Friday, Apr 17, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite wirtschaft Energieversorgung: Indu...

Energieversorgung: Industrie erhält Milliardenhilfe für günstigeren Strom

2026-04-17
In wirtschaft Vom admin

ÄHNLICHE ARTIKEL

Till Brönner ist der König des Smooth Jazz: Diese Konzerte in Berlin sollten Sie nicht verpassen

Adrian Goigingers Kinodrama „Vier minus drei“: Das Leben schlägt den Tod

Für die deutsche Industrie ist der lang erwartete Industriestrompreis in Reichweite. Die EU-Kommission erlaubt der Bundesregierung, die Industrie mit einem vergünstigten Strompreis zu unterstützen, und zwar in einem Umfang von 3,8 Milliarden Euro, wie die Brüsseler Behörde mitteilte.

Von Chemie bis Zement: Wer profitieren soll

Damit sei „der Knoten durchschlagen“, jubelte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die von einem Signal für mehr Wettbewerbsfähigkeit und die Stärkung des Industriestandorts Deutschland sprach. „Die Lage der Industrie ist, gelinde gesagt, in einigen Teilen dramatisch“, merkte die CDU-Politikerin an. 

Gedacht ist die Unterstützung laut Wirtschaftsministerium für rund 9.500 strom- und handelsintensive Unternehmen aus besonders energiehungrigen Branchen wie Chemie, Gummi- und Kunststoffwaren, Glas, Zement oder Halbleiterfertigung. Sie sollen so viel Förderung erhalten, dass sie am Ende noch 5 Cent pro Kilowattstunde zahlen - gemessen am Großhandelsstrompreis. Weitere Bereiche sollen möglicherweise später noch in die Förderung einbezogen werden. 

Mit wie viel Geld der Bund den Unternehmen aushilft, konnte Reiche noch nicht sagen. Das hänge davon ab, wie viele das Angebot nutzten. Sie rechne mit einem niedrigen einstelligen Milliardenbetrag.

Hälfte der Beihilfen muss investiert werden 

Die Maßnahmen stünden dabei Unternehmen aus Branchen offen, die ihren Standort potenziell in Drittstaaten mit weniger Umweltauflagen verlegen könnten, erläuterte die EU-Kommission.

Unternehmen können die Beihilfen laut Mitteilung nach Ablauf jedes Jahres beantragen, sobald der Stromverbrauch und der durchschnittliche Großhandelspreis bekannt ist. Die begünstigten Firmen müssen demnach mindestens die Hälfte der erhaltenen Unterstützung in neue oder modernisierte Anlagen investieren, um die Stromkosten zu senken. Die Hälfte des Stromverbrauchs einer Produktionsstätte kommt für die staatliche Beihilfe in Frage. Unternehmen können erstmals Anfang kommenden Jahres für 2026 rückwirkend Unterstützung beantragen. 

Chemieindustrie enttäuscht

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) reagierte verhalten positiv auf die Entscheidung, die aus seiner Sicht in die richtige Richtung geht. „Jetzt kommt es darauf an, die angekündigten Anpassungen kraftvoll, vorausschauend und mit Blick auf die Details umzusetzen, damit die Industrie wieder eine planbare und wettbewerbsfähige Perspektive erhält“, erklärte der Verband.

Der DGB freute sich über einen ersten wichtigen Schritt für mehr Planungssicherheit und Verlässlichkeit bei den Strompreisen – zunächst bis 2028. „Das stärkt Wertschöpfung und Beschäftigung in einer wirtschaftlich schwierigen Lage und unterstützt den klimaneutralen Umbau am Standort Deutschland.“

Enttäuscht zeigte sich der Verband der Chemischen Industrie (VCI), aus dessen Sicht die Entlastung mit zu vielen Einschränkungen und Auflagen verbunden ist. „Die bisherigen EU-Vorgaben sind so streng, dass bei den Unternehmen wenig ankommen wird“, beklagte der Verband. „Laut unseren Berechnungen würde die Entlastung bei den meisten Unternehmen bei unter zehn Prozent der Strombezugskosten liegen. Das Instrument allein wird die Energiekostenprobleme nicht lösen.“

„Großer Schritt - großes Aber“

Für die Wirtschaftsvereinigung Stahl ist der Industriestrompreis ein großer Schritt - auch wenn er mit einem „großen Aber“ verbunden sei: „Für stromintensive Industrien wie den Stahl läuft die geplante deutsche Regelung aufgrund weiterer einschränkender europäischer Beihilfe-Vorgaben praktisch ins Leere“, sagte Hauptgeschäftsführerin Kerstin Maria Rippel. So gelte der Industriestrompreis nur für einen Teil des Stromverbrauchs und er sei nicht mit der CO2-Strompreiskompensation kombinierbar.

Genehmigung aus Brüssel stand noch aus

Die Wirtschaft klagt seit langem über im internationalen Vergleich hohe Energiekosten. Die Koalition beschloss bereits Entlastungen. Für den geplanten staatlich subventionierten, niedrigeren Industriestrompreis für energieintensive Firmen fehlte bislang grünes Licht der Europäischen Kommission. Das Instrument sieht vor, den Preis für die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs auf fünf Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sprach von einer spürbaren Entlastung bei den Energiekosten und einer guten Nachricht für die deutsche Industrie. „Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz in unseren wichtigsten Industrien“, versprach er. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte: „Mehr Strom einzusetzen ist die richtige Strategie für mehr Unabhängigkeit von teurem Öl und Gas. Denn Strom wird mit der Energiewende immer sauberer und klimaverträglicher.“

Wirtschaft soll klimafreundlicher werden

Brüssel hatte im vergangenen Sommer einen neuen Beihilferahmen präsentiert und damit den Weg dafür freigemacht, dass unter bestimmten Voraussetzungen direkte staatliche Subventionen fließen können, um Strompreise für energieintensive Unternehmen zu senken.

„Es ist ein Instrument, um den Klimaschutz voranzutreiben, die Widerstandsfähigkeit Europas zu stärken und sicherzustellen, dass unsere Industrie weltweit wettbewerbsfähig bleibt“, hatte die Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera im Sommer gesagt. Ziel ist es, den Umbau der Industrie hin zur Klimaneutralität voranzutreiben, ohne dass die Wirtschaft zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird.

Wegen der verhältnismäßig hohen Energiepreise in Deutschland besteht die Sorge, dass sie Firmen vor Investitionen in der Bundesrepublik abschrecken. Zahlreiche Unternehmen stehen bereits vor großen Problemen. Wirtschaftsverbände drängen schon lange auf einen Industriestrompreis.

© dpa-infocom, dpa:260416-930-952418/5

Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.

auf Facebook teilen auf Twitter teilen per WhatsApp teilen auf Flipboard teilen

ÄHNLICHE ARTIKEL

Letzte Chance Kunst!: Jetzt aber schnell: Diese sehenswerten Ausstellungen in Berlin enden im April

Letzte Chance Kunst!: Jetzt aber schnell: Diese sehenswerten Ausstellungen in Berlin enden im April

2026-04-17

Der Frühling ist da, die Tage werden länger, es bleibt endlich mehr Zeit für Schönes. Doch womit fül...

„The White Lotus“: Neue Staffel spielt während des Filmfestivals in Cannes

„The White Lotus“: Neue Staffel spielt während des Filmfestivals in Cannes

2026-04-17

Die Dreharbeiten zur vierten Staffel der Erfolgsserie „The White Lotus“ haben an der französischen R...

Fernsehtipps zum Wochenende: Ein Flüchtlingsboot sinkt: Retten oder wegschauen?

Fernsehtipps zum Wochenende: Ein Flüchtlingsboot sinkt: Retten oder wegschauen?

2026-04-17

Das Berufsbild des Astronauten erfährt in diesen Tagen besondere Aufmerksamkeit. Zum einen nach der ...

Das Gesicht der Stadt gestalten: Design der Kunsthochschule Weißensee im Museum der Dinge

Das Gesicht der Stadt gestalten: Design der Kunsthochschule Weißensee im Museum der Dinge

2026-04-17

Beispiel Stadtumbau. Um Berlin fit zu machen für die Zukunft. Sie wird von der zunehmenden Erderwärm...

Berliner S-Bahn-Verkehr beeinträchtigt: Diese Linien sind aktuell betroffen

Berliner S-Bahn-Verkehr beeinträchtigt: Diese Linien sind aktuell betroffen

2026-04-17

Nach einer technischen Störung an einem Zug entfallen auf der S-Bahn-Linie 47 die Haltestellen Südkr...

Nächster Beitrag
Streiks und teures Kerosin: Lufthansa nimmt Cityline sofort aus dem Betrieb

Streiks und teures Kerosin: Lufthansa nimmt Cityline sofort aus dem Betrieb

EMPFOHLEN

Rechtsschutz: Arag-Analyse: Konflikte zu Arbeit und Wohnen nehmen zu

Rechtsschutz: Arag-Analyse: Konflikte zu Arbeit und Wohnen nehmen zu

2026-04-17
Fitnessbranche: Fitnessstudio-Tarife werden teurer - Fibo-Messe startet

Fitnessbranche: Fitnessstudio-Tarife werden teurer - Fibo-Messe startet

2026-04-17

MEISTGESEHEN

  • Schwergewitter: Deutsche Unternehmen stark hagelgefährdet

    Schwergewitter: Deutsche Unternehmen stark hagelgefährdet

  • Feuer nahe Melbourne: Brand in Raffinerie bremst Australiens Treibstoffproduktion

  • Konjunktur: Chinas Wirtschaft wächst trotz Konflikten stärker

  • Keine Schlichtung: Piloten und Flugbegleiter streiken - Hunderte Flüge abgesagt

  • Wer mehr verdient, fährt mehr – und spart mehr: Tankrabatt bringt Reichen deutlich größere Vorteile

  • Schifffahrt und Umwelt: Griechische Reeder: Wettbewerbsnachteil durch Klimapläne

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.