Besonders wohlhabende Berliner, sogenannte „Einkommensmillionäre“, schuldeten Berlin im vergangenen Jahr 5,8 Millionen Euro an Steuern. Das geht aus der Antwort der Senatsfinanzverwaltung auf eine schriftliche Anfrage des SPD-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt. Demnach hatten die Berliner Finanzämter 2025 insgesamt 89 sogenannten Außenprüfungen bei Steuerpflichtigen mit bedeutenden Einkünften durchgeführt. Zuerst berichtete der RBB.
Manche zahlten auch zu viele Steuern
Die Spanne der festgestellten Beträge variiert deutlich zwischen den einzelnen Finanzämtern. Die größten Steuerschulden meldeten die Ämter Wilmersdorf (1,76 Millionen Euro) und Zehlendorf (2,01 Millionen Euro). Minderergebnisse – zu viel gezahlte Steuern also – verzeichneten hingegen Schöneberg (minus 3777 Euro) und Spandau (minus 6624 Euro).
Von den geprüften Personen wurden 22 bereits mindestens einmal zwischen 2019 und 2024 kontrolliert. In diesen früheren Prüfungen wurden nach Angaben der Verwaltung Steuerschulden von rund 458.000 Euro festgestellt. Eine detaillierte Aufschlüsselung lehnt der Senat mit Verweis auf das Steuergeheimnis ab.
Im Durchschnitt ergaben die Prüfungen im Jahr 2025 Steuerschulden von rund 65.000 Euro pro Fall.
„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Denn während die normalen Menschen die Steuer automatisch mit der Lohnsteuer abgezogen bekommen, leisten die Einkommensmillionäre zumeist Vorauszahlungen“, sagt Steuerexperte Schlüsselburg. Er fordert eine gesetzliche Prüfungspflicht für die Einkommensmillionäre: „Ich schlage der CDU vor, dazu eine gemeinsame Bundesratsinitiative zu starten.“