Saturday, Jan 31, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite wirtschaft Zu hohe Preise?: Bauern...

Zu hohe Preise?: Bauern verklagen Pflanzenschutz-Händler auf Millionen

2025-02-28
In wirtschaft Vom admin

ÄHNLICHE ARTIKEL

Wenn das Pflegeheim plötzlich teurer wird: Was erlaubt ist und was nicht

Gründer der Bar jeder Vernunft und des Tipi am Kanzleramt: Berliner Entertainment-Legende Holger Klotzbach ist tot

Eine Gruppe von Pflanzenschutz-Großhändlern muss sich Schadenersatz-Forderungen von 3.200 Bauern stellen. Beim Dortmunder Landgericht habe man Klage eingereicht und fordere mehr als 200 Millionen Euro, teilte eine Klagefirma namens Unilegion mit, die das Verfahren in einer Art Sammelklage im Auftrag der Bauern führt. Nach Angaben des Landgerichts Dortmund werden bei der Klage Schäden von 217 Millionen Euro geltend gemacht.

Das Kartell von neun Handelsunternehmen hat nach Angaben des Bundeskartellamts jahrelang Listenpreise abgesprochen, hierbei ging es um den Zeitraum 1998 bis 2015. Die Wettbewerbshüter verhängten im Jahr 2020 Bußgelder von insgesamt 157 Millionen Euro. Aus Sicht der Klagefirma Unilegion haben die Bauern wegen des Kartells zu hohe Preise bezahlt, nun wollen sie Geld zurück. 

Pflanzenschutzmittel sind ein wichtiges Produkt im Agrarhandel. Konventionell wirtschaftende Bauern schützen sich damit vor Ernteausfällen, die ohne den Einsatz von Chemie durch Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten drohen würden.

Beklagtes Unternehmen sieht keinen Schaden für Bauern

Zu den Unternehmen gehören die Großhändler Baywa aus München und Agravis aus Münster (NRW). Agravis teilte mit, dass es nicht um verbindliche Preise gegangen sei - die tatsächlichen Verkaufspreise würden zwischen Käufer und Verkäufer stets individuell verhandelt. Den Klägerinnen und Klägern sei kein Schaden entstanden. Man begrüße die nun anstehende gerichtliche Klärung. Baywa wollte die Vorwürfe auf Anfrage nicht kommentieren. 

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Der Klage vor dem Dortmunder Landgericht angeschlossen haben sich Landwirte aus dem ganzen Bundesgebiet - manche haben große Betriebe, andere nur kleine. Die Schadenersatzforderungen pro Betrieb reichen von wenigen Tausend Euro bis zu mehr als einer Million Euro. 

Die Landwirte haben den Angaben zufolge eine Anbaufläche von zusammengerechnet circa 850.000 Hektar und damit mehr als fünf Prozent der Anbaufläche in ganz Deutschland. Die Bauern aus allen Regionen Deutschlands eint, dass sie regelmäßig Pflanzenschutzmittel für ihre Betriebe gekauft haben. 

Die Landwirte, die einem hohen wirtschaftlichen Druck ausgesetzt gewesen seien, hätten dafür zu viel bezahlt, sagt Katharina Fröhlich aus dem Management von Unilegion. „Es wird Zeit, dass sie dieses Geld zurückerhalten.“ Ihr Unternehmen hat von den Landwirten insgesamt 600.000 Rechnungen zu Pflanzenschutzmitteln bekommen und ausgewertet. Daraufhin hat ein Beratungsunternehmen ein Gutachten zur Höhe des Schadensersatzes erstellt. 

Knifflige Frage um die Kartell-Folgen für den Preis

In solchen Verfahren ziehen die Beklagten die Gutachten der Klägerin üblicherweise in Zweifel und präsentieren ein eigenes Gutachten, das zu ganz anderen Schlussfolgerungen kommt. Es ist zwar erwiesen, dass es das Kartell gab. Welche Folgen das Kartell für die Preise genau hatte, wird von dem Bundeskartellamt aber nicht festgestellt - diese Frage muss die Klägerin im Gerichtsverfahren überzeugend beantworten. Dafür sind die aufwendigen Gutachten nötig, auf denen wiederum Gutachten der Gegenseite folgen. Bisweilen kommt es vor Gericht zu regelrechten „Gutachten-Schlachten“. 

Es gibt zwar statistische Analysen, denen zufolge die Preise durch Kartelle im Regelfall deutlich steigen. Die Kläger müssen einen Preisanstieg aber konkret und auf ihren Fall bezogen nachweisen. Das ist eine schwierige Sache. 

Der Rechtsstreit zu den Pflanzenschutz-Preisen dürfte lange dauern. Bis Juli laufen nach Angaben des Landgerichts Dortmund „aufgrund des Umfangs und der Komplexität der Sache“ noch Stellungnahmefristen zur Klageschrift. Agravis wies darauf hin, dass manche vergleichbare Verfahren mehr als zehn Jahre dauerten. „Nach der erstinstanzlichen Entscheidung durchdas Landgericht Dortmund sind zwei weitere Instanzen möglich.“

© dpa-infocom, dpa:250227-930-388279/2

Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.

ÄHNLICHE ARTIKEL

„Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt: Ein Operettenhit als burleskes Silberflitterfest

„Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt: Ein Operettenhit als burleskes Silberflitterfest

2026-01-25

Jeder einmal auf dem Mond! Heinz Bolten-Baeckers muss Hellseher gewesen sein, als er das Versprechen...

250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen

250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen

2026-01-25

Der Grabstein, den ihm „seine Freunde“ gewidmet haben, würdigt ihn in großen Lettern als Kammergeric...

Katharine Mehrling erinnert sich an Holger Klotzbach: Er zog Menschen an wie ein Magnet

Katharine Mehrling erinnert sich an Holger Klotzbach: Er zog Menschen an wie ein Magnet

2026-01-25

Am 23. Januar 2026 ist der Impresario Holger Klotzbach nach schwerer Krankheit in Berlin gestorben. ...

CTM-Festival in Berlin: Blick in den amerikanischen Höllenschlung

CTM-Festival in Berlin: Blick in den amerikanischen Höllenschlung

2026-01-25

Die Musik ist zäh und langsam, fast schon einschläfernd. Im Normalfall ist eine solche Beschreibung ...

Agrarmesse: Letztes Wochenende der diesjährigen Grünen Woche steht an

Agrarmesse: Letztes Wochenende der diesjährigen Grünen Woche steht an

2026-01-25

Die 90. Grüne Woche geht in ihr letztes Wochenende. Heute und am Sonntag werden zum Abschluss der ze...

Nächster Beitrag
DHL-Konzern baut Stiftungsarbeit um – Forschungsinstitut schließt

DHL-Konzern baut Stiftungsarbeit um – Forschungsinstitut schließt

EMPFOHLEN

Glücksspiel oder Stromtarif: Mehr Verbraucher ärgern sich über verbotene Werbeanrufe

Glücksspiel oder Stromtarif: Mehr Verbraucher ärgern sich über verbotene Werbeanrufe

2026-01-25
Unternehmen: „Fatales Zeichen“: Warum SAP-Chef Klein vor der AfD warnt

Unternehmen: „Fatales Zeichen“: Warum SAP-Chef Klein vor der AfD warnt

2026-01-25

MEISTGESEHEN

  • Mobilität: Flaute bei Fahrschulen wegen geplanter Führerschein-Reform

    Mobilität: Flaute bei Fahrschulen wegen geplanter Führerschein-Reform

  • Geistiges Eigentum: Uhren und Porzellan: Schutz für regionale Industrieprodukte

  • Stahlbranche: US-Konzern will Stahlhändler Klöckner & Co kaufen

  • Folgen von Trumps Zöllen: Ökonomen sehen deutsche Wirtschaft weiter in Schockstarre

  • Inflationsrate fällt auf 1,8 Prozent: Günstigere Energie bremst Preisanstieg zum Jahresende

  • Drei große Reformen sind nötig: Wie Deutschland wieder wirtschaftlich erfolgreich werden kann

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.