Thursday, Jan 01, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite politik Steigende Zahl von Mess...

Steigende Zahl von Messerangriffen: Wir müssen Ursachen behandeln, nicht nur Symptome

2025-05-25
In politik Vom Dennis Pohl

ÄHNLICHE ARTIKEL

Experten vermuten hohe Dunkelziffer: Mehr als eine Million Menschen waren 2023 wegen Alkohol in Behandlung

Camus-Verfilmung „Der Fremde“: Bilder wie aus einem Fiebertraum

Deutschland hat ein Messerproblem, das muss spätestens jetzt klar sein. 18 Menschen wurden am Freitagabend am Hamburger Hauptbahnhof teils äußerst schwer verletzt. Schon wieder. Es ist die dritte Bluttat innerhalb weniger Tage, bei der ein Messer zum Einsatz kam.

Es muss also dringend etwas passieren. Nur was? Teile der Politik überbieten sich derzeit mit markigen Forderungen. Von der AfD und auch der Union wird die Migration für den Anstieg verantwortlich gemacht, Messerkriminalität sei „importierte Kriminalität“. SPD und Grüne fordern hingegen mehr und strengere Messerverbotszonen.

Das ist einerseits verständlich. Um fast elf Prozent ist der Anteil an Gewaltverbrechen mit Messern laut polizeilicher Kriminalstatistik allein im letzten Jahr gestiegen. 38 Prozent der Deutschen fühlen sich laut Umfragen im öffentlichen Raum nicht mehr sicher.

Kriminalität hat soziale Ursachen

Das ist dramatisch, doch Law-and-Order-Ansätze führen am eigentlichen Problem vorbei. Dass etwa Verbotszonen wenig bringen, zeigte traurigerweise die Tat von Hamburg, sie fand nämlich mitten in einer solchen statt.

Dennis Pohl ist Korrespondent im Tagesspiegel-Hauptstadtbüro. Er sagt: Das Messerproblem lässt sich nicht mit Restriktion in den Griff bekommen, sondern nur durch Prävention.

Und es war auch die Hansestadt, die 2016 feststellen musste, dass nach neun Jahren Waffenverbotszonen auf Reeperbahn und Hansaplatz die Anzahl an Straftaten nicht zurückgegangen war – im Gegenteil.

Wenn jemand gezielt Menschen verletzen will, aus welchen Gründen auch immer, ein Schild hält ihn oder sie wohl kaum davon ab. Zumal es bei der Polizei an Personal mangelt, das ein solches Verbot konsequent durchsetzen könnte.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Kriminalität habe fast immer soziale Ursachen, sagt der Kriminologe Stefan Kersting. Das heißt, man muss ihr auch auf dieser Ebene begegnen. Und da ist die Diagnose klar: Wir leben in Zeiten sozialer Härte, wachsender Ungleichheit, gesellschaftlicher Polarisierung und sprachlicher Enthemmung.

Wer einmal in den Kommentarspalten im Internet unterwegs war, darf sich nicht darüber wundern, dass die Gewalt auf deutschen Straßen zunimmt. Wer einmal den Zwischenrufen der AfD im Bundestag gelauscht hat, nicht darüber, dass der Respekt vor anderen abnimmt. Und wer jemandem wie Donald Trump zuhört, darf sich nicht wundern, wenn Hasskriminalität steigt.

Aus Schülerbefragungen weiß man, dass vor allem junge Menschen zunehmend Messer bei sich tragen, um sich vor möglichen Angriffen zu schützen. Nicht aus Lust an der Gewalt, sondern aus Angst. Das ist kein Zufall.

Sicher, jeder Fall ist anders und nichts entschuldigt eine Tat. Dafür ist der Täter oder die Täterin allein verantwortlich – und bleibt es. Dennoch lässt sich das Messerproblem nicht mit Restriktion in den Griff bekommen, sondern nur durch Prävention.

Dazu zählt einerseits, das subjektive Sicherheitsgefühl durch mehr Polizeipräsenz zu erhöhen. Es braucht aber ebenso eine Stärkung der öffentlichen Infrastruktur, also von Bildung, Aufklärung, Jugendeinrichtungen und niedrigschwelligen Therapieangeboten. Kurzum: Eine Politik, die glaubhaft Teilhabe für alle verspricht.

Zugegeben, das klingt weniger tatkräftig als vermeintlich harte Maßnahmen. Aber diese behandeln letztlich nur die Symptome, nicht die Ursachen.

Hamburg Polizei

ÄHNLICHE ARTIKEL

Berlin als Fest und Spiel: Zum Tod des legendären Kulturmanagers Ulrich Eckhardt

Berlin als Fest und Spiel: Zum Tod des legendären Kulturmanagers Ulrich Eckhardt

2026-01-01

Es mag seltsam klingen, aber West-Berlin wirkte damals größer. Es herrschte eine Art Treibhausklima,...

„Viele von Ihnen machen sich Sorgen“: Wegner ruft Berliner zu Optimismus und Zusammenhalt im neuen Jahr auf

„Viele von Ihnen machen sich Sorgen“: Wegner ruft Berliner zu Optimismus und Zusammenhalt im neuen Jahr auf

2026-01-01

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner ruft die Menschen dazu auf, mit Zuversicht in das neue ...

Neujahrsansprache: Wegner ruft zu Optimismus und Zusammenhalt im neuen Jahr auf

Neujahrsansprache: Wegner ruft zu Optimismus und Zusammenhalt im neuen Jahr auf

2026-01-01

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner ruft die Menschen dazu auf, mit Zuversicht in das neue ...

Silvester: Tiere unter Böller-Stress: Nabu fordert ruhige Zonen

Silvester: Tiere unter Böller-Stress: Nabu fordert ruhige Zonen

2026-01-01

Der Naturschutzbund (Nabu) fordert von der Brandenburger Landesregierung einen besonderen Schutz der...

Jahreswechsel: Alle Jahre wieder: Einsatzkräfte zu Silvester im Großeinsatz

Jahreswechsel: Alle Jahre wieder: Einsatzkräfte zu Silvester im Großeinsatz

2026-01-01

In Berlin stehen Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte und Krankenhäuser wieder vor einem arbeitsreiche...

Nächster Beitrag
„Keine Rechtfertigung für alles“: Antisemitismusbeauftragter kritisiert Israels Vorgehen im Gazastreifen

„Keine Rechtfertigung für alles“: Antisemitismusbeauftragter kritisiert Israels Vorgehen im Gazastreifen

EMPFOHLEN

Europäisches Rüstungsprojekt: Entscheidung über Luftkampfsystem FCAS erneut vertagt

Europäisches Rüstungsprojekt: Entscheidung über Luftkampfsystem FCAS erneut vertagt

2026-01-01
Parteienfinanzierung: Union sahnt bei Parteispenden ab - SPD hat das Nachsehen

Parteienfinanzierung: Union sahnt bei Parteispenden ab - SPD hat das Nachsehen

2026-01-01

MEISTGESEHEN

  • Stärkung der Bundeswehr: Otte: Spätestens 2027 grundlegende Wehrpflicht-Entscheidung

    Stärkung der Bundeswehr: Otte: Spätestens 2027 grundlegende Wehrpflicht-Entscheidung

  • „Hören wir nicht auf die Angstmacher“: Merz ruft in Neujahrsansprache zu neuem Vertrauen auf

  • „Dieser Fehler muss 2026 korrigiert werden“: Bayern will Cannabis-Legalisierung komplett kippen

  • Das neue Jahr erwartet uns : Warum 2026 wirklich besser werden kann

  • „Hören wir nicht auf die Angstmacher und Schwarzmaler“: Die Neujahrsansprache von Bundeskanzler Friedrich Merz im Wortlaut

  • Wandel durch KI: Digitalminister: KI größer als industrielle Revolution

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.