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Pflege in Not: Hilfe darf keine Klassenfrage werden

2026-01-25
In politik Vom Stephan-Andreas Casdorff

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Pflege soll würdevoll sein – aber sie wird immer häufiger unbezahlbar.

Während politische Sonntagsreden den „Respekt vor Pflegebedürftigen“ beschwören, steigt der Eigenanteil im Pflegeheim Monat für Monat. Über 2000 Euro Eigenkosten gelten inzwischen nicht mehr als Ausnahme, sondern als Normalfall.

Wer sein Leben lang gearbeitet hat, erlebt im Alter eine bittere Wahrheit: Die Pflegeversicherung schützt nicht vor finanzieller Überforderung. Das Problem ist bekannt, aber ungelöst.

ist Editor-at-Large des Tagesspiegels.
Er sagt: Dass Merz seine Abkehr von der Staatsräson vorab nicht ausreichend erklärt hat, nährt Zweifel an ihm.

Stephan-Andreas Casdorff ist Editor-at-Large des Tagesspiegels. Für ihn zeigt sich am Thema Pflege, wie solidarisch der Staat letztlich ist.

Die Pflegeversicherung war von Beginn an nur als Teilkasko gedacht. Was damals als pragmatische Lösung galt, erweist sich heute als sozialpolitischer Fehler.

Die Gesellschaft altert, der Pflegebedarf wächst – doch das System wurde nie ernsthaft an diese Realität angepasst. Stattdessen wird die Lücke zwischen Kosten und Leistungen stillschweigend den Betroffenen überlassen.

Wer Vermögen besitzt, bleibt handlungsfähig. Wer keines hat, verliert Autonomie und Würde.

Stephan-Andreas Casdorff über Pflege in Deutschland

Besonders zynisch ist dabei die politische Logik. Bessere Bezahlung für Pflegekräfte ist richtig und notwendig, allerdings wird sie überwiegend aus den Taschen der Pflegebedürftigen finanziert. Wer gute Pflege fordert, zahlt sie am Ende selbst – oder kann sie sich schlicht nicht leisten.

Pflege wird damit zur Klassenfrage. Wer Vermögen besitzt, bleibt handlungsfähig. Wer keines hat, verliert Autonomie und Würde.

Die steigenden Pflegekosten legen ein grundlegendes Versäumnis offen: Pflege wird noch immer als individuelles Risiko behandelt, nicht als kollektive Verantwortung. Dabei kann Pflege jeden treffen, plötzlich, unerwartet, unabhängig von Lebensleistung.

Dass Angehörige einspringen, Ersparnisse aufgebraucht oder Sozialämter einspringen müssen, ist kein Zeichen von Solidarität, sondern von politischer Bequemlichkeit.

Ein System, das Pflegebedürftigkeit zur Armutsfalle macht, verfehlt seinen sozialen Anspruch. Die Frage ist deshalb nicht mehr, ob Reformen nötig sind, sondern warum sie immer wieder vertagt werden.

Wer Pflege ernst nimmt, muss auch bereit sein, sie solidarisch zu finanzieren. Alles andere ist ein stiller Rückzug des Sozialstaats aus seiner Verantwortung.

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