So weit war Lena Gohlisch noch nicht. „In diesem Moment gehe ich noch nicht mit einem positiven Gefühl aus der Saison“, sagte die Kapitänin von Alba Berlin. Wenige Minuten zuvor hatte sie mit ihrer Mannschaft auch das dritte Halbfinale um die deutsche Meisterschaft verloren. Das 51:54 gegen die Titelverteidigerinnen aus Keltern besiegelte das Aus für die Berlinerinnen.
Im Gegensatz zum Vorjahr, als nach der Halbfinalniederlage gegen Saarlouis, auch wegen der Verabschiedung mehrerer Spielerinnen, viele Tränen geflossen waren, nahmen die Berliner Basketballerinnen das vorzeitige Ende ihrer Play-offs aber gefasst auf. „Keltern hat ein wahnsinnig gutes Team. Das unterstreicht noch einmal, was wir im Pokal geleistet haben, als wir gegen sie das Finale gewonnen haben“, sagte Gohlisch, und nannte dabei das Schlüsselerlebnis der Saison.
Der erste Pokalsieg der Vereinsgeschichte im Februar überlagert die ansonsten sehr durchwachsene Spielzeit. Im Achtelfinale kämpfte sich Alba nach 20-Punkte-Rückstand in Halle zurück, im Halbfinale siegten die Berlinerinnen in der Verlängerung gegen Saarlouis und auch das Endspiel gegen Keltern ging in die Overtime. Es war ein denkwürdiger Tag in der Charlottenburger Sömmeringhalle. „Wir hatten wegen der vielen Spiele nicht viel Zeit, richtig stolz darauf zu sein, aber der Pokalsieg wird von dieser Saison in Erinnerung bleiben“, sagte Gohlisch.
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Die Leistungen in der Liga beschrieb sie hingegen als „Achterbahnfahrt“. Vor allem in der Hinrunde fehlte Alba nach dem größeren Umbruch im vergangenen Sommer die Stabilität. Das besserte sich nach dem Jahreswechsel etwas, was auch mit der Verpflichtung von Alina Hartmann zu tun hatte. Am Mittwoch kam die Nationalspielerin wegen Knieproblemen kaum zum Einsatz.
Wie es für Hartmann weitergeht, ist noch genauso unbekannt wie bei großen Teilen des Kaders. Mit Nina Rosemeyer und Leonie Kreyenfeld besitzen nur zwei Spielerinnen gültige Verträge für die kommende Saison. „Wir mögen Kontinuität und viele Spielerinnen sind schon sehr lange hier“, sagte Trainer Cristo Cabrera. „Noch ist es zu früh, um etwas zu sagen, aber wir werden bald in die Gespräche einsteigen.“
Ich fühle mich sehr wohl im Verein und kann mir gut vorstellen, hier weiterzumachen.
Lena Gohlisch
Auch Gohlischs Zukunft ist noch offen. Die 32 Jahre alte Spielmacherin arbeitet neben ihrer Basketballkarriere als Ärztin, ließ aber eine deutliche Tendenz durchblicken. „Ich fühle mich sehr wohl im Verein und kann mir gut vorstellen, hier weiterzumachen“, sagte Gohlisch.
Es wird mal wieder ein arbeitsamer Sommer für Svenja Brunckhorst und Himar Ojeda, die bei Alba für die Kaderplanung des Frauenteams zuständig sind. Manager Marco Baldi hofft indes, dass auch in der Liga wichtige Entwicklungen angestoßen werden. Die DBBL hinkt den europäischen Topligen weit hinterher – organisatorisch, finanziell, sportlich.
Dass Nationalspielerinnen wie Hartmann oder Kelterns überragende Alex Wilke in Deutschland unter Vertrag stehen, ist die große Ausnahme. „Wir müssen uns fragen, wie wir deutsche Topspielerinnen in Deutschland halten können. Nicht die erste Garde, die in der WNBA spielt, aber die wirklich guten Spielerinnen, die im europäischen Ausland aktiv sind“, sagte Baldi.
Denn der Basketball der Frauen ist im Aufwind. Mit Frieda Bühner wird künftig eine fünfte Deutsche in der WNBA spielen, die WM findet im September in Berlin statt – nur in der Bundesliga ist von dieser Aufbruchstimmung nicht viel zu merken.