Sunday, Feb 01, 2026
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
Startseite sport Zum Tod von Doris Fitsc...

Zum Tod von Doris Fitschen: Chefin, Strategin, Pionierin des deutschen Frauenfußballs

2025-03-17
In sport Vom Martin Einsiedler

ÄHNLICHE ARTIKEL

Wenn das Pflegeheim plötzlich teurer wird: Was erlaubt ist und was nicht

Gründer der Bar jeder Vernunft und des Tipi am Kanzleramt: Berliner Entertainment-Legende Holger Klotzbach ist tot

Als Doris Fitschen in den späten Siebzigerjahren zum ersten Mal gegen den Ball trat, lief noch nicht viel zusammen. Bei ihr nicht, und auch bei allen anderen Mädchen nicht.

Der Trainer, ein gewisser Fritz Rathjen, lobte daher zwei D-Mark für jene aus, die endlich mal den Ball ins Tor schossen. So verdiente die neun Jahre alte Doris ihr erstes Geld.

Das ist die Legende. Richtig reich sollte Fitschen mit dem Fußball aber nicht werden, und das, obwohl sie eine der begabtesten Fußballerinnen ihrer Zeit war.

Fitschen bestach durch Eleganz und Übersicht, sie war die Chefin in der Abwehr. Sie mochte Vergleiche mit dem Männerfußball nicht. Aber dass sie immer wieder als „Franz Beckenbauer des Frauenfußballs“ bezeichnet worden war, schmeichelte ihr natürlich.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

Wäre Fitschen nicht in den späten Sechzigern, sondern in den Neunzigern oder Zweitausendern auf die Welt gekommen, hätte sie mit ihrem herausragenden Talent gutes Geld verdienen können. Um Geld aber, das sagte Fitschen immer wieder, war es ihr mit ihrer großen Leidenschaft ohnehin nicht gegangen.

Sie sei schon zweimal Europameisterin geworden, ehe sie überhaupt mal ein bisschen Geld verdient habe, vorher habe es nicht mal Fahrtgeld gegeben, sagte sie vor Jahren der „Kreiszeitung“. „Erst danach konnte ich mein Studium damit finanzieren, habe aber immer noch ein, zwei Tage gearbeitet.“

Frauenfußball wurde zu Spielerinnenzeiten von Fitschen – euphemistisch formuliert – noch kritisch betrachtet. Fitschen erinnerte sich einmal an die paar wenigen Fans, die die Spiele zu Beginn ihrer Karriere besucht hatten. „Trikottausch“ – mehr war demnach den Zuschauern zu den Darbietungen der Frauen mitunter nicht eingefallen.

Auch abseits des Rasens von großem Wert für den deutschen Frauenfußball

Fitschen war eine Pionierin des deutschen Frauenfußballs. Sie entstammte einer Bauernfamilie in einer winzigen Gemeinde in Niedersachsen. Ihren fußballerischen Werdergang verdankte sie zu großen Teilen dem bereits erwähnten Fritz Rathjen. Dieser erkannte ihr Talent und brachte sie mit dem Auto zehn Jahre lang zum Training und zu den Spielen.

Die Mühen zahlten sich aus. Fitschen absolvierte zwischen 1986 und 2001 insgesamt 144 Länderspiele. Dabei holte sie mit der DFB-Auswahl vier EM-Titel und 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney Bronze. 

Auch abseits des Rasens war Fitschen von großem Wert für den deutschen Frauenfußball. Sie bekleidete verschiedene Posten im Deutschen Fußball-Bund, zuletzt war sie als Gesamtkoordinatorin beim DFB für die Entwicklung und Umsetzung der Strategie „Frauen im Fußball FF27“ verantwortlich.

„Als Spielerin war sie eine Anführerin, eine Strategin, sie hatte Präsenz, Dominanz und Aura, andere konnten sich an ihr orientieren“, teilte DFB-Präsident Bernd Neuendorf am Sonntag mit. „Doris war ein Vorbild an Empathie und Zugewandtheit“, wurde die DFB-Generalsekretärin Heike Ullrich zitiert. „Wir werden Doris nicht vergessen.“ So geht das vielen, vor allem jenen, die Fitschen kennenlernen durften.

Nach langer und schwerer Krebserkrankung ist Doris Fitschen am Samstag im Alter von 56 Jahren gestorben.

ÄHNLICHE ARTIKEL

„Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt: Ein Operettenhit als burleskes Silberflitterfest

„Frau Luna“ im Tipi am Kanzleramt: Ein Operettenhit als burleskes Silberflitterfest

2026-01-25

Jeder einmal auf dem Mond! Heinz Bolten-Baeckers muss Hellseher gewesen sein, als er das Versprechen...

250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen

250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen

2026-01-25

Der Grabstein, den ihm „seine Freunde“ gewidmet haben, würdigt ihn in großen Lettern als Kammergeric...

Katharine Mehrling erinnert sich an Holger Klotzbach: Er zog Menschen an wie ein Magnet

Katharine Mehrling erinnert sich an Holger Klotzbach: Er zog Menschen an wie ein Magnet

2026-01-25

Am 23. Januar 2026 ist der Impresario Holger Klotzbach nach schwerer Krankheit in Berlin gestorben. ...

CTM-Festival in Berlin: Blick in den amerikanischen Höllenschlung

CTM-Festival in Berlin: Blick in den amerikanischen Höllenschlung

2026-01-25

Die Musik ist zäh und langsam, fast schon einschläfernd. Im Normalfall ist eine solche Beschreibung ...

Agrarmesse: Letztes Wochenende der diesjährigen Grünen Woche steht an

Agrarmesse: Letztes Wochenende der diesjährigen Grünen Woche steht an

2026-01-25

Die 90. Grüne Woche geht in ihr letztes Wochenende. Heute und am Sonntag werden zum Abschluss der ze...

Nächster Beitrag
Stabilität im Spiel

Stabilität im Spiel

EMPFOHLEN

Fußball-Bundesliga: Kompany vor Augsburg: So steht es um Musiala und Davies

Fußball-Bundesliga: Kompany vor Augsburg: So steht es um Musiala und Davies

2026-01-25
Basketball: NBA: Starker Schröder kann Niederlage nicht verhindern

Basketball: NBA: Starker Schröder kann Niederlage nicht verhindern

2026-01-25

MEISTGESEHEN

  • Australian Open: Keine weitere Outfit-Show: Osaka zieht verletzt zurück

    Australian Open: Keine weitere Outfit-Show: Osaka zieht verletzt zurück

  • Australian Open: Letzter Auftritt in Melbourne: Wawrinka scheidet aus

  • Rodeln: Olympia-Doppel stürzt - Rodlerinnen Storch/ Patz überzeugen

  • Drittschwächste Offensive der Liga: Die mangelnde Effizienz gefährdet den Aufstieg von Hertha BSC

  • Australian Open: Trotz Hitze und Krämpfen: Sinner in Melbourne weiter

  • Fußball-Bundesliga: Ein Hamburg-Derby zum Vergessen: Nur Vuskovic-Wut bleibt

KATEGORIE

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts
  • Sitemap

© 2026 Vom Express01.

  • sport
  • politik
  • wirtschaft
  • gesellschaft
  • leben
  • experts

© 2026 Vom Express01.