Monday, May 04, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite gesellschaft Rüstungsunternehmen: Dr...

Rüstungsunternehmen: Drohnen-Hersteller Stark: Können tausende Soldaten ausbilden

2025-10-17
In gesellschaft Vom admin

ÄHNLICHE ARTIKEL

Eingerostete Gelenke, morgendliche Anlaufschmerzen: Die große Mehrheit der Älteren leidet darunter

Spiel über Fritz Bauer: Deutscher Computerspielpreis geht nach Berlin

Der neue Chef des auf unbemannte Systeme spezialisierten Rüstungsherstellers Stark Defence will schnell Voraussetzungen für die breite Einführung von Drohnen-Waffen in der Bundeswehr schaffen. „Innerhalb eines Jahres können wir tausende komplett zertifizierte Systeme mit Gefechtskopf liefern. Die Ambition ist, zehntausende Systeme zu liefern“, sagte Uwe Horstmann (39), CEO des Berliner Unternehmens, der Deutschen Presse-Agentur. Auch könne Stark tausende Soldaten ausbilden.

Derzeit erprobt die Bundeswehr die schon in der Ukraine eingesetzte Kamikazedrohne Virtus des Rüstungsherstellers. Das Waffensystem gehört in die Kategorie der sogenannten Loitering Munition. Diese mit Sprengköpfen versehenen Drohnen können über einem Gefechtsfeld kreisen und auf gegnerische Ziele gesteuert werden - auch im Verbund mit komplexen Aufklärungssystemen, die Ziele ausfindig machen. Die Waffen prägen in der Ukraine zusammen mit anderen Drohnensystemen die Art der Kriegführung, vor allem in der Nähe zur Front.

Nato-Fonds: Wegweisende Lösungen

Stark hat nach eigenen Angaben in neue Gefechtsköpfe investiert und will bis 2027 eine vollständig zertifizierte europäische Loitering Munition auf den Markt bringen. Das Unternehmen hat auch unbemannte Boote („Systemfamilie Vanta“) bei der Nato-Übung Repmus in Portugal demonstriert. 

Alle Entwicklungen werden über Starks KI-gestütztes Missionsführungssystem Minerva betrieben. Das Unternehmen erklärt, damit sei ein koordinierter Einsatz unbemannter Systeme an Land, in der Luft und auf See möglich. 

Horstmann ist Reserveoffizier und hat seine Karriere 2007 bei Rocket Internet begonnen. Er ist Mitgründer von Project A, einem Risikokapitalfonds, der auch in das 2024 gegründete Unternehmen Stark Defence investiert hat. 

Zu den Geldgebern gehört zudem der Nato Innovation Fund, ein von mehr als 20 Nato-Staaten getragener Risikokapitalfonds. Dieser bescheinigt Stark und seinen aktuell etwa 250 Mitarbeitern „wegweisende Lösungen“, die die Sicherheit des Bündnisses stärkten. 

Horstmann soll eine Phase des Wachstums einleiten. Ziele seien der Ausbau der Produktionskapazitäten, eine Erweiterung um Systeme mit größeren Reichweiten sowie der Ausbau der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.

Ziel Abschreckung: Drohnen in Massen produzieren

Die Kamikazedrohne Virtus wurde in Zusammenarbeit mit den ukrainischen Streitkräften entwickelt. Sie trägt einen fünf Kilogramm schweren Gefechtskopf und kreist bis zu eine Stunde lang mit Tempo 120 über dem Kampfgebiet, um sich dann im Sturzflug mit Tempo 250 auf ein Ziel zu stürzen. Das Unternehmen gibt die Reichweite mit 100 Kilometern an. Die Systeme stützen sich auf Künstliche Intelligenz. Der Bediener gebe aber den finalen Befehl zum Angriff, so das Unternehmen.

Horstmann sagt, Ziel für Deutschland und die Nato sei eine wirksame Abschreckung und ein Beitrag, dass Deutschland hoffentlich nie in eine Kriegssituation komme. Für nötig hält er dafür unbemannte, kosteneffiziente und sehr stark softwaregetriebene Systeme, die in Europa in Massen produziert werden können. 

Horstmann sagt: „Wir müssen in der Lage sein, in der Produktion von tausenden Systemen auf Hunderttausende zu kommen - mit einer gewissen Vorlaufzeit.“

Sein Unternehmen lerne vom Kriegsverlauf in der Ukraine viel darüber, wie sich unbemannte Systeme gegenüber militärischen Störmaßnahmen verhalten („Elektronischer Kampf“) und nach welchen Grundsätzen sie eingesetzt werden. „Immer wohl wissend, dass das nicht automatisch so ist, wie wir es tun werden oder wie wir es tun würden“, sagte er.

Der nächste große Schritt sei es, mehr unbemannte Systeme zu verbinden, die dann gemeinsam komplizierte Einsätze fliegen können. „In der klassischen Luftkriegsführung würde man sagen: combined operations“, erläutert Horstmann. 

Das Tempo der Innovationen ist sehr hoch 

„Wir bekommen das Feedback, dass Virtus in der absoluten Top-Klasse mit dabei ist. Aber das bedeutet auch: Ich muss mich da quasi monatlich oder wöchentlich weiterentwickeln, sonst geht das auch ganz schnell wieder vorbei.“ Das sei kein einmaliger Kraftakt, sondern ein Umdenken: „Wie bekomme ich diese schnelle Innovation eigentlich hin.“

Dabei ist es bereits schwer, Kampfdrohnen in Deutschland unter den Bedingungen der elektronischen Kriegführung zu erproben. Denn wer dafür ein Umfeld massiver elektrischer Störungen erzeugt, behindert auch den eigenen Flugverkehr.

Das Unternehmen befasst sich auch mit Konzepten für die Abwehr von Drohnen. Das öffentliche Debatte darum hat wegen der Luftraumverletzungen über Nato-Gebiet und illegaler Überflüge in den vergangenen Wochen erheblich an Fahrt aufgenommen. Über Details will Horstmann noch nicht sprechen und kündigt mehr in Kürze an.

„Das Drohnen-Spektrum ist extrem weit. Vom privaten Drohnenüberflug bis zur anfliegenden Shahed-Alternative“, sagt er mit Blick auf die von Russland eingesetzten Nachbauten iranischer Drohnen. Und er sagt: „Ich glaube nicht, dass es rein mit Störung gehen wird, sondern ich glaube, es wird auch mit kinetischer Bekämpfung funktionieren müssen.“ Das heißt: Abschießen oder zumindest außer Gefecht setzen.

© dpa-infocom, dpa:251016-930-167851/2

Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.

auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Die Komödie „Gavagai“ im Kino: Ist das gut gemeint oder schon Rassismus?

Die Komödie „Gavagai“ im Kino: Ist das gut gemeint oder schon Rassismus?

2026-05-01

Den Vorwurf der Bürgerlichkeit will Maja nicht auf sich sitzen lassen. Schauspiel und Theater sind z...

Konservative Zuschauer im Blick: Amazon denkt angeblich über Neustart der Trump-Show „The Apprentice“ nach

Konservative Zuschauer im Blick: Amazon denkt angeblich über Neustart der Trump-Show „The Apprentice“ nach

2026-05-01

Kommt Donald Trumps alte Erfolgsshow zurück? Der US-Konzern Amazon prüft laut Medienberichten einen ...

Tori Amos, Pigeon, Maya Hawke, The Black Keys: Die Alben der Woche im Soundcheck

Tori Amos, Pigeon, Maya Hawke, The Black Keys: Die Alben der Woche im Soundcheck

2026-05-01

Jeden Freitag stellen vier Popmusikjournalistinnen und -journalisten ab 21 Uhr ihre Alben der Woche ...

Zum Tod von Georg Baselitz: Der letzte große Expressionist

Zum Tod von Georg Baselitz: Der letzte große Expressionist

2026-05-01

Einfach eklig, diese Füße. Übergroß nehmen sie jeder eine ganze Leinwand ein: nackte, aufgeschwollen...

Mit 88 Jahren: Maler und Bildhauer Georg Baselitz gestorben

Mit 88 Jahren: Maler und Bildhauer Georg Baselitz gestorben

2026-05-01

Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren, wie seine Galerie u...

Nächster Beitrag
Fahrräder, Rucksäcke und Smartphones: BVG versteigert am Donnerstag rund 500 Fundsachen

Fahrräder, Rucksäcke und Smartphones: BVG versteigert am Donnerstag rund 500 Fundsachen

EMPFOHLEN

Mordaufrufe gegen Juden in Prenzlauer Berg: Bündnis ruft zu Mahnwache auf – Kinder bemalen Gehweg mit Herzen

Mordaufrufe gegen Juden in Prenzlauer Berg: Bündnis ruft zu Mahnwache auf – Kinder bemalen Gehweg mit Herzen

2026-05-01
Johannes Oerding, Entertainer für alle Fälle: Für diese Konzerte in Berlin gibt es noch Karten

Johannes Oerding, Entertainer für alle Fälle: Für diese Konzerte in Berlin gibt es noch Karten

2026-05-01

MEISTGESEHEN

  • Anklage in Berlin-Mitte: Pflegekraft soll Stationsleitung im Krankenhaus vergiftet haben

    Anklage in Berlin-Mitte: Pflegekraft soll Stationsleitung im Krankenhaus vergiftet haben

  • Literatur-Battle: Neuer Kultursenator Evers hält es mit Schiller

  • Löhne in Berlin und Brandenburg: Mehr Geld im Portemonnaie, aber nicht in allen Branchen

  • Prozesse: Chef vergiftet? Anklage gegen Pflegerin erhoben

  • Im Stadtgrün: Auffällige Raupennester in Sträuchern - keine Gefahr

  • Wahlkampf in Berlin: Vier Schnecken rennen auf das Rote Rathaus zu

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.