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Ólafur Elíasson lädt zum „Festival of Future Nows“: Wer hat die Scheibe in der Nationalgalerie zertrümmert?

2025-11-01
In leben Vom Birgit Rieger

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Wer hat die Scheibe in Mies van der Rohes Nationalgalerie zertrümmert? Warum ist ein riesiges Tarnnetz vor dem berühmten Glaspavillon aufgespannt?

Die Tarnnetze sind aus Stoffresten zusammengeflochten, der Künstler Fabian Knecht hat diese Behelfsnetze aus der Ukraine mitgebracht, wo sie allerorten genauso in gemeinschaftlichen Knüpfaktionen hergestellt werden. Im Gegenzug ließ er professionelle Tarnnetze in die Ukraine schicken. Nun weht im Wind die Frage nach Solidarität und Gemeinschaft.

Es geht hier um zukünftige Gegenwarten, das „Festival of Future Nows“ hält für drei Tage Einzug in der Neuen Nationalgalerie. Kunstinstallationen, subtile Eingriffe, Filme und Bühnen für Performances und Soundexperimente werden die obere und untere Halle, das Café und die Terrasse einnehmen.

„Dressing the Wind“ von Raul Walch, einer der teilnehmenden Künstler beim „Festival of Future Nows“.

© Raul Walch, Foto: David von Becker

Mehr als hundert Künstler und Künstlerinnen, Kollektive, Performer, Musiker toben sich hier aus, alle auf die ein oder andere Art mit Ólafur Elíassons „Institut für Raumexperimente“ verbunden. Aus diesem sind aufstrebende Künstler wie Julian Charrière, Andreas Greiner, Sophie Erlund, Fabian Knecht oder Julius von Bismarck hervorgegangen, die mit spektakulären Naturerkundungen, mit Explosionen, Algen, Bakterien und Tiefseetauchgängen die Wahrnehmung der Umwelt erweitert haben.

Als der dänisch-isländische Künstler Ólafur Elíasson, bekannt für seine Inszenierung von Naturphänomenen, 2009 an der Universität der Künste sein Institut für Raumexperimente gründete, stand es für eine neue, experimentelle Form der Lehre. Das Institut war im selben Gebäude in Prenzlauer Berg untergebracht, in dem sich auch Elíassons eigenes Studio befindet.

Studierende arbeiteten mit Lehrenden, Gästen, Studiomitarbeitenden, Wissenschaftlern und gesellschaftlichen Gruppen zusammen. Die Regeln für diese Art der Kunstproduktion waren unbekannt und sollten sich evolutionär ergeben. Entsprechend wild und chaotisch war auch das „Festival of Future Nows“, bei dem Elíasson vor allem den jungen Menschen in seiner Experimentiermaschine die Möglichkeit bot, sich in einem großen Rahmen wie der Neuen Nationalgalerie zu präsentieren.

Der dänisch-isländische Künstler Ólafur Elíasson ist bekannt für seine Inszenierung von Naturphänomenen.

© Louise Yeowart

Bei der diesjährigen zehnten Ausgabe geht es immer noch um Zukünfte, ist Chaos immer noch willkommen, nur haben sich die Parameter verändert. Elíassons Institut für Raumexperimente gibt es nicht mehr. Es war von vornherein nur auf fünf Jahre angelegt. Inzwischen existiert ein gleichnamiger Verein, der das Archiv verwaltet und internationale Kooperationen weiterführt.

Ein lebendiges Netzwerk

Bei dem Festival machen inzwischen auch gestandene Künstlerinnen und Künstler mit, die zum großen Netzwerk gehören, etwa der Musiker und Minimalist Arnold Dreyblatt, der ein Konzert spielen wird. Gastgeber sind Nationalgalerie-Direktor Klaus Biesenbach und Ólafur Elíasson.

Letzterer feiert das 30-jährige Bestehen seines 1995 in Berlin gegründeten Studios lieber im Rahmen dieses Festivals als mit einer weiteren Party. Wo käme das lebendige interdisziplinäre Netzwerk, das sich im Laufe der Zeit entwickelt hat, besser zum Tragen?

Das Festival

Festival of Future Nows, 31. Oktober bis 2. November, Neue Nationalgalerie im Innen- und Außenraum, Potsdamer Str. 50, Fr 19-24 Uhr, Sa/So 10-24 Uhr. Das ganze Programm: futurenows.net

Von vormittags bis Mitternacht werden drei Tage lang Performances gezeigt, wird eine mobile Kücheneinheit bespielt, sind Soundexperimente und Konzerte zu hören. Der Künstler Álvaro Urbano hat dicht am Fenster der Nationalgalerie zwei Gummibäume aufgestellt, mit gelben, heruntergefallenen Blättern – aus Eisen.

Ein Trompe-l’œil namens „Inés und Silvia“, benannt nach den Galeristinnen des Künstlers. Álvaro verwischt die Grenzen zwischen Pflanze, Skulptur und Lebewesen. Im Anthropozän – und in Elíassons Institut für Raumexperimente – ist der Künstler zugleich Gestalter, Zerstörer und Bestandteil der Natur.

Spiel mit der Wahrnehmung

Die kaputte Scheibe ist übrigens auch eine optische Täuschung. Die Künstlerin Nina Schuiki simuliert die Sprünge in der großen Nationalgalerie-Glasfront mit einer Folie. Das Glas ist nur noch eine höchst fragile Barriere. Schuiki hat im Inneren der Nationalgalerie außerdem einen glitzernden Teppich aus Glassteinchen auslegt, der sich auf der Terrasse scheinbar fortsetzt, das Glas stammt aus kaputtgehauenen Scheiben im Berliner Stadtraum.

Eine scheinbar kaputte Scheibe in der Neuen Nationalgalerie: „Sorrow Window“ von Nina Schuiki.

© Nina Schuiki, VG Bild-Kunst Bonn 2025, Foto: David von Becker

Dieses Spiel mit der Wahrnehmung findet sich in fast allen Arbeiten. Sei es in dem umprogrammierten Putzroboter von Jonas Wendelin, der den Schattenwurf des Gebäudes mittels eines austretenden Wasserstrahls imitiert.

Oder noch einmal anders bei Julian Charrières Projekt „Calls for Action“. Per Live-Steam überträgt der Elíasson-Schüler einen Blick in ein tropisches Waldstück im Amazonas. Er schafft eine visuelle Verbindung zu einem Ökosystem, das durch den Einfluss des Menschen bedroht ist und nun gleichzeitig durch ihn und das Kunstsystem gerettet wird.

Im Rahmen einer Kooperation des Künstlers mit brasilianischen NGOs wird das Tropengebiet konserviert – muss aber auch Ausstellungsstück sein. Die Besucher können über Mikrofone sogar in den Wald hineinsprechen oder ihm lauschen.

Alles greift ineinander, Stadt und Natur, Regenwald und Nationalgalerie, Mensch und Pflanzenwelt. Das Handeln hier beeinflusst das Leben in ganz anderen Teilen der Welt und umgekehrt. Das Nachdenken über die Bedingungen des Kunstmachens und über den Raum, in dem man als Menschen und damit auch als Künstler agiert, ist der rote Faden des Instituts für Raumexperimente.

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