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Sportpolitik: USA statt Bundeswehr: Deutsche Sportförderung als Baustelle

2025-08-09
In sport Vom admin

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Turnerin Emma Malewski hatte nach ihrem Abitur in diesem Sommer in Deutschland die Wahl: Entweder sie geht zur Bundeswehr oder sie beendet ihre sportliche Karriere. Die Schwebebalken-Europameisterin von 2022 in München will beides nicht - und entschied sich für die USA, weil die Rahmenbedingungen für Leistungssport dort besser sind als hierzulande.

„Ich möchte nicht in die Bundeswehr und ich möchte auch nicht mit dem Sport aufhören“, sagt Malewski, die nach ihrem größten Erfolg vor drei Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte und nun auf dem Weg zurück in die Weltspitze ist.

In den USA könne sie dank eines Stipendiums an der Clemson University im Bundesstaat South Carolina Sport und Studium miteinander verbinden. Das sei in Deutschland so nicht möglich. „Ich habe jetzt ein Stipendium für vier Jahre. Mal sehen, ob ich so lange da drüben bleibe. Ich gucke von Jahr zu Jahr“, betont Malewski, die jahrelang in der Turn-Hochburg Chemnitz trainierte. Die 21-Jährige ist längst nicht die einzige deutsche Athletin, die die USA für das Training Deutschland vorzieht.

Athleten Deutschland: US-Colleges im Vergleich unschlagbar

„US-Colleges bieten herausragende Trainingsbedingungen und die Verzahnung von Spitzensport und Studium bleibt im Vergleich zu Deutschland unschlagbar. Die Stipendien decken Studiengebühren und Lebenshaltungskosten ab und ermöglichen so den vollen Fokus auf das Wesentliche“, heißt es von der Interessenvertretung Athleten Deutschland. Die Bilanz der in den USA trainierenden Sportlerinnen und Sportler bei Großereignissen spricht meist für sich.

Schwimmerin Anna Elendt wagte 2020 den Schritt in die USA. Seitdem stellte sie mehrere nationale Rekorde auf und sorgte bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Singapur über die 100 Meter Brust für das einzige Gold einer deutschen Frau in den Beckenwettbewerben.

Weltmeisterin Elendt: „Alles wird für dich geplant“

Elendt genießt die Vorzüge beim Training in den USA: „Wenn du da als Sportler hinkommst, wird alles für dich geplant. Du musst dich nicht darum kümmern, wo du wohnst oder wo du isst. Du bist versichert. Alles wird für dich geplant. Ganz viele Sachen, die in Deutschland nicht ganz so einfach sind, werden dir wie selbstverständlich abgenommen.“

Während die USA als Erfolgsschmiede gelten, sorgte Deutschland vor genau einem Jahr in Paris für das schlechteste Ergebnis im Medaillenspiegel bei Olympischen Sommerspielen seit der Wiedervereinigung. Die Bilanz löste mal wieder eine Debatte um die Sportförderung aus. Eine Debatte ohne bisherige Lösung.

Athleten Deutschland fordert, die Sportlerinnen und Sportler finanziell und sozial abzusichern: „Das stiftet direkten Nutzen und erhöht Leistungspotenziale, während die Auswirkungen von strukturellen Reformen erst in vielen Jahren spürbar sein werden und von einer Vielzahl von Faktoren abhängen.“ Wichtig sei auch, die Arbeitsbedingungen für Trainerinnen und Trainer zu verbessern.

Funktionär: Athleten müssen von ihrem Sport leben können

Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbunds und Sprecher der Spitzenverbände des Deutschen Olympischen Sportbunds, erklärte, dass die gesellschaftliche Position des Leistungssports in Deutschland gesunken sei.

„In vielen Sportarten werden die Athleten nicht angemessen entlohnt. Für diese Athleten muss sich Leistung wieder stärker lohnen als in der Vergangenheit und sie müssen von ihrem Sport leben können“, sagte Michelmann. Da müsse das geplante Sportfördergesetz ansetzen.

Doch genau dieses Gesetz, das aufgrund des Bruchs der Ampel-Regierung nicht vollendet werden konnte, lässt auf sich warten. Es sollte der größeren Planungssicherheit, dem Bürokratieabbau und am Ende der besseren Leistungsfähigkeit der Sportler und Sportlerinnen dienen. Kernstück ist die Gründung einer unabhängigen Sportagentur zur Verteilung der Fördermillionen. Seit dem Beginn der Koalition aus CDU/CSU und SPD gibt es aber nur wenig Konkretes zu dem Thema.

Entscheidung im Herbst

Nach Angaben eines Sprechers der neuen Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) wurden in den vergangenen Wochen und Monaten immerhin „viele gute und konstruktive Gespräche“ dazu geführt, wie die Spitzensportförderung in Deutschland effizienter und effektiver aufgestellt werden sollte.

„Es war ihr ein Anliegen, das System der Spitzensportförderung mit seinen Herausforderungen zunächst wirklich zu verstehen. Und es hat sich gezeigt: Es besteht kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsdefizit. Nach dem Zuhören und Verstehen sollen die Erkenntnisse nun umgesetzt werden“, äußert der Sprecher.

Hierfür werde sich Schenderlein „an den bereits eingeleiteten Prozessen orientieren“, heißt es weiter. „Ob es dabei auf die Neuauflage des Sportfördergesetzes hinausläuft und welche konkreten Änderungen notwendig wären, wird die Staatsministerin im Herbst entscheiden.“

Michelmann skeptisch, aber auch hoffnungsvoll

Auf die Frage, wann das Gesetz wohl kommen werde, antwortete Michelmann: „Wer weiß das schon. Die letzte Regierung hat uns ziemlich desillusioniert. Der Prozess dauerte zweieinhalb Jahre und am Ende gab es kein Ergebnis. Also alles unter zwei Jahren sehe ich als Erfolg.“

Dass die Sport-Staatsministerin im Bundeskanzleramt integriert ist, ist laut Michelmann „ein klares Zeichen der Politik, welchen Stellenwert der Sport in Zukunft einnehmen soll“. 

Das Bekenntnis zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in Deutschland sei ein weiteres klares Signal. „Denn nichts löst so einen Impuls aus wie Olympische Spiele im eigenen Land. Aus Gesprächen weiß ich, dass auch Themen wie die akademische Trainerausbildung sowie die Weiterentwicklung des Frauensports auf der Liste der Ministerin stehen und das ist eine positive Entwicklung“, so Michelmann.

© dpa-infocom, dpa:250808-930-888381/1

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