelsmann. 

Bis zum Jahresende zählen nur Siege - egal wie. „Wir fahren gut damit, dass wir jetzt auf das Momentum schauen und uns auf die Spiele konzentrieren. Ich finde es vermessen, nach Donnerstag (in Bratislava), wo alles in Schutt und Asche lag, jetzt, weil wir gewonnen haben, wieder alles himmelhochjauchzend zu machen“, sagte der 38-Jährige. 

Nagelsmann: „Nur zu 50 Prozent zufriedenstellend“

Beim Blick in den Oktober mit dem Heimspiel in Sinsheim gegen Fußballzwerg Luxemburg, der gegen die Slowakei in letzter Minute mit 0:1 verlor, und dem Rückspiel gegen die Nordiren in Belfast stehen sechs Punkte über allem anderen. „Dieser Lehrgang war nur zu 50 Prozent zufriedenstellend. Der nächste sollte zu 100 Prozent zufriedenstellend sein, was die Ergebnisse betrifft“, sagte der Bundestrainer zur alternativlosen weiteren Zielsetzung. 

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„Wichtig ist einfach, dass wir jetzt jedes Spiel ziehen“, sagte der Leipziger David Raum. „Wir wollen ganz oben mitspielen, wir sind eine große Nation. Wir brauchen die Selbstverständlichkeit. Wir müssen uns Selbstvertrauen aufbauen auf dem Weg zur Weltmeisterschaft - ohne nach links und rechts zu schauen.“

Nagelsmann nahm dafür „viele Erkenntnisse“ aus seinem 25. Länderspiel mit. Fünf Veränderungen hatte er in seiner Startelf vorgenommen. Besonders fruchteten aber, anders als in der jüngeren Vergangenheit, seine Wechsel im Spiel.

Der Mainzer Amiri stach in der energischen letzten halben Stunde mit seinem Premieren-Tor im DFB-Trikot als Top-Joker. Florian Wirtz besiegelte mit einem kunstvollen Freistoß das kleine Happy End. „Die letzten 30 Minuten waren wieder unser Gesicht, mit viel Energie und Power“, meinte Nagelsmann.

Amiri auf dem Gaspedal

Es war die Zeit der Schattenmänner. Amiri trieb im Trikot mit der 10 an, die sonst Musiala trägt. Maximilian Beier brachte Tiefgang und Tempo ins Angriffsspiel. Dazu kam Jamie Leweling, der „immer was probiert“ und die Mannschaft „mit seiner Lust mitgerissen“ habe, wie Nagelsmann lobte. 

Matchwinner war freilich der 28 Jahre alte Amiri, der das so wichtige 2:1 erzielte. Kapitän Joshua Kimmich nahm den Mainzer nach dem Schlusspfiff in den Arm, hob ihn hoch und schlug ihm anerkennend mehrmals kräftig auf den Rücken. „Nadiem ist immer auf dem Gaspedal. Er hat immer Lust, Spiele zu gewinnen. Er kam rein und hatte einfach Bock“, lobte Nagelsmann. „Ich war heiß, ich habe mich schon auf der Bank in die Situation hineingedacht“, berichtete Amiri glücklich. Es gab doch noch kleine Gewinner der Woche.

© dpa-infocom, dpa:250908-930-8906/2

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