Wednesday, Mar 18, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite leben Soft-Cell-Musiker Dave...

Soft-Cell-Musiker Dave Ball gestorben: Mit „Tainted Love“ in den Pop-Olymp

2025-10-25
In leben Vom Gerrit Bartels

ÄHNLICHE ARTIKEL

Alle Gewinner der Oscar-Nacht: „One Battle After Another“ bekommt den Preis für den besten Film

Die besten Momente der Oscars 2026: Historische Siegerinnen, ein Leo-Meme und Witze über die Trumps

Im Leeds der späten siebziger Jahre gab es einen Club, der „Warehouse“ hieß, womöglich um von der Aura des legendären Chicagoer Warehouse zu profitieren, und in diesem Club hörten Dave Ball und Marc Almond den Northern-Soul-Klassiker „Tainted Love“ von Gloria Jones und beschlossen, ihre eigene Version davon aufzunehmen.

Verdreht und seltsam

„Verdreht und seltsam“ habe die sich angehört, sagte Dave Ball vor ein paar Jahren dem „Guardian“ in einem Interview. „Das passte zu uns. Wir waren ein seltsames Paar: Marc, dieser schwule Typ mit Make-up, und ich, ein großer Kerl, der aussah wie ein Türsteher.“

Dieser große Kerl war 1959 im südenglischen Blackpool geboren worden und ging Mitte der siebziger Jahre ins nordenglische Leeds, um an der damaligen Polytechnic Fine Arts University Musik zu studieren und mit elektronischen Instrumenten und Synthesizern zu experimentieren. Hier lernte er Almond kennen, der höchst angetan war von den elektronischen Bastelversuchen seines Kommilitonen.

Das Verdrehte und Seltsame an der „Tainted-Love“-Version von Almond und Ball, die sich als Duo seit 1977 Soft Cell nannten, passte aber bestens in die Zeit. Das Stück klang gleichermaßen modern wie lo-fi, synthetisch wie warm, teuer wie billig produziert, und das Tempo, das den Jones-Song auszeichnete, hatten Ball und Almond rausgenommen und mit einer schönen Dramatik versehen.

So anrüchig-flehend Almond mit „Sometimes I feel I’ve got to/ Run away I’ve got to/Get away“ anhebt und von der Liebe singt, so zackig die Beats sich schleppen, es auch sonst überall röhrt, quietscht und zischt, so bringt das auch über vierzig Jahre später noch einen jeden, eine jede auf die Tanzfläche. (Noch schöner übrigens die Extended Version, wenn „Tainted Love“ übergeht in „Where Did Your Love Go“, auch ein Cover, von den Supremes, auch so schön anders).

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

„Tainted Love“ wurde ein Überhit, ein Evergreen, und Ball erinnerte sich im „Guardian“ daran, wie er und Almond zwar in einer kleinen, heruntergekommenen Sozialwohnung im sowieso heruntergekommenen Leeds lebten, aber schon bald mit der Concorde durch die Gegend geflogen wurden. Ball sorgte fortan für die Klangkörper der Soft-Cell-Stücke, die zwar von Almond und seiner Stimme dominiert wurden, aber ihren wahren und melancholischen Pop-Dreh erst durch Ball bekamen.

Schwül-erotische Träume

Während das New Yorker Duo Vega/Rev mit Suicide die Alpträume der Zeit inszenierte, sorgten Ball und Almond mit Soft Cell für die schwül-erotischen Träume in queeren, wie auch allen anderen Beziehungen: „Bedsitter“, „Entertain Me“, „Sex Dwarf“, „Where Did Your Love Go“ – das Soft-Cell-Debüt-Album „Non-Stop-Erotic-Cabaret“ ist ein einziges Hitalbum. Das bekamen sie nicht noch ein zweites Mal hin, so gut die Nachfolger sein mochten. Und mit dem bezeichnend „This Last Night... In Sodom“ betitelten vierten Soft-Cell-Album war 1984 schon wieder Schluss.

Marc Almond veröffentlichte Soloalben, denen man anhörte, dass Ball nicht mehr dabei war. Da fehlte immer was. Und Ball gründete in den neunziger Jahren zusammen mit Richard Norris The Grid, eine Band, die mit „Swamp Thing“ einen großen Hit hatte und sich immer gut zwischen den Chemical Brothers und The Prodigy machte.

Natürlich fanden sich auch Ball und Almond in den retroseligen Nuller-Jahren wieder zusammen, spielten auch zuletzt noch Konzerte und veröffentlichten 2022 mit „Happiness not included“ ein ganz anständiges Soft-Cell-Album. Dem wollten sie in den nächsten Monaten ein weiteres folgen lassen. Jetzt aber ist Ball in seinem Haus in London gestorben. Man fand ihn tot in seinem Bett. Dave Ball wurde 66 Jahre alt.

Klassik Nachrufe auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

2026-03-17

Auf einem Bild aus der Kindheit legt die Tochter die Arme um den Hals der Mutter, die Ältere auf dem...

„Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

„Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

2026-03-17

Um den rumänischen Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest ist eine Debatte entbrannt. ...

Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

2026-03-17

Wo Egidio Marzona war, war auch die Kunst. Schwer vorstellbar, ein Gespräch mit ihm zu führen, ohne ...

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

Brandstiftungen: Autobrände vor Gefängnissen – Prozess gegen vier Männer

2026-03-17

Nach mehreren Fahrzeugbränden vor Gefängnissen kommen vier Männer heute (9.30 Uhr) vor das Landgeric...

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

Neue Koalition: SPD und CDU besiegeln Koalition in Brandenburg

2026-03-17

Gut zwei Monate nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition in Brandenburg wollen SPD und CDU ihr neues Bün...

Nächster Beitrag
Das Gute wird siegen: Sebastian Krämers sinfonische Chansons im Tipi am Kanzleramt

Das Gute wird siegen: Sebastian Krämers sinfonische Chansons im Tipi am Kanzleramt

EMPFOHLEN

Alle Gewinner der Oscar-Nacht: „One Battle After Another“ bekommt den Preis für den besten Film

Alle Gewinner der Oscar-Nacht: „One Battle After Another“ bekommt den Preis für den besten Film

2026-03-17
Die besten Momente der Oscars 2026: Historische Siegerinnen, ein Leo-Meme und Witze über die Trumps

Die besten Momente der Oscars 2026: Historische Siegerinnen, ein Leo-Meme und Witze über die Trumps

2026-03-17

MEISTGESEHEN

  • Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

    Lena Goreliks Roman „Alle meine Mütter“ : Die Scham vor der eigenen Scham

  • „Würge mich“: Rumäniens ESC-Beitrag sorgt für Diskussionen

  • Zum Tod des Sammlers Egidio Marzona: Sein Blick auf die Kunst veränderte die Dinge

  • Neues Album nach vier Jahren: Harry Styles lässt den Sonnenschein rein

  • Knapp acht Minuten reichen selten aus: So wenig Zeit haben Hausärzte für ihre Patienten

  • Dokumentarfilm „EPiC: Elvis Presley in Concert“: Der König schmachtet, der König schwitzt, der König stirbt

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.