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Zwei Tötungsdelikte in einer Nacht: 44-Jähriger in Transporter erschossen – Berliner Polizei sucht nach Zeugen

2026-02-01
In gesellschaft Vom Simon Röhricht

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Nach zwei mutmaßlichen Tötungsdelikten in Berlin ermittelt die Polizei. Zwei Männer sind am Sonnabend in den Bezirken Pankow und Marzahn-Hellersdorf tot aufgefunden worden, wie ein Sprecher der Behörde dem Tagesspiegel sagte.

In den frühen Morgenstunden wurde demnach ein 44-Jähriger tot in einem Transporter in der Gustav-Adolf-Straße im Pankower Ortsteil Weißensee entdeckt. Ersten Ermittlungen zufolge fuhr ein unbekannter Täter mit einem Fahrzeug neben dem geparkten Transporter vor und gab mehrere Schüsse ab, sagte der Sprecher.

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Der 44-Jährige saß auf dem Fahrersitz. „Es ist davon auszugehen, dass gezielt auf ihn geschossen wurde“, sagte der Polizeisprecher. Unter dem Fenster an der Fahrerseite des Transporters seien mehrere Einschusslöcher sichtbar.

Der 44-Jährige starb noch vor Ort, Reanimationsversuche der Einsatzkräfte blieben erfolglos. Vom Täter fehlt bislang jede Spur. Eine Beschreibung des Fluchtfahrzeugs lag dem Sprecher nicht vor.

Polizei sucht Zeugen

Im Rahmen der Ermittlungen bittet die Polizei um Mithilfe:

  • Wer hat die Tat beobachtet?
  • Wer kann Bilder- oder Videoaufnahmen (z.B. aus einer Dash-Cam), die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten, zur Verfügung stellen?
  • Wer kann Angaben zum Täter bzw. zu den Tätern machen?
  • Wer hat das mutmaßlich dunkle Tatfahrzeug gesehen und kann hierzu nähere Angaben machen?
  • Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise für die Ermittlungen geben?

Hinweise nimmt die 7. Mordkommission des Landeskriminalamts in der Keithstraße 30 in Berlin-Tiergarten telefonisch unter der Rufnummer (030) 4664-911777, per Fax unter der Faxnummer (030) 4664-911799 oder per E-Mail an lka117@polizei.berlin.de entgegen. Zeuginnen und Zeugen können sich auch an jede andere Polizeidienststelle wenden oder die Internetwache nutzen. Sollte sofortiges polizeiliches Handeln erforderlich sein, so wählen Sie bitte den polizeilichen Notruf unter der Telefonnummer 110.

Der Einsatz startete um kurz nach sechs Uhr und dauerte am frühen Nachmittag noch an. Auch die Mitarbeiter des KTI (Kriminaltechnischen Instituts) waren zur Spurensicherung und zum Fotografieren des Tatorts noch vor Ort in Weißensee. 

Vermehrt Schussabgaben durch türkische Banden

Der Tote war nach Polizeiangaben türkischer Staatsbürger. Seit rund einem Jahr fallen in Berlin vermehrt Schüsse – häufig reichen die Spuren zu türkischen Gangs. Hintergrund sind meist Schutzgeldforderungen oder Bandenrivalitäten.

„Wir haben derzeit noch keinen Bezug zu einem Phänomen der organisierten Kriminalität“, sagte der Polizeisprecher. Ein Bezug sei allerdings nicht auszuschließen. Die Mordkommission ermittle gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft in alle Richtungen, erläuterte der Sprecher. Auch, ob die Schüsse auf den 44-Jährigen im Zusammenhang mit ähnlichen früheren Gewalttaten stehen, lasse sich noch nicht sagen.

Für den Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, ist zumindest klar: „Das war keine schief gegangene Warnung, sondern eine gezielte Tötung.“

„Komplette Skrupellosigkeit“

Wer mehrfach auf die Fahrertür eines geparkten Fahrzeugs schieße, nehme nicht nur billigend in Kauf, dass ein Mensch stirbt, sondern wolle diesen töten. „Eine solche Tat zeugt von einer extremen Gewaltbereitschaft, grenzenlosem Hass und kompletter Skrupellosigkeit“, teilte Weh mit.

Wenige Stunden vor den Schüssen in Weißensee wurde ein 21-Jähriger leblos in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Mahlsdorf gefunden. Die Einsatzkräfte wurden gegen 1.20 Uhr zum Hultschiner Damm gerufen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten.

Tatverdächtiger soll Richter vorgeführt werden

Ein Notarzt konnte vor Ort nur noch den Tod des 21-Jährigen feststellen, hieß es weiter. Der Mann wies mehrere Stichverletzungen auf. In dem Fall ermittelt die Mordkommission.

Nach Angaben der Behörden wurde ein 30-jähriger Tatverdächtiger auf der Straße vor der Wohnung festgenommen. Er soll am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Ein Mitarbeiter des Lagezentrums der Berliner Polizei sprach zunächst von „innerfamiliären Streitigkeiten“. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft konnte sich nicht zu den Hintergründen äußern.

Man gehe derzeit nicht von einem Zusammenhang zwischen den Fällen in Mahlsdorf und in Weißensee aus, sagte der Sprecher weiter. Die Ermittlungen laufen. (mit dpa)

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